Netzwerkdrucker im Heimnetz einrichten (Windows 11)

Netzwerkfähiger Drucker auf einem Schreibtisch im hellen Heimbüro, im Hintergrund Laptop und Smartphone

Zwei Wege führen zum Ziel, und welcher passt, hängt allein am Drucker: Hat das Gerät einen eigenen LAN- oder WLAN-Anschluss, bindest du es per fester IP-Adresse direkt ins Netz ein – dann druckt jeder PC unabhängig voneinander. Hängt der Drucker per USB an einem einzelnen Rechner, gibst du ihn in Windows 11 über die Druckereigenschaften frei. Wer einen Netzwerkdrucker im Heimnetz einrichten will, fährt mit der IP-Variante fast immer stabiler.

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Netzwerkdrucker im Heimnetz einrichten – welcher Weg passt zu deinem Drucker?

Bevor du irgendetwas anklickst, kläre eine Frage: Kann sich der Drucker selbst mit dem Netzwerk verbinden, oder braucht er einen PC als Vermittler?

  • Drucker hat LAN-Buchse oder WLAN (fast alle Geräte ab ca. 2018): Nutze Weg A und binde ihn per IP-Adresse ein. Der Drucker arbeitet dann als eigener kleiner Druckserver – kein PC muss laufen.
  • Drucker hat nur USB und steckt an einem Rechner: Nutze Weg B, die klassische Windows-Druckerfreigabe. Nachteil: Der Host-PC muss eingeschaltet sein, damit die anderen drucken können.

Beide Wege enden gleich: Jeder PC im Heimnetz bekommt den Drucker hinzugefügt. Der Unterschied liegt nur darin, wer die Druckaufträge annimmt – der Drucker selbst oder ein vermittelnder PC.

 Weg A: per IP-AdresseWeg B: Windows-Freigabe
VoraussetzungDrucker mit LAN/WLANUSB-Drucker an einem PC
Host-PC muss laufen?NeinJa
Stabilitäthochmittel
Aufwand pro weiterem PCgeringgering
ÜbertragungRAW über TCP-Port 9100 oder IPP über Port 631SMB-Freigabe über den Host-PC

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Weg A: Netzwerkfähigen Drucker per IP-Adresse einbinden

Das ist der empfohlene Weg für alle Drucker mit eigenem Netzwerkanschluss. Der Trick dahinter: Der Drucker bekommt eine feste Adresse im Heimnetz, und jeder PC spricht ihn direkt darüber an.

  1. Drucker-IP ablesen. Am Drucker-Display findest du sie meist unter Menü → Netzwerk oder WLAN-Status. Alternativ steht sie im Router unter der Geräteliste. Notiere dir die Adresse, etwa 192.168.1.50.
  2. Feste IP im Router vergeben. Damit die Adresse sich nicht bei jedem Neustart ändert, richte im Router eine DHCP-Reservierung für den Drucker ein. In der FRITZ!Box führt der Weg laut AVM-Wissensdatenbank über Heimnetz → Netzwerk → Gerät bearbeiten und die Option „Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen“. Das erspart dir später viel Sucherei.
  3. In Windows 11 den Drucker hinzufügen. Öffne Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker & Scanner und klicke auf Gerät hinzufügen.
  4. Warte den Suchlauf ab und klicke dann bei „Der gewünschte Drucker ist nicht aufgelistet“ auf Manuell hinzufügen.
  5. Wähle „Drucker unter Verwendung einer TCP/IP-Adresse oder eines Hostnamens hinzufügen“ und dann Weiter.
  6. Als Gerätetyp stellst du TCP/IP-Gerät ein und trägst die vorhin notierte IP-Adresse ein. Den Haken bei „Drucker abfragen und zu verwendenden Treiber automatisch auswählen“ kannst du gesetzt lassen.
  7. Windows sucht den Treiber. Findet es keinen, wähle Hersteller und Modell aus der Liste oder installiere den Treiber vom Hersteller. Fertig.

Diese Schritte wiederholst du an jedem weiteren PC. Da der Drucker die Aufträge selbst annimmt, ist es egal, ob einer der Rechner ausgeschaltet ist.

Ein Detail, das viele übersehen: Windows legt bei dieser Methode einen Standard-TCP/IP-Port an und spricht den Drucker in der Regel über TCP-Port 9100 an – den alten RAW- beziehungsweise JetDirect-Port. Moderne Geräte beherrschen zusätzlich IPP (Internet Printing Protocol) über Port 631, das Windows für Mopria-zertifizierte Drucker bevorzugt. Für dich als Anwender ändert das nichts an der Bedienung, erklärt aber, warum eine Firewall auf dem PC oder ein zu strenger Router-Filter einen frisch eingerichteten Drucker stumm schalten kann.

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Weg B: USB-Drucker am PC freigeben

Wenn der Drucker nur einen USB-Anschluss hat, übernimmt ein PC die Rolle des Druckservers. Zwei Dinge müssen vorher stimmen, sonst finden die anderen Rechner die Freigabe nicht.

Vorbereitung am Host-PC

  1. Netzwerk auf „Privat“ stellen. Unter Einstellungen → Netzwerk und Internet → (WLAN oder Ethernet) → Eigenschaften setzt du den Netzwerkprofiltyp auf Privat. In öffentlichen Netzen blockiert Windows die Freigabe absichtlich.
  2. Netzwerkerkennung sowie Datei- und Druckerfreigabe aktivieren. In aktuellen Windows-11-Versionen liegen die Schalter unter Einstellungen → Netzwerk und Internet → Erweiterte Netzwerkeinstellungen → Erweiterte Freigabeeinstellungen; im Abschnitt Private Netzwerke aktivierst du beide Optionen. Microsoft beschreibt diesen Weg in der Anleitung „Freigeben eines Druckers als Netzwerkdrucker“. Über die Systemsteuerung (Netzwerk- und Freigabecenter → Erweiterte Freigabeeinstellungen) erreichst du dieselben Schalter.

Drucker freigeben

  1. Gehe zu Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker & Scanner und klicke auf deinen Drucker, dann auf Druckereigenschaften.
  2. Wechsle auf den Reiter Freigabe und setze den Haken bei Drucker freigeben.
  3. Trage einen Freigabenamen aus einem Wort ohne Leerzeichen ein, zum Beispiel Wohnzimmer-HP. Leerzeichen führen beim Verbinden regelmäßig zu Fehlern.
  4. Rechnernamen notieren. Den brauchst du gleich. Tippe ins Suchfeld msinfo32, öffne die Systeminformationen und lies rechts den Systemnamen ab (z. B. WOHNZIMMER-PC).

Drucker auf den anderen PCs hinzufügen

  1. Am zweiten Rechner: Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker & Scanner → Gerät hinzufügen.
  2. Bei „Der gewünschte Drucker ist nicht aufgelistet“ auf Manuell hinzufügen klicken.
  3. „Freigegebenen Drucker über den Namen auswählen“ markieren und den Pfad im Format \\Rechnername\Freigabename eingeben, also etwa \\WOHNZIMMER-PC\Wohnzimmer-HP.
  4. Auf Weiter klicken. Windows lädt den Treiber vom Host-PC und richtet den Drucker ein.

Wenn der Drucker nicht gefunden wird

Genau hier scheitern die meisten Heimnetz-Setups. Diese sechs Ursachen decken fast alle Fälle ab:

  • Netzwerkprofil steht auf „Öffentlich“. Auf beiden PCs muss das Profil Privat sein, sonst versteckt die Firewall die Freigabe. Das ist die häufigste Stolperfalle.
  • Kennwortgeschütztes Freigeben blockiert. Im Heimnetz ohne gleiche Benutzerkonten schaltest du das ab: Erweiterte Freigabeeinstellungen → Alle Netzwerke → Kennwortgeschütztes Freigeben ausschalten. Alternativ – und sicherer – legst du auf dem Host ein Benutzerkonto mit demselben Namen und Passwort an wie am zweiten PC.
  • Windows verlangt beim Verbinden ein Administrator-Passwort. Das ist kein Fehler, sondern Absicht: Seit den Windows-Updates vom 10. August 2021 (Point-and-Print-Härtung nach CVE-2021-34481) dürfen Druckertreiber standardmäßig nur noch Administratoren installieren, wie Microsoft in KB5005652 dokumentiert. Im Heimnetz ist der saubere Weg, den Drucker einmalig mit einem Administratorkonto hinzuzufügen – oder gleich Weg A zu nehmen, bei dem der Treiber lokal installiert wird. Die kursierende Registry-Änderung RestrictDriverInstallationToAdministrators=0 hebelt genau diese Schutzmaßnahme aus; heise online hat die Nebenwirkungen dieser Umstellung ausführlich beschrieben.
  • Fehler 0x80070035 „Der Netzwerkpfad wurde nicht gefunden“. Ab Windows 11 24H2 verlangen Pro-, Enterprise- und Education-Installationen die SMB-Signierung für ein- und ausgehende Verbindungen, und der unsichere Gastzugriff ist abgeschaltet. Ältere Druckserver, NAS-Boxen oder Router mit angeschlossenem USB-Drucker fallen deshalb aus dem Netz. Lösung: am Gegenstück SMB-Signierung und ein echtes Benutzerkonto aktivieren, statt die Signierung am PC abzuschalten.
  • WSD-Anschluss macht Zicken. Verbindet Windows über einen WSD-Port (Web Services for Devices), bricht die Verbindung nach IP-Wechsel, Ruhezustand oder Router-Tausch gern ab. Stelle in den Druckereigenschaften → Anschlüsse auf einen Standard-TCP/IP-Port um – der bleibt stabil.
  • Drucker-IP hat sich geändert. Ohne feste Adresse vergibt der Router beim Neustart eine neue, und der eingerichtete Port zeigt ins Leere. Deshalb die DHCP-Reservierung aus Weg A, Schritt zwei.

Prüfe außerdem, ob beide Geräte wirklich im selben Netz hängen. Ein PC am Gäste-WLAN oder an einem zweiten Router sieht die Freigabe nicht. Bringt keiner der Punkte etwas, hilft Microsofts Diagnose-Seite „Probleme mit der Verbindung zu freigegebenen Druckern beheben“ weiter – dort steht auch, wie du eine hängende Druckwarteschlange über den Dienst Druckwarteschlange zurücksetzt.

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Treiberfrage 2026: Warum Windows den IPP-Klassentreiber bevorzugt

Wenn Windows 11 deinen Drucker automatisch erkennt, aber statt „HP Officejet 8010“ nur ein generischer Name auftaucht, ist das seit 2026 der Normalfall. Microsoft baut das Drucksystem auf den IPP-Klassentreiber um, der Mopria-zertifizierte Geräte über Netzwerk und USB ohne Herstellersoftware ansteuert. Der offizielle Zeitplan von Microsoft nennt drei Marken: Seit dem 15. Januar 2026 erscheinen für Windows 11 und Windows Server 2025 keine neuen Drittanbieter-Druckertreiber mehr über Windows Update, seit dem 1. Juli 2026 bevorzugt Windows bei der Rangfolge grundsätzlich den eigenen IPP-Klassentreiber, und ab dem 1. Juli 2027 sind Treiber-Updates von Drittanbietern bis auf Sicherheitskorrekturen nicht mehr zugelassen.

Für das Heimnetz heißt das zweierlei. Erstens: Der generische Treiber ist kein Notbehelf, sondern der vorgesehene Weg – Sonderfunktionen wie Tintenstände oder Duplex-Profile liefern die Hersteller über Print-Support-Apps aus dem Microsoft Store nach. Zweitens: Wer noch ein sehr altes Modell betreibt, sollte das Installationspaket des Herstellers aufbewahren; über Windows Update kommt es nach den genannten Stichtagen unter Umständen nicht mehr. Wichtig zu wissen ist außerdem der geschützte Windows-Druckmodus (Windows Protected Print, seit Windows 11 24H2): Er lässt ausschließlich Klassentreiber zu und entfernt Drucker mit Drittanbieter-Treibern. Aktiv ist er nach einer Standardinstallation nicht – er muss bewusst eingeschaltet werden. Wenn ein zuvor funktionierender Drucker nach einer Einstellungsänderung plötzlich verschwunden ist, lohnt ein Blick unter Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker & Scanner, ob dieser Modus aktiviert wurde.

Hintergrund: Warum die IP-Variante meist gewinnt

Der Unterschied zwischen beiden Wegen ist ein grundsätzlicher. Bei Weg B ist ein Windows-PC der Druckserver – er nimmt die Aufträge an und leitet sie an den USB-Drucker weiter. Schläft dieser PC oder ist er aus, druckt niemand. Bei Weg A steckt der Druckserver direkt im Drucker; er hört selbstständig auf Port 9100 (der klassische RAW-Druckport) beziehungsweise auf Port 631 für IPP und braucht keinen Vermittler.

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Das erklärt auch, warum WSD im Heimnetz oft Ärger macht: WSD entdeckt Geräte dynamisch über den aktuellen Namen und die aktuelle Adresse. Ändert sich eine davon, ist die Kopplung hin. Ein Standard-TCP/IP-Port dagegen zeigt fest auf eine IP – und wenn diese per Router-Reservierung eingefroren ist, funktioniert der Drucker über Jahre, ohne dass du ihn neu einrichten musst. Dazu kommt der Sicherheitsaspekt: Weg B schleust Druckaufträge über SMB und die Point-and-Print-Mechanik, also genau über die Bausteine, die Microsoft seit 2021 Schritt für Schritt härtet. Weg A umgeht diese Baustelle komplett.

Als Faustregel für die Praxis: Wer einen Netzwerkdrucker im Heimnetz einrichten will und ein Gerät mit LAN- oder WLAN-Anschluss besitzt, nimmt Weg A – auch dann, wenn der Drucker gerade sowieso per USB am Schreibtisch-PC hängt. Der Umbau kostet zehn Minuten und erspart dir jedes künftige „Warum druckt das Ding nicht mehr?“.

Quellen

Häufige Fragen

Muss der PC laufen, damit andere auf dem Netzwerkdrucker drucken können?

Nur bei der Windows-Freigabe (Weg B) – dort ist der Host-PC der Druckserver und muss eingeschaltet sein. Bindest du den Drucker per IP-Adresse ein (Weg A), arbeitet er eigenständig und braucht keinen laufenden PC.

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Wie finde ich die IP-Adresse meines Druckers heraus?

Am Drucker-Display unter Menü, Netzwerk oder WLAN-Status. Alternativ steht sie im Router in der Liste der verbundenen Geräte. Vergib die Adresse dort am besten gleich per DHCP-Reservierung fest.

Warum wird der freigegebene Drucker nicht gefunden?

Meist steht das Netzwerkprofil auf „Öffentlich“ statt „Privat“, oder das kennwortgeschützte Freigeben ist aktiv. Beide PCs müssen auf „Privat“ stehen und im selben Netz hängen.

Warum verlangt Windows beim Verbinden ein Administrator-Passwort?

Seit den Updates vom August 2021 (KB5005652, CVE-2021-34481) dürfen Druckertreiber über Point and Print nur noch Administratoren installieren. Füge den Drucker einmalig als Administrator hinzu.

Was ist besser: WSD oder TCP/IP-Port?

Für ein stabiles Heimnetz der Standard-TCP/IP-Port. WSD ist bequem, verliert die Verbindung aber gern nach IP-Wechsel, Ruhezustand oder Router-Tausch. TCP/IP mit fester IP bleibt zuverlässig.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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