Flatpak unter Linux: Apps installieren und aktualisieren

Laptop mit buntem Linux-Desktop und App-Symbolen auf einem Holzschreibtisch

Flatpak unter Linux ist ein distributionsübergreifendes Paketformat: Dieselbe App installierst du unter Ubuntu, Fedora oder Linux Mint mit exakt denselben Befehlen. Du richtest einmalig die Paketquelle Flathub ein (flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://dl.flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo), startest den Rechner neu und installierst danach jede App mit flatpak install flathub <App-ID>. Aktualisiert wird alles zusammen mit flatpak update. Flathub führt aktuell 3.641 Desktop-Apps, davon 2.173 verifizierte (Flathub-Statistik, Stand September 2026).

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Ist Flatpak auf meinem System schon vorhanden?

Bevor du loslegst, prüfe im Terminal, ob Flatpak (das Werkzeug, das die Pakete verwaltet) installiert ist:

flatpak --version

Kommt eine Versionsnummer zurück — im September 2026 ist 1.18.2 die aktuelle stabile Ausgabe, veröffentlicht am 27. August 2026 (Release-Übersicht des Projekts) —, kannst du direkt zum nächsten Abschnitt springen. Erscheint stattdessen „command not found“, fehlt das Programm noch:

  • Ubuntu/Debian: sudo apt install flatpak — nicht vorinstalliert, dazu empfiehlt Flathub sudo apt install gnome-software-plugin-flatpak für die grafische Software-Verwaltung.
  • Fedora: bereits an Bord — Flatpak ist auf Fedora Workstation, Silverblue und Kinoite ab Werk installiert.
  • Linux Mint: ab Version 18.3 eingebaut, inklusive fertig eingerichtetem Flathub — hier ist gar keine Einrichtung nötig.
  • Arch/Manjaro: sudo pacman -S flatpak

Das sudo davor bedeutet, dass du den Befehl mit Administratorrechten ausführst — das Terminal fragt dann nach deinem Passwort. Die distributionsweisen Setup-Seiten pflegt Flathub selbst, etwa die Ubuntu-Anleitung.

Schritt für Schritt: Flathub einrichten und die erste App installieren

Flatpak selbst liefert keine Apps mit. Die Software kommt aus sogenannten Remotes — das sind Paketquellen im Netz. Die mit Abstand größte und wichtigste heißt Flathub. Ohne sie hast du zwar Flatpak, aber nichts zu installieren.

  1. Flathub als Paketquelle hinzufügen:

    flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://dl.flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo

    Der Zusatz --if-not-exists sorgt dafür, dass nichts passiert, falls die Quelle schon eingetragen ist — du kannst den Befehl also gefahrlos wiederholen. Welche Remotes eingerichtet sind, zeigt flatpak remotes.

  2. Einmal neu starten: Nach dem ersten Einrichten den Rechner neu booten, so steht es auch in der offiziellen Setup-Anleitung. Erst danach tauchen frisch installierte Flatpak-Apps zuverlässig im Anwendungsmenü auf. Diesen Schritt überspringen viele — und wundern sich dann, warum das Programm scheinbar „fehlt“.

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  3. Passende App suchen: Wenn du die genaue Kennung (App-ID) nicht kennst, durchsuche die Remotes direkt aus dem Terminal:

    flatpak search gimp

    Die Ausgabe zeigt dir die Anwendungs-ID — bei GIMP zum Beispiel org.gimp.GIMP. Diese ID im Umkehrschema (Domain zuerst) ist das eindeutige Etikett jeder App und steht auch auf der jeweiligen Flathub-Seite.

  4. App installieren:

    flatpak install flathub org.gimp.GIMP

    Beim ersten Mal lädt Flatpak zusätzlich eine Runtime herunter — eine gemeinsame Grundausstattung an Bibliotheken, die sich mehrere Apps teilen. Das dauert einmalig länger, spart bei weiteren Installationen aber Platz.

  5. App starten: Entweder über das normale Anwendungsmenü oder per Befehl:

    flatpak run org.gimp.GIMP

Linux Mint: Flatpak installieren geht auch ohne Terminal

Unter Linux Mint sind Flatpak und Flathub bereits eingerichtet, du brauchst also weder apt noch remote-add. Der bequemste Weg führt über die Anwendungsverwaltung (Software Manager): App suchen, in der Trefferliste die Flatpak-Variante wählen, „Installieren“ klicken. Bei Programmen, die es sowohl als Systempaket als auch als Flatpak gibt, blendet Mint beide Formate ein — welche Variante bevorzugt gezeigt wird, stellst du in den Einstellungen der Anwendungsverwaltung ein.

Eine Mint-Eigenheit sorgt regelmäßig für Verwirrung: Seit Mint 22 zeigt die Anwendungsverwaltung standardmäßig nur verifizierte Flatpaks, also Pakete, die nachweislich vom Hersteller der App gepflegt werden. Das Mint-Team kündigte das im April 2024 an und begründete es damit, dass Nutzer bei unverifizierten Paketen nicht erkennen können, wer das Paket eigentlich betreut (Linux Mint Blog). Findest du eine App also nicht, ist sie womöglich unverifiziert: In den Einstellungen der Anwendungsverwaltung lässt sich die Anzeige unverifizierter Flatpaks bewusst freischalten — sie erscheinen dann mit Warnhinweis. Über das Terminal greift diese Filterung nicht, flatpak install flathub <App-ID> funktioniert unverändert.

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Apps aktualisieren, auflisten und wieder entfernen

Flatpaks aktualisieren sich nicht von allein. Du hältst alles mit einem Befehl aktuell — er erneuert sowohl die Apps als auch die dazugehörigen Runtimes:

flatpak update

Soll nur ein einzelnes Programm aktualisiert werden, hängst du dessen ID an: flatpak update org.gimp.GIMP. Einen Überblick, was überhaupt über Flatpak installiert ist, bekommst du so:

flatpak list --app

Der Zusatz --app blendet die Runtimes aus und zeigt nur die echten Programme. Wer wissen will, was zuletzt installiert, aktualisiert oder entfernt wurde, ruft flatpak history auf. Zum Entfernen einer App nutzt du deren ID:

flatpak uninstall org.gimp.GIMP

Nach ein paar Deinstallationen bleiben oft ungenutzte Runtimes zurück und belegen Speicher. Die räumst du gefahrlos so weg:

flatpak uninstall --unused

Systemweit oder nur für dich? –system vs. –user

Flatpak unter Linux arbeitet auf zwei getrennten Ebenen. Standardmäßig laufen die Befehle systemweit — die App steht dann allen Benutzerkonten des Rechners zur Verfügung, dafür braucht der Befehl aber Administratorrechte und dein Passwort. Auf einem PC, den mehrere Leute nutzen, oder wenn du keine Adminrechte hast, ist die benutzerbezogene Variante praktischer:

flatpak install --user flathub org.gimp.GIMP

Mit --user landet die App nur in deinem Konto, ganz ohne Administratorrechte. Wichtig zu wissen: Beide Ebenen führen getrennte Listen. Eine systemweit installierte App taucht in flatpak list --user nicht auf, und ein Remote, das du mit --user angelegt hast, kennt die Systemebene nicht. Wenn ein flatpak install also meldet, dass die Anwendung in keinem Remote gefunden wurde, lohnt der Blick auf flatpak remotes --user und flatpak remotes --system. Für den Heim-PC ist die systemweite Standard-Variante meist die einfachere Wahl.

Häufige Fragen

Wie installiere ich unter Linux Mint ein Flatpak?

Flatpak und Flathub sind in Linux Mint ab 18.3 fertig eingerichtet. Am einfachsten über die Anwendungsverwaltung suchen und die Flatpak-Variante installieren; im Terminal geht es mit flatpak install flathub .

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Warum finde ich manche Apps in der Mint-Anwendungsverwaltung nicht?

Seit Linux Mint 22 zeigt die Anwendungsverwaltung standardmäßig nur verifizierte Flatpaks. Unverifizierte Pakete lassen sich in den Einstellungen einblenden; über das Terminal sind sie ohnehin installierbar.

Aktualisieren sich Flatpak-Apps automatisch?

Standardmäßig nicht. Der Befehl flatpak update bringt alle Apps und ihre Runtimes gemeinsam auf Stand, flatpak update nur ein einzelnes Programm. Manche Software-Center prüfen zusätzlich im Hintergrund.

Wie finde ich die App-ID einer Anwendung?

Mit flatpak search und dem Programmnamen, etwa flatpak search gimp. Die Ausgabe zeigt die eindeutige ID wie org.gimp.GIMP. Alternativ steht sie auf der App-Seite bei flathub.org.

Die installierte App fehlt im Anwendungsmenü — was tun?

Meist ist XDG_DATA_DIRS in der laufenden Sitzung noch nicht aktualisiert. Ab- und wieder anmelden oder neu starten. Sofort starten lässt sich die App mit flatpak run .

Hintergrund: Warum überhaupt Flatpak?

Klassisch installiert jede Linux-Distribution Software über ihre eigene Paketverwaltung — apt bei Debian/Ubuntu, dnf bei Fedora, pacman bei Arch. Das funktioniert gut, hat aber zwei Haken: Eine Anleitung für Ubuntu passt nicht ohne Weiteres auf Fedora, und im Repository der Distribution steckt oft eine ältere App-Version.

Flatpak löst beides. Es packt jede Anwendung samt ihrer Abhängigkeiten in ein isoliertes Paket — eine Sandbox, in der die App vom restlichen System abgeschottet läuft. Dadurch ist dasselbe Paket auf nahezu jeder Distribution lauffähig, und Hersteller können neue Versionen direkt über Flathub ausliefern, ohne auf die Paket-Pfleger der einzelnen Distributionen zu warten. Die Größenordnung zeigt die Flathub-Statistik: über 4,6 Milliarden Downloads seit April 2018, Deutschland liegt mit rund 493 Millionen davon auf Platz zwei hinter den USA.

Für Einsteiger heißt das vor allem: eine Befehlssprache statt drei, aktuelle Programme ohne Bastelei — und ein Sicherheitsmodell, das eine App nicht automatisch an alle deine Daten lässt. Wer die Befehle aus dieser Anleitung kennt, kommt mit Flatpak unter Linux auf jeder Distribution zurecht, ohne die Eigenheiten von apt, dnf und pacman nebeneinander lernen zu müssen.

Quellen

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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