Flatpak ist ein distributionsübergreifendes Paketformat: Damit installierst du dieselbe App unter Ubuntu, Fedora oder Linux Mint mit denselben Befehlen. Richte einmalig die Paketquelle Flathub ein (flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo), starte den Rechner neu und installiere danach jede App mit flatpak install flathub <App-ID>. Aktualisiert wird alles zusammen mit einem einzigen Befehl: flatpak update.
Ist Flatpak auf meinem System schon vorhanden?
Bevor du loslegst, prüfe im Terminal, ob Flatpak (das Werkzeug, das die Pakete verwaltet) installiert ist:
flatpak --version
Kommt eine Versionsnummer wie Flatpak 1.14.x zurück, kannst du direkt zum nächsten Abschnitt springen. Erscheint stattdessen „command not found“, fehlt das Programm noch. Auf Fedora und Linux Mint ist es meist ab Werk dabei, unter Ubuntu und Debian musst du es einmal nachinstallieren:
- Ubuntu/Debian:
sudo apt install flatpak - Fedora:
sudo dnf install flatpak(in der Regel schon vorhanden) - Arch/Manjaro:
sudo pacman -S flatpak
Das sudo davor bedeutet, dass du den Befehl mit Administratorrechten ausführst — das Terminal fragt dann nach deinem Passwort.
Schritt für Schritt: Flathub einrichten und die erste App installieren
Flatpak selbst liefert keine Apps mit. Die Software kommt aus sogenannten Remotes — das sind Paketquellen im Netz. Die mit Abstand größte und wichtigste heißt Flathub. Ohne sie hast du zwar Flatpak, aber nichts zu installieren.
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Flathub als Paketquelle hinzufügen:
flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://flathub.org/repo/flathub.flatpakrepoDer Zusatz
--if-not-existssorgt dafür, dass nichts passiert, falls die Quelle schon eingetragen ist — du kannst den Befehl also gefahrlos wiederholen. -
Einmal neu starten: Nach dem ersten Einrichten den Rechner neu booten. Erst danach tauchen frisch installierte Flatpak-Apps zuverlässig im Anwendungsmenü auf. Diesen Schritt überspringen viele — und wundern sich dann, warum das Programm scheinbar „fehlt“.
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Passende App suchen: Wenn du die genaue Kennung (App-ID) nicht kennst, durchsuche Flathub direkt aus dem Terminal:
flatpak search gimpDie Ausgabe zeigt dir die Anwendungs-ID — bei GIMP zum Beispiel
org.gimp.GIMP. Diese ID im Umkehrschema (Domain zuerst) ist das eindeutige Etikett jeder App. -
App installieren:
flatpak install flathub org.gimp.GIMPBeim ersten Mal lädt Flatpak zusätzlich eine Runtime herunter — eine gemeinsame Grundausstattung an Bibliotheken, die sich mehrere Apps teilen. Das dauert einmalig etwas länger, spart bei weiteren Installationen aber Platz.
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App starten: Entweder über das normale Anwendungsmenü oder per Befehl:
flatpak run org.gimp.GIMP
Apps aktualisieren, auflisten und wieder entfernen
Anders als Snap-Pakete aktualisieren sich Flatpaks nicht von allein. Du hältst alles mit einem Befehl aktuell — er erneuert sowohl die Apps als auch die dazugehörigen Runtimes:
flatpak update
Einen Überblick, was überhaupt über Flatpak installiert ist, bekommst du so:
flatpak list --app
Der Zusatz --app blendet die Runtimes aus und zeigt nur die echten Programme. Zum Entfernen einer App nutzt du deren ID:
flatpak uninstall org.gimp.GIMP
Nach ein paar Deinstallationen bleiben oft ungenutzte Runtimes zurück und belegen Speicher. Die räumst du gefahrlos so weg:
flatpak uninstall --unused
Systemweit oder nur für dich? –system vs. –user
Standardmäßig installiert Flatpak systemweit — die App steht dann allen Benutzerkonten des Rechners zur Verfügung, dafür braucht der Befehl aber sudo und dein Passwort. Auf einem PC, den mehrere Leute nutzen, oder wenn du keine Adminrechte hast, ist die benutzerbezogene Variante praktischer:
flatpak install --user flathub org.gimp.GIMP
Mit --user landet die App nur in deinem Konto, ganz ohne Administratorrechte. Für den Heim-PC ist die systemweite Standard-Variante meist die einfachere Wahl.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Flatpak und Snap?
Beide verpacken Apps distributionsübergreifend in einer Sandbox. Der praktische Alltagsunterschied: Snap-Pakete aktualisieren sich automatisch im Hintergrund, Flatpaks musst du selbst mit dem Befehl flatpak update aktuell halten. Flathub ist zudem herstellerunabhängig, während der Snap Store von Canonical betrieben wird.
Muss ich für Flatpak das Terminal benutzen?
Nein. Viele Distributionen wie Linux Mint oder Fedora bringen eine grafische Software-Verwaltung mit, die Flathub-Apps direkt anzeigt und per Klick installiert. Das Terminal ist aber schneller, eindeutiger und funktioniert auf jeder Distribution gleich — deshalb zeigen Anleitungen meist die Befehle.
Belegen Flatpaks mehr Speicherplatz?
Anfangs ja, weil jede App ihre Laufzeitumgebung (Runtime) mitbringt. Diese Runtimes werden aber von mehreren Apps gemeinsam genutzt, sodass jede weitere Installation deutlich weniger Platz kostet. Mit flatpak uninstall –unused entfernst du nicht mehr benötigte Runtimes und gibst Speicher wieder frei.
Wie finde ich die App-ID einer Anwendung?
Am schnellsten mit flatpak search gefolgt vom Programmnamen, etwa flatpak search gimp. Die Ausgabe listet die eindeutige Anwendungs-ID auf, zum Beispiel org.gimp.GIMP. Alternativ steht die ID auf der jeweiligen App-Seite bei flathub.org.
Aktualisieren sich Flatpak-Apps automatisch?
Standardmäßig nicht. Du hältst alle installierten Apps und ihre Runtimes mit dem Befehl flatpak update gemeinsam aktuell. Manche grafischen Software-Center prüfen im Hintergrund auf Updates und bieten sie zur Installation an, der zuverlässigste Weg bleibt aber der manuelle Befehl.
Hintergrund: Warum überhaupt Flatpak?
Klassisch installiert jede Linux-Distribution Software über ihre eigene Paketverwaltung — apt bei Debian/Ubuntu, dnf bei Fedora, pacman bei Arch. Das funktioniert gut, hat aber zwei Haken: Eine Anleitung für Ubuntu passt nicht ohne Weiteres auf Fedora, und im Repository der Distribution steckt oft eine ältere App-Version.
Flatpak löst beides. Es packt jede Anwendung samt ihrer Abhängigkeiten in ein isoliertes Paket — eine sogenannte Sandbox, in der die App von deinem restlichen System abgeschottet läuft. Dadurch ist derselbe Flatpak auf nahezu jeder Distribution lauffähig, und die Hersteller können neue Versionen direkt über Flathub ausliefern, ohne auf die Paket-Pfleger der einzelnen Distributionen zu warten. Für Einsteiger heißt das vor allem: eine Befehlssprache statt drei, und aktuelle Programme ohne Bastelei.



