Google Drive oder iCloud? Vergleich 2026 mit Preisen und Empfehlung

Smartphone und Laptop nebeneinander auf einem hellen Schreibtisch zeigen Cloud-Speicher-Symbole als Vergleich von Google Drive und iCloud

Kurz und direkt: Bei der Frage Google Drive oder iCloud entscheidet nicht der Preis, sondern dein Gerätepark. Wer überwiegend mit iPhone, iPad und Mac arbeitet, fährt mit iCloud+ am bequemsten – Backup, Fotos und Geräte-Sync laufen ohne Zutun im Hintergrund. Wer Android, Windows und geteilte Dokumente mischt, ist mit Google Drive flexibler. Bei 200 GB und 2 TB kosten beide exakt gleich viel (2,99 € bzw. 9,99 € im Monat, Stand September 2026).

Preise und Speicher im Vergleich (Stand September 2026)

Beide Anbieter starten mit einem kostenlosen Kontingent und staffeln danach in festen Stufen. Wichtig zu wissen: Apples 5 GB gelten nur für iCloud selbst, Googles 15 GB teilen sich Google Drive, Gmail und Google Fotos gemeinsam – die 15 GB sind also schneller voll, als die Zahl vermuten lässt. Ein einziges Jahr Mail-Anhänge reicht bei vielen Konten schon aus.

SpeicheriCloud+ (mtl.)Google One (mtl.)
Kostenlos5 GB15 GB (geteilt mit Gmail & Fotos)
50 GB0,99 €
100 GB1,99 € (Basic)
200 GB2,99 €2,99 € (Standard)
2 TB9,99 €9,99 € (Google AI Plus)
5 TB21,99 € (Google AI Pro)
6 TB29,99 €
12 TB59,99 €

Die iCloud+-Preise stammen direkt aus Apples Übersicht der iCloud+-Tarife, die Google-Stufen aus der offiziellen Google-One-Tarifseite. Drei Punkte fallen auf:

  • Günstigster Einstieg: Apple hat mit 50 GB für 0,99 € die kleinste sinnvolle Stufe. Wer nur sein iPhone sichern will, braucht selten mehr. Google startet erst bei 100 GB für 1,99 €.
  • Jahresabo nur bei Google: Google rechnet 100 GB, 200 GB und 2 TB wahlweise jährlich ab und beziffert die Ersparnis mit bis zu 16 Prozent – beim 2-TB-Paket also rund 1,60 € im Monat. Apple bietet ausschließlich Monatsabos ohne Mindestlaufzeit und ohne Jahresrabatt.
  • Oberhalb von 2 TB: Apple staffelt sachlich weiter auf 6 TB (29,99 €) und 12 TB (59,99 €). Google verkauft mehr Platz nur noch im Bündel mit seiner KI: 5 TB gibt es als „Google AI Pro“ für 21,99 €, darüber beginnt „Google AI Ultra“ ab 20 TB. Pro Terabyte ist Google damit zwar rechnerisch günstiger (rund 4,40 € statt knapp 5 €), du bezahlst das Gemini-Paket aber mit, ob du es nutzt oder nicht.

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Was du fürs Geld zusätzlich bekommst

Beide Abos sind mehr als reiner Speicher – nur zielen sie auf völlig verschiedene Bedürfnisse:

ExtraiCloud+Google One
Familienfreigabebis zu 5 weitere Personenbis zu 5 weitere Personen
Privatsphäre-ToolsiCloud Privat-Relay, „E-Mail verbergen“, eigene Mail-Domain – in jeder Stufekeine (das frühere VPN wurde eingestellt)
Kamera-/Smart-HomeHomeKit Secure Video: 1 Kamera (50 GB), bis 5 (200 GB), unbegrenzt ab 2 TBGoogle Home Premium in den KI-Paketen
KI-FunktionenGemini-Zugriff ab „AI Plus“, höhere Limits bei „AI Pro“
Stärkste VerschlüsselungErweiterter Datenschutz (Ende-zu-Ende, optional)serverseitige Verschlüsselung, Schlüssel bleiben bei Google

Zwei Angaben, die in älteren Vergleichen noch herumgeistern, stimmen 2026 nicht mehr. Erstens: Ein „Google One VPN“ gibt es nicht mehr – Google hat den Dienst am 20. Juni 2024 abgeschaltet, geblieben ist er nur als Gerätefunktion auf Pixel-Telefonen (9to5Google zur Abschaltung). Zweitens ist „Google AI Pro“ nicht der Name des 2-TB-Tarifs, sondern die 5-TB-Stufe; das 2-TB-Paket heißt inzwischen „Google AI Plus“. Apple wiederum schaltet Privat-Relay und „E-Mail verbergen“ schon in der 0,99-€-Stufe frei – das ist der eigentliche Preisvorteil unten herum.

Plattformen: Wo läuft was?

Hier fällt die Entscheidung zwischen Google Drive oder iCloud tatsächlich – nicht in der Preistabelle.

iCloud ist auf Apple-Geräten unsichtbar im System verankert: iPhone-Backup, Fotos, Notizen, Schlüsselbund-Passwörter – alles synchronisiert automatisch. Auf Windows gibt es die App „iCloud für Windows“, die laut Apples Handbuch iCloud Drive, Fotos, Passwörter, Lesezeichen sowie Kalender und Kontakte einbindet. Eine native Android-App fehlt bis heute; dort kommst du nur über die Weboberfläche iCloud.com an deine Daten, und die deckt längst nicht alles ab. Wer regelmäßig zwischen iPhone und Android wechselt, stößt mit iCloud schnell an Grenzen.

Google Drive ist von Haus aus plattformneutral: vollwertige Apps für Android, iOS, Windows und macOS plus eine starke Weboberfläche. Auf dem iPhone läuft die Drive-App problemlos – du bist also nicht ausgesperrt, wenn du Apple-Geräte nutzt, aber lieber bei Google speicherst. Dazu kommen Docs, Sheets und Slides für Echtzeit-Zusammenarbeit, was iCloud mit Pages und Numbers zwar nachbildet, aber nur im Apple-Umfeld reibungslos.

Für wen lohnt sich iCloud+?

  • Du nutzt fast ausschließlich iPhone, iPad und/oder Mac.
  • Dir ist automatisches Geräte-Backup wichtiger als manuelle Dateiverwaltung.
  • Du legst Wert auf Privatsphäre-Funktionen und optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
  • Du willst nur dein Handy sichern – die 50 GB für 0,99 € sind der günstigste sinnvolle Einstieg.
  • Du betreibst HomeKit-Kameras: ab 200 GB sind fünf Kameras drin, ab 2 TB beliebig viele, ohne Zusatzabo.

Für wen lohnt sich Google Drive?

  • Du arbeitest mit gemischten Geräten – etwa Android-Handy plus Windows-Notebook.
  • Du erstellst und teilst viele Dokumente und brauchst Echtzeit-Zusammenarbeit.
  • Du willst KI-Werkzeuge und Cloud-Speicher in einem Abo bündeln.
  • Du nutzt Gmail und Google Fotos ohnehin täglich – dann liegt dein Kontingent sowieso schon dort.
  • Du zahlst lieber einmal im Jahr: das Jahresabo spart nach Google-Angabe bis zu 16 Prozent.

Sicherheit und Datenschutz

Beide Dienste verschlüsseln Daten bei der Übertragung und auf den Servern und bieten Zwei-Faktor-Authentifizierung – das ist 2026 Standard. Der Unterschied liegt in der Tiefe. Apple schützt im Normalbetrieb 15 Datenkategorien per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung; mit dem optionalen Erweiterten Datenschutz steigt die Zahl laut Apples Dokumentation auf 25 Kategorien, darunter iCloud Drive, Fotos, Notizen und Gerätebackups. Ausgenommen bleiben iCloud Mail, Kontakte und Kalender, weil diese Dienste mit offenen Standards nach außen sprechen müssen.

Der Haken ist real: Mit aktiviertem Erweiterten Datenschutz besitzt Apple die Schlüssel nicht mehr. Verlierst du Gerätecode, Wiederherstellungsschlüssel und Wiederherstellungskontakt gleichzeitig, sind die Daten weg – kein Support-Anruf hilft. Richte deshalb vor dem Einschalten mindestens einen Wiederherstellungskontakt ein und lege den Schlüssel außerhalb des Geräts ab.

Google verschlüsselt ebenfalls, behält aber technisch den Zugriff – unter anderem, damit Volltextsuche über Dateiinhalte, Duplikaterkennung in Google Fotos und die Gemini-Funktionen überhaupt arbeiten können. Wer maximale Vertraulichkeit über Komfort stellt, hat bei Apple den strengeren Hebel; wer die Suchfunktionen will, akzeptiert bei Google bewusst den serverseitigen Zugriff.

Wenn der Speicher voll ist: die typischen Fehlerbilder

Der häufigste Grund, warum Leute überhaupt vergleichen, ist eine Warnmeldung. Die sieht bei beiden Anbietern anders aus – und hat unterschiedlich harte Folgen.

Bei Apple merkst du es meist daran, dass das iPhone-Backup nachts nicht mehr durchläuft und iCloud Fotos das Hochladen einstellt. Ein Detail kennen viele nicht: Wenn du ein neues iPhone oder iPad kaufst und dein Speicher für das Umzugs-Backup nicht reicht, stellt Apple temporären iCloud-Speicher bereit. Du hast dann 21 Tage Zeit, das Backup auf das neue Gerät zurückzuspielen; kommt das Gerät nicht rechtzeitig, lässt sich der Zeitraum um weitere 21 Tage verlängern. Nach dem Wiederherstellen bleibt das temporäre Backup noch 7 Tage erhalten, danach wird es gelöscht (Apple Support 104980). Für einen reinen Gerätewechsel musst du also kein Abo abschließen.

Bei Google greift die Sperre breiter, weil sich drei Dienste ein Kontingent teilen: Ist es voll, kannst du keine Dateien mehr in Drive anlegen oder hochladen, keine Fotos mehr sichern und in Gmail weder senden noch empfangen. Wer das ignoriert, riskiert mehr als Unbequemlichkeit – Google behält sich vor, Inhalte in Gmail, Drive und Google Fotos zu löschen, wenn ein Konto das Kontingent zwei Jahre durchgehend überschreitet (Google-Drive-Hilfe zum Speicherlimit). Aufräumen statt aussitzen ist hier die einzig richtige Reaktion: große Gmail-Anhänge, der Papierkorb in Google Fotos und alte Takeout-Archive im eigenen Drive sind die üblichen Verdächtigen.

Umziehen statt doppelt zahlen: So kommen die Daten rüber

Ein Wechsel ist kein Drag-and-drop-Nachmittag, aber beide Anbieter haben offizielle Wege – Drittanbieter-Tools brauchst du nicht.

  1. Von iCloud zu Google Fotos: Melde dich auf Apples Seite für Daten und Datenschutz an und wähle die Übertragung einer Kopie deiner Daten. Apple schickt die Fotomediathek dann direkt an dein Google-Konto. Der Vorgang dauert laut Apple Support 118257 drei bis sieben Tage, weil Apple die Anfrage zuerst verifiziert. Deine Originale bei Apple bleiben unangetastet.
  2. Rechne den Platz vorher aus: Die übertragenen Fotos zählen vollständig auf dein Google-Kontingent. 300 GB Mediathek passen nicht in 15 GB Gratis-Speicher – die Stufe musst du vorher buchen.
  3. Was nicht mitkommt: Apple überträgt geteilte Alben, intelligente Alben, Live Photos, einen Teil der Metadaten und manche RAW-Dateien nicht. Was dir wichtig ist, lädst du zusätzlich manuell herunter.
  4. Von Google weg: Über den Google-Datenexport (Takeout) exportierst du Gmail, Drive, Kalender, Fotos und mehr als ZIP oder TGZ. Du kannst das Archiv direkt an Drive, Dropbox, OneDrive oder Box schicken lassen. Wichtig: Die Download-Links laufen nach etwa sieben Tagen ab und jedes Archiv lässt sich maximal fünfmal herunterladen (Google-Konto-Hilfe zum Datenexport).
  5. Erst prüfen, dann kündigen: Lass das alte Abo einen Monat parallel laufen und öffne stichprobenartig Ordner, Videos und alte Jahrgänge. Ein abgelaufenes Abo mit unvollständiger Kopie ist der teuerste Fehler in diesem Ablauf.

Muss es überhaupt nur einer sein?

In der Praxis nutzen viele beide parallel – und das ist kein Widerspruch. Eine gängige Aufteilung: iCloud übernimmt das automatische iPhone-Backup und die Fotomediathek, Google Drive dient als plattformübergreifendes Dokumenten- und Arbeitsarchiv. Beide kostenlosen Kontingente zusammen ergeben 20 GB, mit denen du erst einmal weit kommst. Erst wenn ein Bereich regelmäßig volläuft, lohnt das passende Bezahl-Abo genau dort – statt teuer alles in eine Cloud zu zwingen.

Rechenbeispiel für den Mischbetrieb: 50 GB iCloud+ für das iPhone-Backup (0,99 €) plus 100 GB Google One für Dokumente und Mail (1,99 €) kosten zusammen 2,98 € im Monat – also weniger als eine einzelne 200-GB-Stufe bei einem der beiden, und du hast in beiden Welten Luft.

Google Drive oder iCloud – die Entscheidung in drei Fragen

  1. Womit arbeitest du täglich? Nur Apple-Geräte: iCloud+. Mindestens ein Android- oder Windows-Gerät im Dauereinsatz: Google Drive.
  2. Was soll die Cloud leisten? Unsichtbares Backup im Hintergrund spricht für Apple. Dokumente, die mehrere Personen gleichzeitig bearbeiten, sprechen für Google.
  3. Wie viel Platz brauchst du wirklich? Unter 200 GB entscheidet der Gerätepark, denn preislich nehmen sich beide fast nichts. Über 2 TB lohnt der Blick auf die Struktur: Apple verkauft reinen Speicher, Google verkauft Speicher plus KI-Abo.

Bleibt Google Drive oder iCloud nach diesen drei Fragen unentschieden, buche die kleinste Stufe des Dienstes, der auf deinem Haupttelefon schon eingerichtet ist. Monatsabos ohne Mindestlaufzeit gibt es bei beiden – die Entscheidung lässt sich also jederzeit umdrehen, solange du sie nicht mit einem Jahresabo festzurrst.

Quellen

Häufige Fragen

Ist iCloud oder Google Drive günstiger?

Beim Einstieg iCloud+: 50 GB für 0,99 € im Monat, eine so kleine Stufe hat Google nicht. Bei 200 GB und 2 TB kosten beide gleich viel (2,99 € bzw. 9,99 €). Google ist im Jahresabo bis zu 16 Prozent billiger.

Wie viel kostenlosen Speicher bekomme ich?

Apple gibt 5 GB, ausschließlich für iCloud. Google bietet 15 GB, die sich Drive, Gmail und Google Fotos teilen – sie sind dadurch meist schneller voll, als die Zahl vermuten lässt.

Funktioniert iCloud auf Android oder Windows?

Für Windows gibt es die App „iCloud für Windows“ mit Drive, Fotos, Passwörtern, Lesezeichen, Kalender und Kontakten. Für Android existiert keine native App – nur der eingeschränkte Zugriff über iCloud.com im Browser.

Hat Google One noch ein VPN?

Nein. Google hat „VPN by Google One“ am 20. Juni 2024 abgeschaltet. Erhalten geblieben ist die VPN-Funktion nur als Gerätefeature auf Pixel-Telefonen, nicht als Abo-Vorteil.

Was passiert, wenn mein Cloud-Speicher voll ist?

Bei Apple stoppen Backup und Foto-Upload. Bei Google sind zusätzlich Gmail-Versand und -Empfang blockiert; nach zwei Jahren dauerhafter Überschreitung darf Google Inhalte in Gmail, Drive und Fotos löschen.

Wie übertrage ich meine Fotos von iCloud zu Google Fotos?

Über Apples Seite für Daten und Datenschutz eine Kopie der Daten anfordern und das Google-Konto verbinden. Die Übertragung dauert drei bis sieben Tage; Live Photos, geteilte und intelligente Alben kommen nicht mit.

Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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