Was du nicht in die Cloud speichern solltest: 5 Datentypen

Externe SSD in der Hand neben einem Laptop als sichere Alternative zum Cloud-Speicher für sensible Daten

Fünf Datentypen solltest du nicht in die Cloud speichern, solange sie nicht vorher auf deinem eigenen Gerät verschlüsselt wurden: amtliche Ausweis- und Identitätsdaten, Finanz- und Bankunterlagen, vertrauliche Geschäftsdokumente, höchstprivate Fotos und Videos sowie urheberrechtlich geschützte oder illegale Inhalte. Die einfache Regel dahinter: Alles, was bei einem Datenleck deine Identität, dein Geld oder deine Privatsphäre direkt gefährdet, lädst du nur clientseitig verschlüsselt hoch – oder du lässt es lokal. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät in seinen Cloud-Sicherheitstipps genau dazu: „Am sichersten ist es deshalb, wenn Sie die Verschlüsselung der Daten selbst übernehmen und den Schlüssel bei sich speichern.“

Diese 5 Datentypen gehören nicht ungeschützt in die Cloud

Cloud-Speicher ist praktisch und als zusätzliches Backup sinnvoll. Problematisch wird es erst bei Daten, deren Verlust oder Veröffentlichung schwer wiegt. Für diese Kategorien lohnt sich vor dem Upload ein zweiter Gedanke.

1. Ausweis- und Identitätsdaten

Scans von Personalausweis, Reisepass, Geburtsurkunde, Steueridentifikationsnummer oder Sozialversicherungsausweis sind das Lieblingsmaterial für Identitätsdiebstahl. Mit einer einzigen Ausweiskopie lassen sich Konten eröffnen oder Verträge im fremden Namen abschließen. Wie groß der Fundus ist, aus dem Kriminelle dabei schöpfen, zeigt der Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts: Dort waren im September 2026 rund 19,0 Milliarden Identitätsdatensätze aus 2.056 ausgewerteten Datenleaks erfasst. Solche Dokumente gehören – wenn überhaupt in die Cloud – nur in einen verschlüsselten Container.

2. Finanz- und Bankdaten

Kontoauszüge, Kreditkartennummern, Steuerunterlagen oder Vermögensübersichten sind ein lohnendes Ziel für Phishing und gezielte Angriffe. Wird ein Cloud-Konto übernommen, liegt damit oft die komplette finanzielle Lage offen – inklusive Kontonummern, Arbeitgeber und Unterschriftsbildern aus eingescannten Formularen. Das Bundeskriminalamt registrierte für 2025 rund 335.000 Fälle von Cybercrime im engeren Sinne und schätzt den Schaden für die deutsche Wirtschaft auf 202,4 Milliarden Euro. Diese Unterlagen bewahrst du besser auf einer verschlüsselten externen Festplatte oder in einer spezialisierten Finanzsoftware auf.

3. Vertrauliche Geschäftsunterlagen – und fremde personenbezogene Daten

Hier wird es rechtlich heikel. Das BSI warnt wörtlich: „Besonders kritisch wird die Nutzung von Cloud Computing, wenn Sie personenbezogene Daten Dritter bei einem Anbieter speichern.“ Schon Termine mit Adressen und Daten von Kundinnen und Kunden in einem Cloud-Kalender können demnach einen Datenschutzverstoß darstellen. Dazu kommt die Frage des Serverstandorts: Ein in Deutschland ansässiges Unternehmen kann Server im Ausland betreiben, und jeder Staat regelt Zugriffsrechte von Behörden und Unternehmen anders. Wer geschäftliche Daten Dritter bei einem ausländischen Anbieter ablegen will, sollte das laut BSI vorher juristisch prüfen lassen. Für Firmen sind On-Premise-Server oder Hybridlösungen deshalb oft der ruhigere Weg.

4. Höchstprivate Fotos und Videos

Intime oder besonders private Aufnahmen sind bei einem Leak doppelt schmerzhaft: Sie lassen sich nicht zurückholen und verletzen die Privatsphäre massiv. Wichtig zu wissen: In der Standardeinstellung sind Fotos bei den großen Anbietern nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Bei iCloud gilt ohne den optionalen erweiterten Datenschutz, dass die Schlüssel der vertrauenswürdigen Geräte in Apples Rechenzentren gesichert sind – Apple kann die Daten also bei Bedarf entschlüsseln. Wer solche Erinnerungen sichern will, fährt mit zwei lokalen Kopien – etwa externe Festplatte plus NAS – ruhiger als mit einem reinen Cloud-Upload.

5. Urheberrechtlich geschützte oder illegale Inhalte

Filme, Serien, Musik, Hörbücher oder Software ohne Lizenz haben in der Cloud nichts verloren. Das ist kein theoretisches Risiko: Google behält sich in den Missbrauchsprogrammrichtlinien für Drive ausdrücklich vor, Inhalte zu prüfen, den Zugriff einzuschränken oder Inhalte zu entfernen, und schreibt zum Urheberrecht klar: „Wiederholte Verstöße gegen gewerbliche Schutzrechte, einschließlich Urheberrechten, führen zur Kündigung Ihres Kontos.“ Mit dem Konto sind im schlimmsten Fall auch deine legitimen Daten weg – dazu kommen mögliche rechtliche Konsequenzen.

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Was du nicht in die Cloud speichern willst, lädt dein Gerät oft trotzdem hoch

Die meisten sensiblen Dateien landen nicht durch eine bewusste Entscheidung online, sondern durch eine Automatik, die niemand mehr im Blick hat. Der Klassiker: Du fotografierst deinen Ausweis für eine Online-Anmeldung, das Bild liegt in der Foto-Mediathek – und die synchronisiert im Hintergrund. Drei Stellen solltest du deshalb einmal durchgehen:

  • OneDrive-Ordnersicherung: OneDrive kann die Ordner Desktop, Dokumente, Bilder, Musik und Videos automatisch sichern. Den Status prüfst du über das OneDrive-Wolkensymbol im Infobereich → Hilfe & EinstellungenEinstellungen → Registerkarte Synchronisieren und SichernSicherung verwalten; dort lässt sich jeder Ordner einzeln umschalten.
  • Foto-Sicherung am Smartphone: In Google Fotos führt der Weg über das Profilbild oben rechts → Google Fotos-EinstellungenSicherung. Ist der Schalter aktiv, wandert jede neue Aufnahme in die Cloud – auch der schnelle Beleg-Schnappschuss vom Kontoauszug.
  • Alte Freigabe-Links: Ein einmal geteilter Ordner bleibt geteilt. Beim Link-Sharing gilt laut BSI: „Jede Person, die den Link kennt, hat Zugriff auf die freigegebenen Daten“ – und weil dabei keine Identifizierung stattfindet, lässt sich später kaum nachvollziehen, wer zugegriffen hat.

Praktischer Zwischenschritt: Lege dir auf dem Gerät einen Ordner außerhalb der Sync-Bereiche an (etwa C:\Privat statt Dokumente) und leg dort alles ab, was du bewusst nicht in die Cloud speichern willst.

Warum die Cloud bei sensiblen Daten zum Risiko wird

Die Cloud ist nicht per se unsicher. Aber bei sensiblen Daten summieren sich Risiken, die du bei lokaler Speicherung gar nicht hast.

  • Cyberangriffe und Datenlecks: Ein Rechenzentrum ist für Kriminelle ein lohnendes Ziel, weil dort die Daten vieler Menschen liegen – und Angreifer haben laut BSI in der Regel Zeit, ihren Einbruch zu planen. Ob die Sicherheitsmaßnahmen des Anbieters tatsächlich greifen, kannst du als Kunde nicht überprüfen.
  • Falsch gesetzte Freigaben: Ein versehentlich öffentlich geteilter Ordner oder ein alter Freigabe-Link reicht, damit Dritte mitlesen. Das BSI empfiehlt, Freigaben zeitlich zu begrenzen, immer nur einzelne Dateien statt ganzer Ordner freizugeben und Link und Passwort über zwei verschiedene Kanäle zu verschicken.
  • Unklarer Serverstandort: Wo deine Daten liegen, entscheidet darüber, welches Datenschutzrecht gilt und welche Behörde zugreifen darf. Viele Anbieter geben den Standort ihrer Rechenzentren nicht an.
  • KI-Assistenten im Konto: Immer mehr Dienste binden Assistenten ein, die auf deine Dateien zugreifen. Microsoft dokumentiert für Copilot, dass dieser nur Inhalte anzeigt, für die der jeweilige Nutzer eine Zugriffsberechtigung hat, und dass Prompts, Antworten und über Microsoft Graph abgerufene Daten nicht zum Training der Basismodelle verwendet werden. Für andere Dienste solltest du das in den Bedingungen nachlesen, statt es anzunehmen.

So speicherst du sensible Daten trotzdem sicher

Wenn du auf den Cloud-Komfort nicht verzichten willst, machst du deine Daten unlesbar, bevor sie den Rechner verlassen. Das nennt sich clientseitige Verschlüsselung – der Anbieter sieht dann nur noch verschlüsselten Datensalat.

  1. Vor dem Upload verschlüsseln. Cryptomator ist dafür der bequemste Einstieg: kostenlos, quelloffen, und der Tresor arbeitet mit Dropbox, Google Drive oder OneDrive zusammen. Technisch werden Dateiinhalte laut Dokumentation in Blöcken von maximal 32 KiB mit AES-GCM verschlüsselt, Dateinamen mit AES-SIV; die beiden 256-Bit-Masterschlüssel werden per scrypt aus deinem Passwort abgeleitet. Für ganze Container oder komplette Festplatten ist VeraCrypt die robuste Alternative.
  2. Bei Apple den erweiterten Datenschutz einschalten. Ab iOS 16.2, iPadOS 16.2 und macOS 13.1 erweitert der optionale erweiterte Datenschutz die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von 15 auf 25 iCloud-Datenkategorien – erst damit sind Fotos, Notizen, iCloud Drive und das iCloud-Backup eingeschlossen. Voraussetzung: Du richtest vorher einen Wiederherstellungskontakt oder einen Wiederherstellungsschlüssel ein, denn Apple kann dir danach nicht mehr in dein Konto helfen.
  3. Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren. Ein zweiter Faktor per Authenticator-App oder Sicherheitsschlüssel schützt das Konto selbst dann, wenn dein Passwort gestohlen wird. Das BSI hält fest, die Zwei-Faktor-Authentisierung erhöhe die Sicherheit „beachtlich“ – besonders in fremden WLAN-Netzen, in denen Zugangsdaten abgefangen werden können.
  4. Freigaben regelmäßig aufräumen. Prüfe ein- bis zweimal im Jahr, welche Links noch aktiv sind, wer auf geteilte Ordner zugreifen kann und ob ehemalige Teammitglieder noch Rechte haben. Nicht mehr benötigte Freigaben sofort entziehen.
  5. Den richtigen Anbieter wählen. Achte auf Verschlüsselung bei Übertragung und im Ruhezustand, auf DSGVO-Konformität und auf Zertifikate wie ISO/IEC 27001. Wichtig zu wissen: Eine ISO-27001-Zertifizierung belegt strukturierte Prozesse für Informationssicherheit, sagt aber nichts über die konkret eingesetzten Sicherheitsmaßnahmen aus – und sie ist für Anbieter freiwillig.

Wenn die Daten besser lokal bleiben: die Alternativen

Für die kritischsten Kategorien ist offline oft die ruhigere Wahl. Diese Optionen ergänzen oder ersetzen die Cloud:

LösungGeeignet fürWorauf achten
Verschlüsselte externe Festplatte / SSDFinanzunterlagen, Ausweisscans, ArchivHardware- oder Software-Verschlüsselung aktivieren, zweite Kopie anlegen
NAS (Network Attached Storage)Familien, kleine Büros, größere FotosammlungenZugriff aus dem Heimnetz, RAID ersetzt kein Backup
USB-Stick mit VerschlüsselungEinzelne sehr sensible DokumenteKlein und leicht verlierbar – immer verschlüsseln
Hybrid: Cloud + lokale KopieFast alle AnwendungsfälleSensibles verschlüsselt, Unkritisches bequem in der Cloud

Eine bewährte Faustregel ist die 3-2-1-Strategie: drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine an einem anderen Ort. Die Cloud kann dabei die externe Kopie sein – sie muss aber nicht das einzige Zuhause deiner sensiblen Daten sein.

Was „Löschen“ in der Cloud wirklich bedeutet

Ein Punkt, der beim Aufräumen regelmäßig unterschätzt wird: Gelöscht ist online nicht sofort weg. Das BSI weist darauf hin, dass Anbieter oft mehrere Kopien einer Datei in verschiedenen Rechenzentren vorhalten und Daten teils auch nach einer Kündigung noch eine Weile aufbewahren – ein Blick in die AGB lohnt sich deshalb vor dem Upload, nicht erst danach.

Konkrete Fristen nennt Microsoft für OneDrive: Im Papierkorb eines privaten Kontos werden Elemente 30 Tage nach der Ablage automatisch gelöscht, bei Geschäfts-, Schul- oder Unikonten sind es 93 Tage, sofern der Administrator die Einstellung nicht geändert hat. Wer sensible Dateien dauerhaft aus der Cloud bekommen will, plant diese Frist ein – und lädt sie beim nächsten Mal gar nicht erst unverschlüsselt hoch.

Hintergrund: Was Zero-Knowledge und Ende-zu-Ende wirklich bedeuten

Viele Anbieter werben mit „verschlüsselter Speicherung“. Entscheidend ist die Frage, wer den Schlüssel besitzt. Bei der üblichen serverseitigen Verschlüsselung verschlüsselt der Anbieter deine Daten, hält aber selbst den Schlüssel – und könnte theoretisch oder auf behördliche Anordnung darauf zugreifen. Apple beschreibt das für den Standardfall offen: Die Schlüssel liegen gesichert im Rechenzentrum, damit das Unternehmen dir etwa bei der Einrichtung eines neuen Geräts helfen kann.

Bei Zero-Knowledge beziehungsweise Ende-zu-Ende-Verschlüsselung entsteht der Schlüssel dagegen auf deinem Gerät und verlässt es nie. Der Anbieter kann deine Dateien technisch nicht lesen – selbst bei einem Einbruch in seine Server liegen dort nur unbrauchbare Blöcke. Dieses Prinzip nutzt du, wenn du ein Werkzeug wie Cryptomator vor den Upload schaltest. Der Preis ist Bequemlichkeit: Verschlüsselte Dateien müssen zum Bearbeiten lokal entschlüsselt werden, auf jedem Gerät braucht es Schlüssel und Software, und gemeinsames gleichzeitiges Arbeiten an einem Dokument fällt praktisch weg. Für alles, was streng vertraulich ist, ist dieser Tausch den Aufwand wert.

Quellen

Häufige Fragen

Welche Daten sollte man nicht in der Cloud speichern?

Ausweis- und Identitätsdaten, Finanz- und Bankunterlagen, vertrauliche Geschäftsdokumente samt fremder personenbezogener Daten, höchstprivate Fotos sowie urheberrechtlich geschützte oder illegale Inhalte – zumindest nicht unverschlüsselt.

Ist die Cloud sicherer als eine externe Festplatte?

Beides hat Stärken. Die Cloud schützt vor Feuer, Diebstahl und Hardwaredefekt, die Festplatte vor Online-Angriffen. Am sichersten ist die Kombination: Sensibles lokal und verschlüsselt, ein zusätzliches Backup in der Cloud.

Wie verschlüssele ich Daten vor dem Cloud-Upload?

Mit clientseitiger Verschlüsselung. Cryptomator legt einen Tresor an, der Inhalte mit AES-GCM und Dateinamen mit AES-SIV schützt und mit Dropbox, Google Drive oder OneDrive funktioniert. Für ganze Container eignet sich VeraCrypt.

Kann man Daten in der Cloud wirklich vollständig löschen?

Nicht sofort. Im OneDrive-Papierkorb bleiben Dateien 30 Tage (privat) beziehungsweise 93 Tage (Geschäfts- oder Schulkonto). Anbieter halten zudem oft mehrere Kopien in verschiedenen Rechenzentren vor – ein Blick in die AGB lohnt sich.

Sind Fotos in iCloud Ende-zu-Ende-verschlüsselt?

Erst mit dem optionalen erweiterten Datenschutz. Standardmäßig sind 15 Datenkategorien Ende-zu-Ende-geschützt, mit erweitertem Datenschutz 25 – dann auch Fotos, Notizen, iCloud Drive und das iCloud-Backup.

Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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