Vor einer Windows-Neuinstallation sicherst du alle selbst installierten Treiber mit einem einzigen Befehl. In einer Administrator-Eingabeaufforderung genügt pnputil /export-driver * D:\Treiberbackup oder alternativ dism /online /export-driver /destination:D:\Treiberbackup. Beide kopieren jedes Drittanbieter-Treiberpaket in den Zielordner (vorher anlegen). Nach dem frischen Windows spielst du alles rekursiv mit pnputil /add-driver D:\Treiberbackup\*.inf /subdirs /install zurück.
Das spart nach der Neuinstallation das mühsame Zusammensuchen von WLAN-, Chipsatz- und Druckertreibern — besonders dann, wenn ausgerechnet der Netzwerktreiber fehlt und du ohne Internet dastehst. Unten steht, wie du die Sicherung sauber anlegst, korrekt zurückspielst und die typischen Stolperfallen umgehst.
Wann du diese Sicherung brauchst — und was genau gesichert wird
Sinnvoll ist ein Treiberbackup immer dann, wenn du Windows platt machst und neu aufsetzt, den Datenträger tauschst oder einen Rechner klonst. pnputil (Plug-and-Play-Utility) und dism (Deployment Image Servicing and Management) sind beide fest in Windows 10 und 11 eingebaut — du brauchst also kein Zusatzprogramm.
Wichtig zu wissen: Beide Werkzeuge exportieren nur die von dir bzw. dem Hersteller nachinstallierten Treiber (die sogenannten Drittanbieter- oder OEM-Pakete). Die mit Windows mitgelieferten Standardtreiber bleiben außen vor — die bringt das frische Windows ohnehin selbst wieder mit. Genau deshalb ist der Backup-Ordner meist überschaubar und enthält vor allem Spezialtreiber für Grafikkarte, WLAN-Chip, Sound und Peripherie.
Voraussetzungen:
- Ein Konto mit Administratorrechten — ohne die verweigern beide Befehle den Dienst.
- Ein Zielordner auf einem anderen Laufwerk als der Systempartition, ideal ein USB-Stick oder eine externe SSD. Wird C: neu formatiert, ist ein Backup auf C: weg.
- Genug Platz: Rechne grob mit einigen hundert Megabyte bis wenigen Gigabyte, je nach Zahl der Geräte.
Treiber sichern mit pnputil (Schritt für Schritt)
- Stecke deinen USB-Stick oder die externe Platte an und merke dir den Laufwerksbuchstaben (im folgenden Beispiel
D:). - Lege dort einen leeren Ordner an, etwa
D:\Treiberbackup. Der Zielordner muss existieren, bevor der Befehl läuft. - Öffne das Terminal bzw. die Eingabeaufforderung als Administrator: Rechtsklick auf das Startmenü → „Terminal (Administrator)“ bzw. „Windows Terminal (Admin)“.
- Optional zur Kontrolle vorab anzeigen, welche Treiberpakete überhaupt vorliegen:
pnputil /enum-drivers - Alle Drittanbieter-Treiber exportieren:
pnputil /export-driver * D:\Treiberbackup - Warte, bis der Befehl durchläuft. Am Ende meldet er „Treiberpakete insgesamt“ und „Exportierte Treiberpakete“. Sind beide Zahlen gleich, ist alles gesichert.
Im Zielordner liegt jetzt pro Treiber ein Unterverzeichnis mit der jeweiligen .inf-Datei und den zugehörigen Dateien. Diesen Ordner solltest du zusätzlich auf ein zweites Medium kopieren — eine Sicherung, die nur auf dem Stick liegt, ist bei Verlust genauso weg wie die Neuinstallation.
Alternative: Treiber sichern mit DISM
DISM erledigt dasselbe und ist Microsofts offiziell dokumentiertes Wartungswerkzeug. Der Befehl für das laufende System:
- Zielordner anlegen, z. B.
D:\Treiberbackup(auch hier muss er vorher existieren). - In der Administrator-Eingabeaufforderung ausführen:
dism /online /export-driver /destination:D:\Treiberbackup
/online bedeutet: das gerade laufende Windows wird gesichert. DISM kann darüber hinaus auch aus einem eingebundenen Offline-Abbild exportieren — praktisch, wenn du Treiber aus einem gemounteten Image ziehen willst: dism /image:C:\mount\winimage /export-driver /destination:D:\Treiberbackup. Für den normalen „Ich setze meinen PC neu auf“-Fall reicht die /online-Variante völlig; du brauchst pnputil und DISM nicht beide.
Treiber nach der Neuinstallation zurückspielen
Nach dem frischen Windows importierst du das Backup in einem Rutsch. Der Rückweg läuft immer über pnputil — egal, ob du mit pnputil oder DISM gesichert hast, denn das Format ist identisch:
- Backup-Medium anstecken, Laufwerksbuchstaben prüfen (kann nach der Neuinstallation ein anderer sein).
- Terminal als Administrator öffnen.
- Alle Treiber rekursiv hinzufügen und installieren:
pnputil /add-driver D:\Treiberbackup\*.inf /subdirs /install
Der Schalter /subdirs sorgt dafür, dass pnputil auch die Unterordner durchsucht, /install installiert die Pakete direkt auf die passenden Geräte. Anschließend einmal neu starten und im Geräte-Manager prüfen, ob noch ein Gerät mit gelbem Ausrufezeichen übrig ist.
Wenn das nicht hilft: typische Stolperfallen
Läuft etwas schief, liegt es meist an einer dieser drei Ursachen:
- „Zugriff verweigert“ oder gar keine Ausgabe: Das Terminal läuft nicht als Administrator. Ohne erhöhte Rechte brechen beide Befehle ab. Fenster schließen und ausdrücklich als Administrator neu öffnen.
- Der wichtige Treiber fehlt trotzdem: Grafikkarten- und teils Chipsatztreiber liefern die Hersteller (NVIDIA, AMD, Intel) als eigenes Installationspaket aus. Solche Setups landen nicht immer als eigenständiges
.inf-Paket im Treiberspeicher — lade sie im Zweifel frisch beim Hersteller. Das Backup ist eine Absicherung, kein Ersatz für den aktuellen Grafiktreiber. - Nach dem Import bleibt ein Gerät unbekannt: Dann fehlte der Treiber schon vor der Sicherung (das Gerät lief mit einem Windows-Standardtreiber) oder das Paket passt nicht zur neuen Windows-Version. Ermittle die Hardware-ID über den Geräte-Manager („Details“ → „Hardware-IDs“) und suche gezielt nach dem passenden Treiber.
Wenn du an sensiblen Stellen wie Treiberspeicher oder Systemabbild arbeitest, gilt ohnehin: vorher ein vollständiges Systembackup oder Abbild anlegen. Ein Treiberexport ersetzt keine echte Datensicherung deiner Dateien.
Hintergrund: Warum nur Drittanbieter-Treiber?
Windows unterscheidet zwischen Inbox-Treibern, die fest zum Betriebssystem gehören, und Drittanbieter-Paketen, die nachträglich in den Treiberspeicher (den „Driver Store“) gelegt wurden. Ein Backup der Inbox-Treiber wäre sinnlos: Ein frisches Windows bringt genau diese Sammlung ohnehin wieder mit. Interessant ist nur das, was du ergänzt hast — und genau das exportieren pnputil und DISM.
Wer für die Fachinformatiker-Prüfung lernt, sollte sich merken: Der Driver Store ist der zentrale, vertrauenswürdige Ablageort für installierte Treiberpakete. pnputil ist die Kommandozeilen-Schnittstelle dazu — hinzufügen, exportieren, auflisten, löschen. DISM setzt eine Ebene höher an und wartet komplette Windows-Abbilder, weshalb es auch offline funktioniert. Beide greifen für den Treiberexport auf dieselbe Datenbasis zu, nur mit unterschiedlichem Schwerpunkt.
Häufige Fragen
Sichert pnputil wirklich alle Treiber?
pnputil und DISM exportieren nur die nachtraeglich installierten Drittanbieter-Treiber. Die mit Windows mitgelieferten Standardtreiber bleiben aussen vor, weil ein frisches Windows sie ohnehin wieder selbst mitbringt.
Wohin sollte ich das Treiberbackup speichern?
Auf ein anderes Laufwerk als die Systempartition, am besten einen USB-Stick oder eine externe SSD. Wird C: bei der Neuinstallation formatiert, ist ein Backup auf C: sonst verloren.
Wie spiele ich die Treiber nach der Neuinstallation zurueck?
In einer Administrator-Eingabeaufforderung mit pnputil /add-driver D:\Treiberbackup\*.inf /subdirs /install. Der Befehl durchsucht rekursiv alle Unterordner und installiert die Pakete direkt auf die passenden Geraete.
pnputil oder DISM – was ist besser?
Fuer das Sichern des laufenden Systems tun sich beide nichts. DISM ist Microsofts dokumentiertes Werkzeug und kann zusaetzlich Offline-Abbilder bedienen. Du brauchst nur eines von beiden; der Rueckweg laeuft immer ueber pnputil.
Warum fehlt nach dem Import mein Grafiktreiber?
Grafiktreiber von NVIDIA, AMD oder Intel kommen oft als eigenes Setup und landen nicht immer als eigenstaendiges .inf-Paket im Treiberspeicher. Lade den aktuellen Grafiktreiber im Zweifel frisch beim Hersteller herunter.



