VIDEO_TDR_FAILURE (nvlddmkm) unter Windows 11 beheben

Geöffnetes PC-Gehäuse mit NVIDIA-Grafikkarte, Hände setzen die Karte im PCIe-Steckplatz neu ein, im Hintergrund ein Monitor mit Bluescreen

Ein plötzlicher Bluescreen mit dem Stoppcode VIDEO_TDR_FAILURE und dem Dateinamen nvlddmkm.sys bedeutet fast immer dasselbe: Windows hat den NVIDIA-Grafiktreiber für zu langsam gehalten und ihn abgeschossen. Der schnellste zuverlässige Weg ist, den Treiber mit dem Display Driver Uninstaller (DDU) im abgesicherten Modus restlos zu entfernen und eine frische Version sauber zu installieren. Bleibt der Absturz, sind Überhitzung, eine wackelige Stromversorgung oder instabiles Overclocking die nächsten Verdächtigen.

Anzeige

Woran du erkennst, dass es wirklich dieser Fehler ist

Der Bluescreen zeigt unten den Text VIDEO_TDR_FAILURE und darunter die verursachende Datei nvlddmkm.sys – das ist der NVIDIA-Kernelmodus-Treiber. Genau diese Kombination grenzt das Problem auf die Grafikkarte ein. Typische Begleiterscheinungen:

  • Das Bild friert kurz ein oder wird schwarz, kehrt einmal zurück und stürzt dann ab – das ist der TDR-Wiederherstellungsversuch, der scheitert.
  • Die Abstürze häufen sich unter Last: beim Spielen, beim Videorendering oder wenn mehrere Monitore aktiv sind.
  • Der Fehler kam nach einem Treiber-Update, einem Windows-Update oder einem neuen Grafikkarten-Einbau.

Steht statt nvlddmkm.sys ein anderer Dateiname im Bluescreen (etwa atikmdag.sys bei AMD oder igdkmd64.sys bei Intel), betrifft dich diese Anleitung nur teilweise – das Vorgehen ist ähnlich, aber der herstellerspezifische Treiber ist ein anderer.

Anzeige

cshow

Lösung: NVIDIA-Treiber sauber neu installieren

Ein einfaches „Neu installieren“ über den Standard-Installer reicht bei diesem Fehler meist nicht, weil Reste des kaputten Treibers liegen bleiben. Deshalb erst restlos entfernen, dann frisch aufsetzen:

  1. Lade dir vorab den passenden aktuellen Treiber von nvidia.com (Reiter „Treiber“, Grafikkarte und Windows-Version auswählen) sowie den Display Driver Uninstaller (DDU) von der offiziellen Guru3D-Seite herunter und lege beides auf den Desktop.
  2. Starte in den abgesicherten Modus: Einstellungen → System → Wiederherstellung → Erweiterter Start → Jetzt neu starten, dann Problembehandlung → Erweiterte Optionen → Starteinstellungen → Neu starten und mit Taste 4 den abgesicherten Modus wählen.
  3. Starte DDU, wähle rechts als Gerätetyp GPU und Hersteller NVIDIA, dann „Bereinigen und neu starten“. DDU entfernt den Treiber komplett samt Registry-Resten und bootet Windows neu.
  4. Installiere jetzt den zuvor heruntergeladenen NVIDIA-Treiber. Wähle bei der Installation „Benutzerdefiniert“ und setze den Haken bei „Neuinstallation durchführen“.
  5. Rechner neu starten und den PC unter Last testen (Spiel, Benchmark, Video). Bleibt der Bluescreen weg, war ein beschädigter Treiber die Ursache.

Wichtiger Punkt aus der Praxis: Wenn die Abstürze direkt nach einem frischen NVIDIA-Update begonnen haben, ist nicht ein alter, sondern der neue Treiber das Problem. Installiere in dem Fall gezielt die vorherige stabile Treiberversion (im NVIDIA-Download-Bereich sind ältere Versionen unter „Beta- und ältere Treiber“ abrufbar).

Anzeige

Wenn der Bluescreen bleibt

Hilft der Treiber-Neuaufbau nicht, liegt die Ursache meist tiefer – arbeite diese Punkte der Reihe nach ab:

Überhitzung und Stromversorgung prüfen

Eine GPU, die unter Last zu heiß wird oder zu wenig Strom bekommt, löst genau dieses Timeout aus. Beobachte die Grafikkarten-Temperatur unter Last mit einem Monitoring-Tool wie GPU-Z – dauerhaft über 83–85 °C ist kritisch. Bei einem Desktop-PC: Gehäuse öffnen, Staub aus Kühlkörpern und Lüftern entfernen und sicherstellen, dass beide PCIe-Stromstecker fest sitzen. Setze die Grafikkarte im Zweifel einmal neu in den PCIe-Steckplatz ein.

Overclocking und Zusatzsoftware abschalten

Werkseitiges oder manuelles Overclocking von GPU oder RAM ist eine häufige TDR-Quelle. Deaktiviere OC-Tools wie MSI Afterburner oder ASUS GPU Tweak, setze Speicher-Übertaktung (XMP/EXPO) im BIOS testweise zurück und schalte Overlays (Discord, Steam, GeForce Experience) ab – die greifen tief in den Treiber ein.

Windows, BIOS und Systemdateien aktualisieren

Installiere alle ausstehenden Windows-Updates (Einstellungen → Windows Update) und – falls verfügbar – ein aktuelles Mainboard-BIOS vom Hersteller. Prüfe anschließend die Systemdateien in einer Eingabeaufforderung mit Administratorrechten: sfc /scannow, danach DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth. Instabiler Arbeitsspeicher kann ebenfalls TDR-Fehler auslösen – teste ihn mit mdsched.exe (Windows-Speicherdiagnose).

Letzte Option: TdrDelay erhöhen

Über einen Registry-Wert lässt sich das Timeout verlängern, damit der Treiber mehr Zeit zur Wiederherstellung bekommt. Das bekämpft das Symptom, nicht die Ursache – also erst nach den obigen Schritten anfassen. Vorher unbedingt einen Systemwiederherstellungspunkt anlegen, denn Registry-Eingriffe können Windows unbootbar machen.

Anzeige
  1. Win+R drücken, regedit eingeben.
  2. Zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\GraphicsDrivers navigieren.
  3. Rechtsklick → Neu → DWORD-Wert (32-Bit), Name TdrDelay, Wert dezimal 10.
  4. Windows neu starten.

Warum passiert das überhaupt?

TDR steht für Timeout Detection and Recovery – eine Schutzfunktion von Windows. Reagiert der Grafiktreiber nicht innerhalb der Standardzeit von rund zwei Sekunden, geht Windows davon aus, dass die GPU hängt, und versucht den Treiber im laufenden Betrieb zurückzusetzen. Klappt dieser Reset nicht, zieht Windows die Notbremse und zeigt den Bluescreen VIDEO_TDR_FAILURE. Die genannte Datei nvlddmkm.sys (kurz für „NVIDIA Longhorn Display Driver Model Kernel Mode“) ist dabei nur der Überbringer der Nachricht: Sie ist der Treiber, der gerade nicht rechtzeitig geantwortet hat. Ob die eigentliche Ursache Software (kaputter Treiber) oder Hardware (Hitze, Strom, instabiler Takt) ist, verrät der Code allein nicht – deshalb die gestaffelte Diagnose von oben.

Häufige Fragen

Was bedeutet VIDEO_TDR_FAILURE mit nvlddmkm.sys?

Windows hat den NVIDIA-Grafiktreiber (nvlddmkm.sys) für abgestürzt gehalten, weil er nicht innerhalb der Timeout-Zeit reagiert hat, und den Reset nicht wiederherstellen können. Meist steckt ein beschädigter Treiber, Überhitzung oder instabiles Overclocking dahinter.

Wie behebe ich VIDEO_TDR_FAILURE unter Windows 11 am schnellsten?

Entferne den NVIDIA-Treiber im abgesicherten Modus restlos mit dem Display Driver Uninstaller (DDU) und installiere anschließend eine frische Version von nvidia.com mit der Option Neuinstallation durchführen. Das löst die häufigste Ursache.

Muss ich für den Fehler die Grafikkarte tauschen?

In den meisten Fällen nicht. Zuerst Treiber sauber neu aufsetzen, dann Temperatur, Stromstecker und Overclocking prüfen. Erst wenn auch bei Standardtakt und guten Temperaturen weiter Abstürze auftreten, ist ein Hardwaredefekt der Karte wahrscheinlich.

Hilft es, TdrDelay in der Registry zu erhöhen?

Ein höherer TdrDelay-Wert gibt dem Treiber mehr Zeit zur Wiederherstellung und kann Bluescreens verhindern, bekämpft aber nur das Symptom. Nutze das erst nach Treiber-, Temperatur- und Overclocking-Prüfung und lege vorher einen Wiederherstellungspunkt an.

Warum kam der Fehler direkt nach einem Treiber-Update?

Dann ist meist der neue Treiber selbst instabil auf deinem System. Installiere gezielt die vorherige stabile NVIDIA-Version aus dem Bereich für ältere Treiber und deaktiviere danach die automatische Treiberaktualisierung von Windows.

Anzeige
Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

→ Mehr über mich

Anzeige



Anzeige