Kurz gesagt: BIOS und UEFI sind beide die Firmware, die deinen Rechner startet, bevor Windows oder Linux übernimmt. UEFI ist der moderne Nachfolger: Es bootet schneller, verwaltet Festplatten über 2 TB, bringt eine grafische Oberfläche mit und beherrscht Secure Boot. Der Legacy-Modus (CSM) ahmt das alte BIOS nach, damit ältere Systeme auf neuer Hardware laufen. Für Windows 11 brauchst du zwingend UEFI mit aktivem Secure Boot.
Was ist die Firmware überhaupt?
Firmware ist das erste Stück Software, das nach dem Einschalten läuft – noch bevor irgendein Betriebssystem geladen wird. Sie sitzt auf einem Chip direkt auf dem Mainboard (der Hauptplatine), prüft die Hardware und übergibt dann an den Bootloader von Windows oder Linux. Genau diese Aufgabe erledigten früher das BIOS und erledigt heute das UEFI.
BIOS steht für Basic Input/Output System und stammt aus den frühen 1980er-Jahren. UEFI bedeutet Unified Extensible Firmware Interface und ist der offene Standard, der das BIOS seit etwa 2012 in praktisch jedem neuen PC abgelöst hat. Umgangssprachlich nennen viele die UEFI-Oberfläche weiterhin „BIOS“ – technisch ist das aber zweierlei.
Prüfen: Läuft dein PC im UEFI- oder im Legacy-Modus?
Bevor du irgendetwas umstellst, schau nach, was gerade aktiv ist. Unter Windows geht das in unter einer Minute:
- Drücke Windows + R, tippe
msinfo32ein und bestätige mit Enter. - Im Fenster „Systeminformationen“ suchst du rechts die Zeile BIOS-Modus.
- Steht dort UEFI, läuft dein System im modernen Modus. Steht dort Vorgängerversion (englisch Legacy), bootest du klassisch.
Direkt darunter findest du oft auch den Sicherer-Start-Status (Secure Boot State): Ein heißt aktiv, Aus oder Nicht unterstützt heißt abgeschaltet oder im Legacy-Modus nicht verfügbar.
UEFI vs. BIOS: die Unterschiede im Überblick
Die meisten Unterschiede laufen darauf hinaus, dass das BIOS eine 16-Bit-Technik aus einer Zeit ist, in der Festplatten wenige Hundert Megabyte hatten. UEFI wurde für heutige Hardware entworfen.
| Merkmal | BIOS (Legacy) | UEFI |
|---|---|---|
| Architektur | 16-Bit, adressiert nur 1 MB | 32/64-Bit, nutzt den vollen Arbeitsspeicher |
| Partitionsschema | MBR – maximal 4 primäre Partitionen | GPT – bis zu 128 Partitionen |
| Maximale Datenträgergröße | rund 2 TB | praktisch unbegrenzt (mehrere ZB) |
| Bootzeit | langsamer | meist spürbar schneller |
| Bedienung | reine Textmenüs, nur Tastatur | grafische Oberfläche, Maus möglich |
| Sicherheit | kaum Schutz | Secure Boot gegen manipulierte Bootloader |
Der wichtigste praktische Punkt: Willst du von einer Festplatte booten, die größer als 2 TB ist, oder Windows 11 sauber installieren, führt kein Weg an UEFI mit GPT vorbei.
MBR und GPT – warum das Partitionsschema zusammenhängt
BIOS und UEFI legen fest, wie die Festplatte organisiert sein muss, damit sie startet. Das BIOS erwartet den MBR (Master Boot Record) – ein Verwaltungsbereich am Anfang der Platte, der maximal vier primäre Partitionen und Datenträger bis etwa 2 TB kennt. UEFI setzt auf GPT (GUID Partition Table), das deutlich mehr Partitionen und riesige Kapazitäten verwaltet und zusätzlich eine Kopie der Partitionstabelle vorhält – fällt eine aus, springt die zweite ein.
Das ist der Grund, warum ein Wechsel von Legacy auf UEFI selten nur ein Umschalten im Menü ist: Liegt deine Systemplatte im MBR-Format, muss sie erst zu GPT konvertiert werden.
Was ist der Legacy-Modus (CSM)?
Moderne Mainboards haben UEFI, können aber über das CSM (Compatibility Support Module) das alte BIOS-Verhalten nachahmen. Dieser Legacy-Modus ist dafür da, ältere Betriebssysteme oder Boot-Medien zu starten, die mit reinem UEFI nicht klarkommen – etwa ein altes Windows 7 auf einer MBR-Platte oder bestimmte Diagnose-Sticks.
Der Haken: Solange CSM/Legacy aktiv ist, funktioniert Secure Boot nicht, und Windows 11 lässt sich nicht regulär installieren. Viele Mainboard-Hersteller haben CSM auf neueren Modellen deshalb ganz gestrichen. Wenn du also ein frisches System aufsetzt, ist reines UEFI heute der Normalfall – Legacy nur noch die Ausnahme für alte Spezialfälle.
Secure Boot: Was es tut und wann du es brauchst
Secure Boot kam 2012 mit UEFI 2.3.1 und Windows 8 auf. Die Idee ist einfach: Die Firmware startet nur Bootloader, die mit einem hinterlegten, vertrauenswürdigen Schlüssel signiert sind. Versucht ein manipulierter Bootloader oder ein sogenanntes Bootkit (Schadsoftware, die sich vor das Betriebssystem lädt) zu starten, blockiert Secure Boot ihn. So entsteht eine durchgehende Vertrauenskette von der Hardware bis zum Windows-Start.
Für die meisten Anwender ist das eine sinnvolle Schutzfunktion, die einfach aktiv bleiben sollte. Relevant wird das Abschalten vor allem in zwei Fällen: Du willst eine Linux-Distribution installieren, die nicht signiert ist, oder ein bootfähiges Werkzeug starten, das Secure Boot ablehnt. In beiden Fällen lässt sich die Funktion im UEFI-Menü vorübergehend deaktivieren.
Warum Windows 11 zwingend UEFI verlangt
Windows 11 setzt drei Firmware-Bedingungen voraus, die zusammengehören: UEFI als Startmodus, Secure Boot (mindestens verfügbar und aktivierbar) und ein TPM 2.0 (Trusted Platform Module – ein Sicherheitschip für Schlüssel und Verschlüsselung). Läuft dein Rechner noch im Legacy-Modus, meldet die Windows-11-Prüfung eine nicht kompatible Firmware, obwohl die Hardware oft ausreichen würde.
Ob dein TPM bereit ist, prüfst du mit Windows + R und dem Befehl tpm.msc. Steht dort „Das TPM ist einsatzbereit“ und als Spezifikationsversion „2.0“, ist diese Hürde genommen. Fehlt UEFI oder Secure Boot, liegt es meist an den Firmware-Einstellungen – nicht am fehlenden Chip.
Von Legacy auf UEFI umstellen – der sichere Weg
Vorher unbedingt sichern: Ein Wechsel des Boot-Modus und eine Konvertierung des Partitionsschemas greifen tief ins System ein. Lege vorher ein vollständiges Backup deiner Daten an – und im Idealfall ein Systemabbild.
Wenn deine Systemplatte noch im MBR-Format liegt, brauchst du zwei Schritte:
- Prüfen, ob eine Konvertierung möglich ist. Windows 10 und 11 bringen das Bordwerkzeug
mbr2gptmit, das eine MBR-Platte ohne Datenverlust nach GPT umwandeln kann – vorausgesetzt, die Datenträgerprüfung meldet keine Fehler. - Im UEFI-Menü den Modus umstellen. Nach der Konvertierung deaktivierst du CSM/Legacy und stellst auf reines UEFI um. Danach lässt sich Secure Boot aktivieren.
Ins Firmware-Menü kommst du unter Windows über Einstellungen → Update und Sicherheit → Wiederherstellung → Jetzt neu starten und dann Problembehandlung → Erweiterte Optionen → UEFI-Firmwareeinstellungen. Alternativ drückst du beim Start die Setup-Taste deines Mainboards (oft Entf, F2 oder F10). Die genaue Bezeichnung der Menüpunkte unterscheidet sich je nach Hersteller – such nach „Boot Mode“, „CSM“ oder „Secure Boot“.
Ein Klassiker in der Fachinformatiker-Prüfung ist übrigens genau diese Kette: BIOS/MBR gehören zusammen, UEFI/GPT gehören zusammen, und Secure Boot setzt UEFI voraus. Wer sich das merkt, ordnet die meisten Fragen dazu richtig ein.
Häufige Fragen
Ist UEFI besser als BIOS?
Für aktuelle Hardware ja: UEFI bootet schneller, verwaltet Festplatten über 2 TB per GPT, bietet Secure Boot und ist Voraussetzung für Windows 11. Das klassische BIOS ist nur bei sehr alten Systemen oder speziellen Boot-Medien noch sinnvoll.
Habe ich BIOS oder UEFI?
Drücke Windows + R, tippe msinfo32 ein und bestätige. In den Systeminformationen zeigt die Zeile BIOS-Modus entweder UEFI oder Vorgängerversion (Legacy). Darunter steht oft auch der Secure-Boot-Status.
Was ist der Legacy-Modus?
Der Legacy-Modus (CSM, Compatibility Support Module) lässt ein UEFI-Mainboard das alte BIOS nachahmen, damit ältere Betriebssysteme oder MBR-Boot-Medien starten. Solange er aktiv ist, funktioniert Secure Boot nicht.
Muss ich für Windows 11 von BIOS auf UEFI umstellen?
Ja. Windows 11 verlangt UEFI, aktivierbares Secure Boot und ein TPM 2.0. Läuft der PC im Legacy-Modus mit MBR-Platte, musst du die Platte per mbr2gpt konvertieren und im Firmware-Menü auf UEFI umstellen. Vorher unbedingt ein Backup anlegen.
Kann ich BIOS in UEFI umwandeln ohne Datenverlust?
Den Boot-Modus stellst du im Firmware-Menü um. Liegt die Systemplatte im MBR-Format, wandelt das Windows-Bordwerkzeug mbr2gpt sie ohne Datenverlust nach GPT um, sofern die Prüfung keine Fehler meldet. Ein vollständiges Backup ist trotzdem Pflicht.



