KERNEL_MODE_HEAP_CORRUPTION (Stopcode 0x0000013A) meldet Windows, wenn ein Treiber in einen ungültigen Bereich des Kernel-Heaps schreibt – also des Arbeitsspeichers, den der Betriebssystem-Kern und seine Treiber gemeinsam nutzen. In den meisten Fällen steckt ein fehlerhafter oder veralteter Treiber dahinter, häufig der Grafiktreiber. Grenz ihn der Reihe nach ein: zuletzt geänderte Treiber und Updates zurücknehmen, Grafiktreiber sauber neu installieren, dann mit dem Driver Verifier den Schuldigen stellen.
Woran du erkennst, dass es wirklich 0x13A ist
Der Bluescreen zeigt unten den Klartext KERNEL_MODE_HEAP_CORRUPTION und darunter oder im QR-Bereich den Stopcode 0x0000013A. Wichtig ist die Abgrenzung: Meldet Windows stattdessen DPC_WATCHDOG_VIOLATION, IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL oder MEMORY_MANAGEMENT, ist das ein anderes Problem und diese Anleitung passt nicht.
Typisch für 0x13A: Der Absturz kommt nicht zufallsähnlich, sondern reproduzierbar bei einer bestimmten Aktion – Spiel starten, externe Grafik ansprechen, USB-Gerät anstecken – oder kurz nach einem Treiber- bzw. Windows-Update. Die zugehörige Absturzdatei (Minidump) liegt unter C:\Windows\Minidump\. Sie ist der beste Hinweisgeber, welcher Treiber beteiligt war.
Lösung Schritt für Schritt
Arbeite die Schritte in dieser Reihenfolge ab – die ersten drei lösen den Fehler in den meisten Fällen, bevor du zum Driver Verifier greifst. Lege vorher über Systemsteuerung → System und Sicherheit → System → Systemschutz einen Wiederherstellungspunkt an, falls ein Schritt schiefgeht.
- Letzte Änderung zurücknehmen. Trat der Bluescreen direkt nach einem Update oder einer neuen Treiber-Installation auf, ist das dein Hauptverdächtiger. Windows-Updates entfernst du unter Einstellungen → Windows Update → Updateverlauf → Updates deinstallieren. Einen einzelnen Treiber setzt du im Geräte-Manager (
devmgmt.msc) per Rechtsklick auf das Gerät → Eigenschaften → Treiber → Vorheriger Treiber zurück. - Grafiktreiber sauber neu installieren. Deinstalliere im Geräte-Manager unter Grafikkarten den Eintrag deiner GPU und lade danach den aktuellen Treiber direkt beim Hersteller (NVIDIA, AMD oder Intel) herunter. Ein einfaches Überinstallieren reicht bei Heap-Korruption oft nicht – die frische Installation ersetzt auch beschädigte Treiberdateien.
- Systemdateien prüfen. Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator und führe nacheinander aus:
sfc /scannowrepariert beschädigte Windows-Systemdateien,DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealthflickt das darunterliegende Systemabbild. Der SFC-Lauf dauert 15–20 Minuten; danach neu starten. - Arbeitsspeicher und Datenträger testen. Defekter RAM erzeugt dasselbe Fehlerbild. Starte die Windows-Speicherdiagnose mit
mdsched.exeund lass den PC neu starten. Prüfe anschließend die Systemplatte mitchkdsk C: /R– der Lauf mit/Rkann ein bis zwei Stunden dauern und verlangt einen Neustart. Sichere wichtige Daten vorher, falls die Platte bereits Fehler hat. - Den Treiber mit dem Driver Verifier stellen. Der Driver Verifier ist ein eingebautes Windows-Werkzeug, das Treiber unter Stress setzt und den fehlerhaften gezielt zum Absturz bringt – samt Namen in der Minidump. Achtung: Er provoziert bewusst weitere Bluescreens und kann in eine Startschleife führen. Merke dir vorher den Ausschalt-Befehl. Start:
verifierausführen → Standardeinstellungen erstellen → Nicht signierte Treiber automatisch auswählen → neu starten. Kommt jetzt ein Bluescreen, nennt die neue Minidump unterC:\Windows\Minidump\meist den verantwortlichen Treiber. Danach zwingend abschalten:verifier /resetin einer Administrator-Eingabeaufforderung ausführen und neu starten. Startet Windows durch die Schleife nicht mehr normal, boote in den abgesicherten Modus (beim Start zweimal hart ausschalten erzwingt die Reparaturumgebung) und gib dortverifier /resetein.
Wenn das nicht hilft
Bleibt der 0x13A trotz sauberer Treiber und Systemdateien, kommen diese Ursachen infrage:
- Veraltetes BIOS/UEFI. Firmware-Fehler bei der Speicherverwaltung lösen die Heap-Korruption auf Treiberebene aus. Prüfe auf der Support-Seite deines Mainboard- oder Notebook-Herstellers, ob ein neueres BIOS vorliegt, und spiele es nach Hersteller-Anleitung ein.
- Übertaktung oder aggressives RAM-Profil. Ein instabiles XMP-/EXPO-Profil oder CPU-Overclock liefert dem Kernel fehlerhafte Daten. Setze im BIOS die Speicher- und CPU-Einstellungen auf Standard zurück und teste, ob der Fehler verschwindet.
- Tief eingreifende Zusatzsoftware. Fremd-Antivirenprogramme, VPN-Clients oder Tuning-Tools installieren eigene Kernel-Treiber. Deinstalliere solche Programme testweise – nicht nur beenden, sondern wirklich entfernen – und prüfe, ob die Abstürze aufhören.
Warum passiert KERNEL_MODE_HEAP_CORRUPTION überhaupt?
Der Kernel-Heap ist ein Speicherbereich, aus dem sich der Windows-Kern und alle Treiber laufend Blöcke für ihre Daten reservieren. Windows verwaltet diese Blöcke mit unsichtbaren Verwaltungsinformationen an den Rändern. Schreibt ein Treiber über seinen zugeteilten Block hinaus – ein klassischer Programmierfehler – überschreibt er diese Verwaltungsdaten. Das ist die „Korruption“.
Der Knackpunkt für die Fehlersuche: Windows bemerkt den Schaden oft erst später, wenn es den Heap das nächste Mal aufräumt. Der Treiber, der im Absturz-Dump ganz oben steht, ist deshalb nicht immer der Schuldige – er ist nur derjenige, der über die bereits kaputte Stelle gestolpert ist. Genau darum ist der Driver Verifier so wertvoll: Er lässt den fehlerhaften Treiber sofort beim Übergriff auffliegen, statt erst beim nächsten Aufräumen. Wer für die Fachinformatiker-Prüfung lernt, hat hier ein sauberes Beispiel dafür, warum ein Stack-Trace nicht gleich der Verursacher ist.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Stopcode 0x0000013A?
0x0000013A steht für KERNEL_MODE_HEAP_CORRUPTION: Ein Treiber hat in den Kernel-Heap, den gemeinsamen Speicher von Windows-Kern und Treibern, ungültig geschrieben und dessen Verwaltungsdaten beschädigt.
Ist KERNEL_MODE_HEAP_CORRUPTION ein Hardware- oder Softwarefehler?
Meist ein Softwarefehler durch einen defekten oder veralteten Treiber, oft den Grafiktreiber. Seltener steckt defekter Arbeitsspeicher, ein instabiles RAM-Profil oder ein veraltetes BIOS dahinter.
Wie finde ich heraus, welcher Treiber den Bluescreen auslöst?
Mit dem Driver Verifier: verifier ausführen, Standardeinstellungen und „Nicht signierte Treiber automatisch auswählen“, neu starten. Der nächste Bluescreen nennt den Treiber in der Minidump unter C:\Windows\Minidump.
Wie schalte ich den Driver Verifier wieder aus?
Gib in einer Administrator-Eingabeaufforderung verifier /reset ein und starte neu. Bootet Windows durch die Startschleife nicht mehr, führe den Befehl im abgesicherten Modus aus.
Kann ein Windows-Update den Fehler 0x13A verursachen?
Ja. Trat der Bluescreen direkt nach einem Update auf, deinstalliere es unter Einstellungen → Windows Update → Updateverlauf → Updates deinstallieren und prüfe, ob die Abstürze aufhören.



