Ob der Klickweg reicht oder die Eingabeaufforderung nötig wird, entscheidet die aktive Verbindung: Bist du gerade mit dem Netz verbunden, steht das WLAN-Passwort in Windows 11 unter Einstellungen → Netzwerk und Internet → WLAN → Eigenschaften, seit Version 24H2 zusammen mit einem QR-Code zum Abscannen. Für ein Netz ohne aktive Verbindung liefert nur netsh wlan show profile name="Netzname" key=clear in einer Eingabeaufforderung mit Administratorrechten den Klartext – in der Zeile „Schlüsselinhalt“.
Welcher Weg passt zu deiner Situation?
Die drei Methoden unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern darin, was sie überhaupt erreichen. Ordne dein Vorhaben zuerst ein:
| Deine Situation | Passender Weg | Adminrechte nötig? |
|---|---|---|
| Du bist mit dem WLAN verbunden und willst einen Gast ins Netz lassen | Einstellungen → WLAN-Eigenschaften (ab 24H2 mit QR-Code) | nein |
| Verbunden, aber der Punkt fehlt in den Einstellungen | Systemsteuerung → Drahtloseigenschaften → Sicherheit | nein |
| Du brauchst das Kennwort eines Netzes, mit dem du gerade nicht verbunden bist | netsh wlan show profile … key=clear | ja |
| Umzug auf einen neuen PC, alle Netze sollen mit | netsh wlan export profile key=clear | ja |
Eine Einschränkung vorweg: Das alles gilt für deinen eigenen Rechner und dein eigenes Netz. Auf Firmen- und Schulgeräten sperrt die IT die Adminrechte absichtlich – dort führt der Weg über eine Anfrage bei der zuständigen Stelle, nicht über Tricks.
Aktuelles WLAN: Passwort und QR-Code in den Einstellungen anzeigen
Für das verbundene Netz brauchst du keinen einzigen Befehl:
- Drücke [Windows] + [i] für die Einstellungen.
- Wähle links Netzwerk und Internet, dann rechts WLAN.
- Klicke auf Eigenschaften von <dein Netzwerkname> – der Eintrag trägt den Namen deines Funknetzes.
- Scrolle nach unten zu WLAN-Sicherheitscode anzeigen (in aktuellen Builds heißt der Eintrag sinngemäß „WLAN-Netzwerkkennwort“) und klicke daneben auf Ansicht bzw. Anzeigen.
Windows blendet das Kennwort im Klartext ein. Seit Windows 11 Version 24H2 erscheint darunter zusätzlich ein QR-Code: Der Gast öffnet die Kamera-App seines Handys, hält sie auf den Bildschirm und ist verbunden, ohne dass jemand ein 20-stelliges Kennwort abtippt. Der Code enthält SSID, Verschlüsselungsart und Schlüssel im selben Format, das auch Router und Smartphones verwenden. Fehlt der QR-Code, läuft auf dem Gerät noch ein älterer Stand als 24H2 – das Passwort selbst zeigt Windows trotzdem an. Welche Version installiert ist, verrät [Windows] + [R] und der Befehl winver: Im Dialogfenster steht die Versionsnummer direkt unter der Ausgabe-Bezeichnung.
Führt der Weg über die Einstellungen ins Leere, hilft die klassische Oberfläche: [Windows] + [R], control eintippen, Netzwerk- und Freigabecenter öffnen, auf den WLAN-Namen neben „Verbindungen“ klicken, dann Drahtloseigenschaften → Sicherheit und den Haken bei Zeichen anzeigen setzen. Auch dieser Weg kommt ohne Adminrechte aus, zeigt aber ebenfalls nur das aktuell verbundene Netz.
Alte Netze: WLAN-Passwort in Windows 11 per netsh auslesen
Jedes Funknetz, mit dem sich der Rechner einmal verbunden hat, legt Windows als Profil ab – inklusive Schlüssel. An diese Profile kommst du über die Eingabeaufforderung heran, auch Wochen nach dem Urlaub:
- Tippe ins Suchfeld cmd, wähle rechts Als Administrator ausführen und bestätige die Rückfrage der Benutzerkontensteuerung.
- Liste zuerst alle gespeicherten Netze auf:
netsh wlan show profiles - Frage dann gezielt das gewünschte Profil ab:
netsh wlan show profile name="Netzname" key=clear– Netzname durch den echten Namen ersetzen, die Anführungszeichen bleiben stehen. - Scrolle in der Ausgabe zum Abschnitt Sicherheitseinstellungen. Hinter Schlüsselinhalt steht das Kennwort im Klartext.
Die Befehle funktionieren identisch in PowerShell und im Windows Terminal – wichtig ist nur, dass die Konsole mit Administratorrechten läuft. Die vollständige Parameterliste von netsh wlan dokumentiert Microsoft in den Windows-Commands-Referenzen.
Alle Profile auf einmal sichern – praktisch vor der Neuinstallation
Wer den Rechner neu aufsetzt oder auf ein neues Notebook wechselt, muss die Netze nicht einzeln abschreiben. Ein Befehl exportiert alle Profile als XML-Dateien:
- Lege einen Zielordner an, zum Beispiel
C:\WLAN-Backup. - Führe in der Administrator-Konsole aus:
netsh wlan export profile key=clear folder="C:\WLAN-Backup" - Öffne eine der erzeugten XML-Dateien mit dem Editor. Das Kennwort steht im Element
<keyMaterial>. - Auf dem neuen Gerät spielst du ein Profil mit
netsh wlan add profile filename="C:\WLAN-Backup\Beispiel.xml"wieder ein.
Behandle diese Dateien wie eine Passwortliste, denn genau das sind sie: unverschlüsselter Text, den jeder Editor lesen kann. Nach dem Umzug gehören sie gelöscht – und definitiv nicht in einen Cloud-Ordner, der nebenbei mit dem Handy synchronisiert.
Wenn das Passwort nicht auftaucht
- „Es ist kein solches WLAN-Profil vorhanden“: Der Name stimmt nicht exakt. Kopiere ihn aus der Ausgabe von
netsh wlan show profiles– Groß- und Kleinschreibung, Leerzeichen und Umlaute müssen passen. - Der Schlüsselinhalt fehlt komplett: Entweder wurde
key=clearvergessen oder die Konsole läuft ohne Adminrechte. Beides zusammen ist Pflicht, sonst blendet Windows die Zeile aus. - Firmen- oder Uni-Netz zeigt nichts an: Netze mit WPA2/WPA3-Enterprise und 802.1X – etwa eduroam – haben gar kein gemeinsames Passwort. Die Anmeldung läuft über Benutzerkonto oder Zertifikat gegen einen RADIUS-Server, ein Schlüsselinhalt existiert dort schlicht nicht.
- Ein bekanntes Netz fehlt in der Liste: Wurde die Verbindung einmal „vergessen“, ist das Profil weg. Außerdem trennt Windows Benutzer- und Gruppenrichtlinienprofile – was ein anderes Konto auf demselben PC gespeichert hat, siehst du in deiner Liste nicht.
- Kein Adminkonto verfügbar: Dann bleibt das WLAN-Passwort in Windows 11 verborgen. Der Router ist der zweite Weg: Auf vielen Modellen steht der Werksschlüssel auf einem Aufkleber an der Unterseite, im Router-Menü lässt er sich ohnehin auslesen oder neu setzen.
Hintergrund: Wo Windows die WLAN-Passwörter speichert
Warum kennt der PC den Schlüssel überhaupt noch, obwohl du ihn seit Jahren nicht eingetippt hast? Für jedes Funknetz legt der Dienst WLAN AutoConfig eine XML-Datei unter C:\ProgramData\Microsoft\Wlansvc\Profiles\Interfaces\ ab, sortiert nach Netzwerkadapter. Darin stehen SSID, Verschlüsselungsart und der Schlüssel – Letzterer nicht im Klartext, sondern per DPAPI (Data Protection API) verschlüsselt und an das Gerät gebunden.
key=clear entschlüsselt diesen Wert nur für die Anzeige. Dass dafür Administratorrechte fällig werden, ist kein Schikane-Feature: Ohne diese Hürde könnte jedes Standardkonto auf einem gemeinsam genutzten Rechner sämtliche jemals verwendeten Netzwerkschlüssel abgreifen. Wer für die Fachinformatiker-Prüfung lernt, hat hier ein sauberes Beispiel dafür, wie Vertraulichkeit (die Daten liegen verschlüsselt) und Autorisierung (nur bestimmte Konten dürfen entschlüsseln) ineinandergreifen – zwei Schutzziele, ein Mechanismus.
Häufige Fragen
Wie zeige ich in Windows 11 das Passwort eines Netzwerks an, mit dem ich nicht verbunden bin?
Nur über die Eingabeaufforderung mit Adminrechten: netsh wlan show profiles listet alle gespeicherten Netze, netsh wlan show profile name=“Netzname“ key=clear zeigt den Schlüssel in der Zeile „Schlüsselinhalt“.
Brauche ich Administratorrechte, um das WLAN-Passwort zu sehen?
Fürs aktuell verbundene Netz nicht – Einstellungen oder Systemsteuerung genügen. Für gespeicherte Profile über netsh mit key=clear sind Adminrechte zwingend, sonst bleibt die Passwortzeile leer.
Warum steht bei „Schlüsselinhalt“ nichts?
Meist fehlt key=clear oder die Konsole läuft ohne Adminrechte. Bei Firmen- und Uni-Netzen mit 802.1X (etwa eduroam) gibt es gar kein gemeinsames Passwort, deshalb bleibt die Zeile dort immer leer.
Ab welcher Windows-11-Version gibt es den WLAN-QR-Code?
Ab Version 24H2. In den WLAN-Eigenschaften erscheint neben dem Kennwort ein QR-Code, den Gäste mit der Kamera-App scannen können, um sich ohne Tippen zu verbinden.
Wie sichere ich alle WLAN-Passwörter vor einer Neuinstallation?
Mit netsh wlan export profile key=clear folder=“C:\WLAN-Backup“ in einer Admin-Konsole. Windows legt pro Netz eine XML-Datei an; der Schlüssel steht dort im Klartext, also nach dem Umzug löschen.




