DNS-Cache leeren unter Windows: ipconfig /flushdns erklärt

Eingabeaufforderung auf einem Windows-PC, an dem der DNS-Cache geleert wird

Der schnellste Weg, den DNS-Cache leeren zu lassen: Eingabeaufforderung als Administrator öffnen, ipconfig /flushdns eintippen, Enter drücken. Erscheint „Der DNS-Auflösungscache wurde geleert“, ist der lokale Zwischenspeicher von Windows 11 bzw. Windows 10 weg und der PC fragt jede Adresse frisch beim DNS-Server ab. Das repariert Seiten, die trotz funktionierendem Internet nicht laden oder noch auf einen alten Server zeigen. Ein Neustart ist nicht nötig.

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Woran du erkennst, dass der DNS-Cache schuld ist

DNS (das „Domain Name System“ übersetzt Webadressen wie beispiel.de in die zugehörige IP-Adresse) speichert Windows lokal zwischen. Ist dieser Zwischenspeicher veraltet, entstehen typische Muster:

  • Eine bestimmte Seite lädt nicht, andere Seiten dagegen problemlos.
  • Das Handy im selben WLAN erreicht die Seite, der PC nicht.
  • Die Seite ist gerade umgezogen (neuer Hoster, neue IP) und öffnet nur eine Fehlerseite.
  • Der Browser meldet „DNS-Server antwortet nicht“ oder DNS_PROBE_FINISHED_NXDOMAIN, obwohl die Verbindung steht.
  • Eine frisch registrierte Domain oder ein neuer Subdomain-Eintrag ist auf dem PC noch nicht erreichbar, im Mobilfunknetz aber schon.

Zur Abgrenzung: Lädt gar keine Seite und auch keine App hat Netz, liegt es eher am Router oder an der Verbindung selbst – dann bringt das Leeren des Caches nichts. Der Cache ist der Verdächtige, wenn das Internet grundsätzlich funktioniert, aber einzelne Ziele hängen.

Ein Gegentest dauert zehn Sekunden und trennt die beiden Fälle sauber: ping beispiel.de nutzt den lokalen Zwischenspeicher, nslookup beispiel.de 1.1.1.1 fragt den öffentlichen Resolver von Cloudflare direkt. Liefert nslookup eine IP-Adresse, ping aber eine andere oder gar keine, hast du den Beweis: Der lokale Cache hängt hinterher.

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DNS-Cache leeren – Schritt für Schritt

  1. Öffne das Startmenü, tippe cmd und wähle bei „Eingabeaufforderung“ rechts Als Administrator ausführen. Unter Windows 11 geht auch Rechtsklick auf das Windows-Symbol und Terminal (Administrator).
  2. Tippe den Befehl ipconfig /flushdns ein und bestätige mit Enter.
  3. Nach ein, zwei Sekunden erscheint die Bestätigung „Der DNS-Auflösungscache wurde geleert.“ Bleibt sie aus, hast du dich vertippt – der Schrägstrich vor flushdns gehört dazu.
  4. Schließe den Browser vollständig, öffne ihn neu und rufe die Seite erneut auf.

Microsoft beschreibt den Parameter in der offiziellen ipconfig-Referenz so: Er „leert und setzt den Inhalt des DNS-Client-Resolver-Cache zurück“ und verwirft dabei ausdrücklich auch negative Einträge – also gespeicherte Fehlschläge. Genau die sind der Grund, warum eine gerade erst online gegangene Seite manchmal noch minutenlang als „nicht gefunden“ gilt.

Variante mit PowerShell: Clear-DnsClientCache

Wer lieber in PowerShell oder im Windows Terminal arbeitet, braucht kein ipconfig. Das Cmdlet Clear-DnsClientCache macht laut Microsoft-Dokumentation zum DnsClient-Modul exakt dasselbe – es ist „equivalent to running ipconfig /flushdns“. Praktisch wird es bei mehreren Rechnern: Mit dem Parameter -CimSession lässt sich der Cache auch auf einem anderen Windows-PC im Netz leeren, ohne sich dort anzumelden.

Zum Nachsehen gibt es das Gegenstück Get-DnsClientCache. Es liefert dieselben Daten wie ipconfig /displaydns, nur als filterbare Objekte – etwa Get-DnsClientCache | Where-Object Entry -like "*beispiel.de*", wenn nur ein Eintrag interessiert.

Cache lesen statt raten: ipconfig /displaydns

Bevor du löschst, lohnt ein Blick hinein. ipconfig /displaydns listet alle zwischengespeicherten Einträge samt Datensatztyp und Restlaufzeit auf. Zwei Dinge sind dabei wichtig:

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  • Die hosts-Datei taucht mit auf. Microsoft weist in der ipconfig-Referenz darauf hin, dass der Resolver-Cache auch die Einträge enthält, die aus der lokalen Hosts-Datei vorgeladen werden. Steht dort ein alter Eintrag, ist er nach dem Flush sofort wieder da – hier hilft nur, C:\Windows\System32\drivers\etc\hosts in einem als Administrator gestarteten Editor zu prüfen.
  • „Time To Live“ ist die Restlaufzeit. Der angezeigte Wert zählt in Sekunden herunter. Steht bei einer Störseite noch eine vierstellige Zahl, würde Windows ohne Flush entsprechend lange bei der alten Antwort bleiben.

Wenn das Leeren nicht hilft

Bleibt die Seite stur, hakt es an einer anderen Stelle. Diese Ursachen sind die häufigsten – der Reihe nach abarbeiten:

  • Der Browser hat seinen eigenen DNS-Cache. Chrome und Edge speichern Adressen unabhängig von Windows. In Chrome rufst du chrome://net-internals/#dns auf und klickst auf Clear host cache; unter chrome://net-internals/#sockets zusätzlich auf Flush socket pools. Edge nutzt dieselben Adressen. Firefox leert seinen Cache über about:networking#dns.
  • Die IP-Konfiguration klemmt. Hol dir in derselben Administrator-Eingabeaufforderung eine frische Adresse vom Router: erst ipconfig /release, dann ipconfig /renew. Beide Parameter schicken laut Microsoft-Referenz DHCP-Nachrichten an den Router, geben die aktuelle Konfiguration also wirklich zurück und holen sie neu. Danach noch einmal ipconfig /flushdns.
  • Der DNS-Server selbst antwortet schlecht. Trag testweise einen öffentlichen Resolver ein. Cloudflare nennt in seiner Setup-Dokumentation die Adressen 1.1.1.1 und 1.0.0.1 (die Variante 1.1.1.2 filtert zusätzlich bekannte Malware-Domains), Google Public DNS arbeitet laut eigener Doku mit 8.8.8.8 und 8.8.4.4. Beide Anbieter empfehlen, immer zwei verschiedene Adressen einzutragen und die bisherigen Werte vorher zu notieren.
  • Ein VPN oder Proxy schiebt sich dazwischen. Aktive VPN-Clients setzen eigene DNS-Server auf dem virtuellen Adapter. Trenne die Verbindung testweise und leere den Cache danach erneut – sonst fragst du weiter den Firmen- oder Anbieter-Resolver.
  • Der Router cacht ebenfalls. FritzBox, Speedport und Co. betreiben einen eigenen DNS-Proxy für das ganze Heimnetz. Ein Neustart des Routers räumt dort auf – daran erkennst du es: Nach dem PC-Flush geht es weiterhin nicht, aber auch andere Geräte im selben Netz haben das Problem.
  • Verschlüsseltes DNS ist aktiv. Nutzt du DNS over HTTPS (DoH), läuft die Auflösung über einen HTTPS-Tunnel zu einem festgelegten Anbieter statt über den unverschlüsselten Port 53. Microsoft beschreibt das Verfahren nach RFC 8484 in der Doku zur DNS-Verschlüsselung. Der Flush wirkt weiterhin, aber die Antwort kommt vom DoH-Anbieter – ein falsch konfigurierter Eintrag unter Einstellungen > Netzwerk und Internet > Adapter > DNS-Serverzuweisung blockiert dann trotz geleertem Cache.

Ein Hinweis zum oft empfohlenen Neustart des Dienstes DNS-Client in services.msc: Unter aktuellen Windows-Versionen sind Start- und Stopp-Schaltflächen für diesen Dienst (intern Dnscache) in der Regel ausgegraut, weil er innerhalb eines geschützten svchost-Prozesses läuft. Der Befehl ipconfig /flushdns ist der unterstützte Weg – Registry-Basteleien am Dienststart bringen hier nichts und können die Namensauflösung ganz lahmlegen.

Fehlermeldungen richtig einordnen

MeldungWas dahinterstecktNächster Schritt
„Der DNS-Auflösungscache wurde geleert.“Der Flush war erfolgreich.Browser neu starten, Seite testen.
„Der DNS-Auflösungscache konnte nicht geleert werden: Funktion nicht ausgeführt“Fehlende Rechte oder der DNS-Client-Dienst läuft nicht.Eingabeaufforderung als Administrator öffnen und erneut versuchen.
DNS_PROBE_FINISHED_NXDOMAINDer Name existiert aus Sicht des Resolvers nicht – oft ein gespeicherter Fehlschlag oder ein Tippfehler in der Adresse.Flush, dann Adresse mit nslookup gegenprüfen.
„Der DNS-Server antwortet nicht“Der eingetragene Resolver ist nicht erreichbar.Anderen DNS-Server eintragen, Router prüfen.
Seite lädt in einem Browser, im anderen nichtBrowser-eigener Cache oder Secure-DNS-Einstellung.Browser-Cache leeren, DoH-Einstellung im Browser prüfen.

Hintergrund: Was der DNS-Cache eigentlich macht

Jede Webadresse muss vor dem ersten Kontakt in eine IP-Adresse übersetzt werden – das übernehmen DNS-Server. Damit dein PC nicht bei jedem Klick neu nachfragt, merkt sich der Windows-Dienst DNS-Client die Antworten in einem lokalen Cache. Das spart Zeit und Datenverkehr, und es entlastet den Resolver deines Providers.

Jeder Eintrag hat eine Gültigkeitsdauer (TTL, „Time to Live“), die der zuständige Nameserver vorgibt. Zieht eine Seite auf einen neuen Server um, bevor diese Zeit abgelaufen ist, schickt dich Windows weiter zur alten, nicht mehr existierenden Adresse – die Seite lädt nicht. Genauso werden Fehlschläge zwischengespeichert: Fragst du eine Domain ab, kurz bevor ihr DNS-Eintrag online geht, merkt sich der Rechner das „gibt es nicht“ für eine Weile mit. Beides räumt ipconfig /flushdns in einem Rutsch weg.

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Wichtig zu wissen, wenn du eine eigene Domain umziehst: Der lokale Flush wirkt nur auf deinem Rechner. Die Resolver deines Providers und die Caches aller anderen Beteiligten halten ihre Kopie bis zum Ablauf der TTL. Wer einen Umzug plant, senkt die TTL des betroffenen Eintrags deshalb ein bis zwei Tage vorher beim DNS-Anbieter auf einen niedrigen Wert und stellt sie danach wieder hoch.

Bleibt die praktische Regel: Der Befehl ist schnell, gefahrlos und ohne Nebenwirkungen – er löscht keine Einstellungen, keine Kennwörter und keine gespeicherten Netzwerke, sondern nur temporäre Zuordnungen, die Windows beim nächsten Seitenaufruf selbst wieder aufbaut. Deshalb ist er ein guter erster Reflex, wenn einzelne Seiten trotz stabiler Verbindung streiken. Hilft er nicht, weißt du nach zwei Minuten immerhin: Der lokale Cache war es nicht.

Quellen

Häufige Fragen

Was macht der Befehl ipconfig /flushdns genau?

Er löscht den lokalen DNS-Zwischenspeicher von Windows. Danach fragt der PC die IP-Adresse jeder Webseite frisch beim DNS-Server ab, statt eine womöglich veraltete Zuordnung aus dem Cache zu verwenden.

Brauche ich Administratorrechte zum Leeren des DNS-Caches?

Am zuverlässigsten funktioniert es in einer als Administrator geöffneten Eingabeaufforderung. Öffne dazu das Startmenü, tippe cmd und wähle „Als Administrator ausführen“, bevor du ipconfig /flushdns eingibst.

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Warum lädt eine Seite nach dem Flush immer noch nicht?

Häufig hält der Browser einen eigenen DNS-Cache (in Chrome über chrome://net-internals/#dns leerbar) oder der DNS-Server selbst antwortet schlecht. Dann helfen ipconfig /release und /renew oder ein anderer DNS-Server wie 1.1.1.1.

Ist das Leeren des DNS-Caches gefährlich?

Nein. Der Befehl löscht nur temporäre Zuordnungen, keine persönlichen Daten oder Einstellungen. Windows baut den Cache beim nächsten Seitenaufruf automatisch neu auf, ein Neustart ist nicht nötig.

Wie sehe ich, was im DNS-Cache gespeichert ist?

Mit ipconfig /displaydns listet Windows alle zwischengespeicherten Einträge auf. So lässt sich prüfen, ob eine Seite noch mit einer falschen oder veralteten IP-Adresse hinterlegt ist.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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