Die Meldung erscheint, weil der Volume-Schattenkopie-Dienst (VSS) seinen Speicherbereich auf dem betroffenen Laufwerk nicht anlegen kann. VSS braucht pro Volume einen Mindest-Speicherbereich von 320 MB (bei kleinen Volumes unter 500 MB sind es 32 MB). Ist auf dem Laufwerk weniger frei oder das Speicherlimit zu niedrig, bricht die Schattenkopie ab. Lösung in Kurzform: Platz freigeben oder das Limit per vssadmin resize shadowstorage anheben.
Was die Meldung bedeutet
Hinter den unterschiedlich klingenden Texten steckt dasselbe Problem. Du begegnest dem Fehler meist in zwei Varianten:
- „Die Schattenkopien von Volume ‚C:‘ wurden abgebrochen, weil der Schattenkopiespeicher nicht auf ein benutzerdefiniertes Limit vergrößert werden konnte.“ – Diese Meldung taucht bei laufenden Schattenkopien und Wiederherstellungspunkten auf (Systemschutz).
- „Am Speicherort ist nicht genügend Speicherplatz zum Erstellen der Volumeschattenkopie vorhanden.“ (Fehlercode 0x80780119) – Diese Variante zeigt Windows beim Anlegen eines Systemabbilds über „Sichern und Wiederherstellen“.
In beiden Fällen scheitert nicht das Backup an sich, sondern der Snapshot davor: VSS kann den nötigen Schattenkopie-Speicherbereich (die sogenannte Diff-Area) nicht reservieren. Wichtig zur Abgrenzung – wenn die Meldung von einem fehlenden Volume oder einem nicht erreichbaren Ziel spricht, liegt ein anderes Problem vor (fehlendes Laufwerk, defektes Backup-Ziel), und diese Anleitung passt nicht.
Erste Diagnose: ist wirklich der Speicher das Problem?
Bevor du etwas änderst, prüfe den aktuellen Stand. Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator (Rechtsklick auf das Startmenü → „Terminal (Administrator)“ bzw. „Eingabeaufforderung (Administrator)“) und gib ein:
vssadmin list shadowstorage
Die Ausgabe zeigt dir für jedes Laufwerk drei Werte: verwendet, zugewiesen und maximal. Liegt der maximale Wert nah am verwendeten oder ist er auffällig klein (etwa wenige hundert MB), ist das Limit zu eng. Prüfe zusätzlich im Explorer unter „Dieser PC“, wie viel auf Laufwerk C: noch frei ist. Faustregel: Sind weniger als rund 10–15 % der Partition frei, fehlt VSS schlicht der Platz für die Diff-Area.
Lösung Schritt für Schritt
Arbeite die folgenden Schritte der Reihe nach ab – schon der erste löst viele Fälle.
- Speicherplatz freigeben. Öffne die Datenträgerbereinigung (Suche → „Datenträgerbereinigung“, Laufwerk C: wählen, dann „Systemdateien bereinigen“). Damit verschwinden temporäre Dateien, alte Update-Reste und der Papierkorb-Inhalt. Große, selten genutzte Dateien (Videos, Installer, ISO-Images) auf ein anderes Laufwerk verschieben schafft zusätzlich Luft.
- Aktuelles Limit prüfen. Mit
vssadmin list shadowstorage(siehe oben) siehst du, wie viel Platz für Schattenkopien reserviert ist. - Limit erhöhen. Setze einen großzügigeren Wert. Für die meisten Systeme reichen 10–20 % des Laufwerks:
Du kannst statt der Prozentangabe auch eine feste Größe verwenden, etwavssadmin resize shadowstorage /For=C: /On=C: /MaxSize=20%/MaxSize=10GB. Der Wert muss mindestens 1 MB betragen und lässt sich in MB, GB oder TB angeben. Soll gar kein Limit gelten, nutze/MaxSize=UNBOUNDED.
Vorsicht: Das Ändern der Speicherzuordnung kann dazu führen, dass bestehende Schattenkopien gelöscht werden (so steht es ausdrücklich in der Microsoft-Dokumentation). Bestehende Wiederherstellungspunkte können danach also fehlen – plane den Eingriff entsprechend ein.
Alternative ohne Kommandozeile
Wer die Eingabeaufforderung meiden möchte, regelt dasselbe über die Oberfläche:
- Drücke Windows + R, gib
systempropertiesprotectionein und bestätige. - Wähle unter „Schutzeinstellungen“ Laufwerk C: aus und klicke auf Konfigurieren.
- Schiebe den Regler „Maximale Belegung“ nach oben (etwa 10–15 %) und bestätige mit „Übernehmen“.
Stelle hier auch sicher, dass der Computerschutz für das Laufwerk überhaupt eingeschaltet ist – ist er aus, werden gar keine Schattenkopien angelegt.
Wenn das nicht hilft: das Systemabbild und die kleinen Partitionen
Scheitert ausgerechnet das Systemabbild mit Code 0x80780119, obwohl auf C: reichlich Platz ist, liegt es fast immer an einer kleinen Begleitpartition. Ein Systemabbild sichert nicht nur C:, sondern auch die System-reservierte Partition bzw. die EFI-Systempartition und die Wiederherstellungspartition. Für jedes dieser Volumes will VSS ebenfalls eine Diff-Area anlegen – und genau diese Partitionen sind oft nur wenige hundert MB groß und nach Funktions-Updates fast voll. Dann reicht der Platz für den geforderten Mindest-Speicherbereich nicht.
Drei Wege helfen hier:
- Alte Schattenkopien entfernen, um sofort Platz zu schaffen:
vssadmin delete shadows /for=C: /oldestlöscht die jeweils älteste Kopie. Ein eigenes aktuelles Backup wichtiger Daten vorher schadet nie. - Mindestgröße der Diff-Area senken (für Profis). Über den Registry-Wert MinDiffAreaFileSize lässt sich der geforderte Mindest-Speicherbereich anpassen. Vorher unbedingt einen Wiederherstellungspunkt oder ein Registry-Backup anlegen. Der Wert liegt unter
HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Services\VolSnap, Typ REG_DWORD, Angabe in MB und als Vielfaches von 32. Standardmäßig sind es 320 MB (bzw. 32 MB bei Volumes unter 500 MB). - VSS-Dienst neu starten. Hängt der Volumeschattenkopie-Dienst, hilft ein Neustart: in den Diensten (
services.msc) „Volumeschattenkopie“ suchen, Rechtsklick → „Neu starten“. Anschließend das Backup erneut anstoßen.
Hintergrund: Wie Windows den Schattenkopiespeicher verwaltet
Schattenkopien (englisch Volume Shadow Copies) sind Momentaufnahmen eines Laufwerks, die Windows im laufenden Betrieb erstellt. Auf ihnen bauen sowohl die Systemwiederherstellung als auch „Vorherige Versionen“ und das Systemabbild auf. Verwaltet wird das vom Volume Shadow Copy Service (VSS).
VSS speichert nicht jedes Mal das ganze Laufwerk, sondern nur die Änderungen seit dem letzten Snapshot – in einem reservierten Bereich, der Diff-Area. Diese hat eine feste Mindestgröße: Laut Microsoft sind das 320 MB für Volumes größer als 500 MB und 32 MB für kleinere Volumes. Kann VSS diesen Mindestbereich nicht reservieren – weil das Laufwerk zu voll ist oder das Maximum zu niedrig steht –, bricht der Vorgang mit genau den oben gezeigten Meldungen ab. Wer das Prinzip kennt, sieht sofort, warum „mehr Platz schaffen“ und „Limit anheben“ die beiden zentralen Hebel sind.
Empfohlene Limits nach Laufwerksgröße
| Laufwerksgröße | Empfohlenes Limit für Schattenkopien |
|---|---|
| bis 256 GB | ca. 15–20 % |
| 256–512 GB | ca. 10–15 % |
| ab 1 TB | ca. 5–10 % (mindestens einige GB) |
Die Werte sind Richtwerte: Wer viele Wiederherstellungspunkte vorhalten will, darf großzügiger reservieren. Prüfe nach jeder Änderung mit vssadmin list shadowstorage, ob das neue Maximum übernommen wurde, und stoße danach das Backup oder den Wiederherstellungspunkt erneut an.
Quellen: Microsoft Learn – vssadmin resize shadowstorage und Registry Keys for Backup and Restore (MinDiffAreaFileSize).
Häufige Fragen
Was bedeutet der Fehler 0x80780119?
Beim Erstellen eines Systemabbilds kann der Volumeschattenkopie-Dienst auf einem der gesicherten Laufwerke seinen Speicherbereich nicht anlegen – meist weil eine kleine System- oder Wiederherstellungspartition zu voll ist.
Wie erhöhe ich den Schattenkopiespeicher?
In der Eingabeaufforderung als Administrator: vssadmin resize shadowstorage /For=C: /On=C: /MaxSize=20%. Statt 20% geht auch eine feste Größe wie 10GB.
Wie viel Speicherplatz brauchen Schattenkopien mindestens?
Laut Microsoft reserviert VSS mindestens 320 MB pro Volume (bei Laufwerken unter 500 MB sind es 32 MB). Steht weniger frei, bricht die Schattenkopie ab.
Warum scheitert mein Systemabbild trotz freiem Platz auf C:?
Ein Systemabbild sichert auch die kleine System-reservierte, EFI- und Wiederherstellungspartition. Sind diese fast voll, fehlt dort der Platz für die Schattenkopie – nicht auf C:.
Gehen beim Ändern des Limits meine Schattenkopien verloren?
Das kann passieren: Microsoft weist darauf hin, dass das Ändern der Speicherzuordnung bestehende Schattenkopien löschen kann. Vorhandene Wiederherstellungspunkte fehlen danach möglicherweise.




