Cloud-Backup-Anbieter im Vergleich: Backblaze, iDrive und deutsche Alternativen

Laptop mit angeschlossener externer Festplatte auf einem Schreibtisch als Sinnbild für Cloud-Backup und lokale Datensicherung

Die wichtigsten Cloud-Backup-Anbieter im Vergleich: Backblaze sichert genau einen Rechner mit unbegrenztem Speicher für 99 USD im Jahr, iDrive packt für rund 100 USD im Jahr beliebig viele Geräte in 5 TB, und wer die Daten in Deutschland halten will, landet bei STRATO HiDrive oder luckycloud. Die Wahl hängt an drei Punkten: Anzahl der Geräte, wer den Schlüssel besitzt und wo die Server stehen.

Häufige Fragen

Was ist besser: Backblaze oder iDrive?

Für einen einzelnen Rechner mit sehr vielen Daten ist Backblaze dank unbegrenztem Speicher zum Fixpreis ideal. Wer mehrere Rechner und Smartphones in einem Konto sichern will, fährt mit iDrive günstiger.

Was kostet ein Cloud-Backup im Jahr?

Backblaze kostet 99 USD pro Jahr und Rechner bei unbegrenztem Speicher. iDrive Personal mit 5 TB liegt bei rund 70 USD im ersten Jahr und etwa 99,50 USD bei der Verlängerung. Deutsche Anbieter sind pro Terabyte meist teurer.

Sind Backblaze und iDrive DSGVO-konform nutzbar?

Beide sind US-Unternehmen und unterliegen dem CLOUD Act. Backblaze lässt immerhin eine EU-Region in Amsterdam wählen. Für Mandanten- oder Kundendaten sind deutsche Dienste wie HiDrive, luckycloud oder IONOS die sicherere Wahl.

Was bedeutet Zero-Knowledge beim Cloud-Backup?

Zero-Knowledge heißt: Nur du besitzt den Verschlüsselungsschluessel, der Anbieter kann deine Daten nicht lesen. Das ist maximaler Datenschutz – verlierst du den Schlüssel, sind die Daten aber unwiederbringlich weg.

Ersetzt ein Cloud-Backup die externe Festplatte?

Nein. Nach der 3-2-1-Regel gehören drei Kopien auf zwei Medien, davon eine außer Haus. Die Cloud übernimmt die Kopie außer Haus, die lokale Platte bleibt wichtig, weil die Wiederherstellung von dort Minuten statt Tage dauert.

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Backblaze und iDrive: die Eckdaten Stand August 2026

Die zwei bekanntesten Cloud-Backup-Anbieter im Vergleich verfolgen entgegengesetzte Modelle: Backblaze verkauft unbegrenzten Speicher pro Rechner, iDrive einen Speichertopf für viele Geräte. Beide rechnen in US-Dollar ab; Aktionspreise wechseln ständig, prüfe die Zahlen also vor dem Kauf direkt beim Anbieter.

MerkmalBackblaze Computer BackupiDrive Personal (5 TB)
Abrechnungpro Computerpro Speichermenge, ein Nutzerkonto
Preis99 USD/Jahr je Rechner (2-Jahres-Abo günstiger)ca. 70 USD im ersten Jahr, danach ca. 99,50 USD/Jahr
Speicherunbegrenzt5 TB, größere Stufen bis 100 TB buchbar
Geräte je Konto1 Computermehrere Rechner plus Smartphones
VerschlüsselungAES-128, optional mit eigenem privaten SchlüsselAES-256, privater Schlüssel möglich
ServerstandortUSA, Kanada oder EU (Amsterdam) – bei der Kontoerstellung wählbarUSA
Externe Plattenja, solange sie regelmäßig angeschlossen werdenja, inklusive Systemabbild (Image)
Versionierung30 Tage Standard, 1 Jahr kostenlos aktivierbar, unbegrenzt gegen Aufpreisbis zu 30 Versionen je Datei
Web-RestoreZIP-Download bis 500 GB je AnfrageWeb-Download ohne festes Paketlimit
Restore per PostUSB-Festplatte für 189 USD, bei Rücksendung innerhalb von 30 Tagen erstattetiDrive Express: einmal jährlich gratis, danach 59,95 USD

Backblaze: unbegrenzt, aber für genau einen Rechner

Backblaze ist die bequemste Lösung im Feld: installieren, Haken setzen, fertig. Das Programm sichert im Hintergrund die komplette interne Platte plus angeschlossene USB-Laufwerke, ohne dass du Ordner auswählst. Der Speicher ist tatsächlich unbegrenzt, der Preis flach – ob 2 TB oder 20 TB gesichert werden, kostet laut Backblaze-Preisliste dasselbe.

Der Haken steckt in „pro Computer“. Jeder weitere Rechner braucht ein eigenes Abo, ein Haushalt mit drei Laptops zahlt also dreifach. Mobilgeräte sichert der Dienst gar nicht.

Zwei Einstellungen lohnen sich direkt nach der Installation. Erstens die Extended Version History: Standardmäßig hält Backblaze gelöschte oder geänderte Dateien 30 Tage vor. Die Verlängerung auf ein Jahr lässt sich inzwischen kostenlos einschalten, passiert aber nicht von allein – wer sie vergisst, merkt den Verlust erst, wenn eine defekte Datei nach sechs Wochen auffällt. Unbegrenzte Historie kostet extra, abgerechnet pro Gigabyte an Versionen, die älter als ein Jahr sind.

Zweitens die Datenregion. Backblaze bietet neben den US-Regionen ein Rechenzentrum in Amsterdam und eines in Kanada an. Die Region wird beim Anlegen des Kontos gewählt und lässt sich danach nicht mehr ändern. Wer das übersieht, schiebt seine Sicherungen für die gesamte Laufzeit des Abos in die USA, obwohl die europäische Option beim Anlegen zwei Klicks entfernt gewesen wäre.

iDrive: viele Geräte teilen sich einen Speichertopf

iDrive dreht das Modell um. Du zahlst für eine Speichermenge – im Personal-Tarif 5 TB – und sicherst damit PC, Notebook, Android-Handy und iPhone im selben Konto. Für einen Haushalt mit mehreren Geräten ist das meist deutlich billiger als zwei oder drei Backblaze-Abos.

Beim Preis solltest du zweimal hinsehen: Der beworbene Betrag ist fast immer der rabattierte Erstjahrespreis, die Verlängerung liegt spürbar darüber. Rechne mit dem Preis ab Jahr zwei, sonst wird der Vergleich schöngerechnet.

Technisch punktet iDrive mit AES-256 und einem privaten Schlüssel, der den Rechner nie verlässt. Diese Zero-Knowledge-Variante ist Datenschutz in Reinform und verlangt Disziplin: Ohne den Schlüssel kann dir auch der Support nicht helfen. Notiere ihn außerhalb des gesicherten Rechners, etwa im Passwortmanager auf dem Handy oder auf Papier im Ordner. Praktisch ist zudem, dass iDrive externe Platten und komplette Systemabbilder sichert, nicht nur einzelne Dateien.

Deutscher Serverstandort: HiDrive, luckycloud und IONOS

Backblaze und iDrive sind US-Unternehmen. Für Familienfotos ist das kein Drama, für Steuerunterlagen, Verträge oder Kundendaten kann der CLOUD Act zum Problem werden. Wer Cloud-Backup-Anbieter im Vergleich nach dem Serverstandort sortiert, landet bei diesen vier Namen:

  • STRATO HiDrive: Rechenzentren in Deutschland, nach ISO 27001 vom TÜV Nord zertifiziert. Tarife von 500 GB bis 10 TB, Geräte-Backup ist ein kostenpflichtiges Zusatzmodul – der Basistarif ist Speicher, nicht automatisch Backup.
  • luckycloud: georedundante Server in Deutschland, Zero-Knowledge-Verschlüsselung, Speicher frei konfigurierbar ab wenigen Gigabyte. Der Anbieter betreibt eigene Infrastruktur und hängt nicht an Amazon, Google oder Microsoft.
  • IONOS Cloud Backup: zertifizierte deutsche Rechenzentren, AES-256, Abrechnung nach gesichertem Volumen – eher auf Selbstständige und kleine Firmen zugeschnitten als auf den Familien-PC.
  • Acronis Cyber Protect Home Office: US-Marke, bietet aber deutsche Speicherorte und einen ausgeprägten Ransomware-Schutz samt Image-Backup.

Der Preis pro Terabyte liegt bei den deutschen Diensten in der Regel höher als bei Backblaze oder iDrive. Bezahlt wird hier Rechtssicherheit und ein kurzer Rechtsweg, nicht die günstigste Speichermenge. Wer nur ein paar sensible Ordner hat, fährt oft am besten zweigleisig: große Datenmengen günstig in die US-Cloud, die heiklen Dokumente zusätzlich verschlüsselt zu einem deutschen Anbieter.

Wie schnell bist du im Ernstfall wieder arbeitsfähig?

Diese Frage entscheidet in der Praxis mehr als der Monatspreis. Rechne kurz mit: 2 TB über eine 100-Mbit-Leitung sind rund zwei Tage Dauerdownload, bei 50 Mbit werden vier daraus. Und das Erstbackup läuft in die Gegenrichtung – bei 40 Mbit Upload braucht dieselbe Menge etwa fünf Tage. Beides ist normal und kein Defekt der Software.

Deshalb sind die Restore-Wege so wichtig: Backblaze deckelt den Web-Download auf 500 GB pro ZIP-Anfrage und schickt größere Bestände auf einer USB-Festplatte, deren 189 USD du bei Rücksendung innerhalb von 30 Tagen zurückbekommst. iDrive liefert über den Express-Service einmal pro Jahr kostenlos eine Platte. Bei den deutschen Anbietern gibt es solche Kurier-Wiederherstellungen seltener – dafür ist die Leitung ins deutsche Rechenzentrum oft schneller.

Ein Punkt, den kaum jemand testet: Probiere die Wiederherstellung einmal mit einem einzelnen Ordner aus, bevor du sie brauchst. Ein Backup, dessen Restore noch nie gelaufen ist, ist nur eine Vermutung.

Warum die 3-2-1-Regel auch mit Cloud gilt

Egal welcher Dienst es wird – das Cloud-Backup ist ein Baustein, nicht die ganze Strategie. Die Faustregel dahinter heißt 3-2-1 und ist ein Klassiker in der Fachinformatiker-Prüfung:

  1. 3 Kopien der Daten: das Original plus zwei Sicherungen.
  2. 2 verschiedene Medien, etwa interne SSD plus externe USB-Platte.
  3. 1 Kopie außer Haus – diese Rolle übernimmt die Cloud.

Die Cloud schützt gegen die Fälle, in denen lokale Sicherungen nichts nützen: Wohnungsbrand, Diebstahl beider Platten oder Ransomware, die alle erreichbaren Laufwerke gleichzeitig verschlüsselt. Die lokale Platte bleibt trotzdem sinnvoll, weil eine Wiederherstellung von dort Minuten statt Tage dauert. Beides ergänzt sich, keines ersetzt das andere.

Welcher Dienst passt zu welchem Fall?

  • Ein PC mit vielen Terabyte, Bequemlichkeit zuerst: Backblaze – unbegrenzter Speicher, EU-Region beim Anlegen wählen, Versionshistorie auf ein Jahr stellen.
  • Haushalt mit mehreren Rechnern und Handys: iDrive – ein Speichertopf für alles, privaten Schlüssel sicher notieren.
  • Steuerakten, Mandanten- oder Kundendaten: STRATO HiDrive, luckycloud oder IONOS mit Serverstandort Deutschland.
  • Nur wenige wichtige Ordner: Ein verschlüsselter Cloud-Speicher plus regelmäßiges Image auf externer Platte reicht oft und kostet fast nichts.
Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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