Für ein einzelnes Gerät mit riesiger Festplatte ist Backblaze die einfachste Wahl: unbegrenzter Speicher zum Fixpreis, einmal eingerichtet und vergessen. Wer dagegen mehrere Rechner, Smartphones und externe Platten in einem Konto sichern will, fährt mit iDrive meist günstiger. Und wenn dir ein deutscher Serverstandort nach DSGVO wichtig ist, gehören HiDrive, luckycloud oder IONOS mit auf die Liste. Welcher Dienst zu dir passt, hängt an drei Fragen: ein Gerät oder viele, wie viel Kontrolle über den Schlüssel, und wo dürfen die Daten liegen.
Worauf es bei einem Cloud-Backup wirklich ankommt
Ein Cloud-Backup ist kein Cloud-Speicher wie Dropbox, auch wenn beides „in der Cloud“ liegt. Ein Backup-Dienst spiegelt automatisch deine ganze Festplatte und hält ältere Dateiversionen vor, damit du nach einem Defekt, Diebstahl oder Verschlüsselungstrojaner (Ransomware) wieder an alles kommst. Bevor du Preise vergleichst, solltest du diese Punkte klären:
- Ein Gerät oder mehrere? Das ist der größte Preis-Hebel. Manche Anbieter rechnen pro Rechner ab, andere pro Speichermenge über beliebig viele Geräte.
- Wer hält den Schlüssel? Bei einem Zero-Knowledge-Modell (der Anbieter kann deine Daten selbst nicht lesen) liegt der Verschlüsselungsschlüssel nur bei dir. Bequem, aber: Schlüssel verloren = Daten verloren.
- Wo stehen die Server? US-Anbieter unterliegen dem CLOUD Act, der US-Behörden Zugriff auf Daten erlauben kann, selbst wenn sie in Europa liegen. Für private Fotos oft egal, für sensible Unterlagen ein echtes Kriterium.
- Werden externe Festplatten mitgesichert? Viele private Datenberge liegen auf USB-Platten, nicht auf dem Systemlaufwerk.
- Wie kommst du im Ernstfall wieder ran? Reiner Web-Download bei 2 TB dauert Tage. Ein „Restore per Post“ (der Anbieter schickt eine Festplatte) kann Gold wert sein.
Backblaze und iDrive im direkten Vergleich
Die beiden bekanntesten Namen für private Cloud-Backups verfolgen zwei gegensätzliche Modelle. Die folgenden Werte sind Stand 2026 und in US-Dollar (beide Dienste rechnen in USD ab); Preise und Rabatte ändern sich regelmäßig, prüfe sie vor dem Kauf.
| Merkmal | Backblaze | iDrive |
|---|---|---|
| Modell | Unbegrenzter Speicher, aber pro Gerät | Feste Speichermenge, viele Geräte |
| Preis (ca.) | ab ~99 USD/Jahr pro Rechner (im 2-Jahres-Abo günstiger) | ~80 USD/Jahr für 5 TB (Erstjahr oft stark rabattiert) |
| Speicher | unbegrenzt | 5 TB (Personal), höhere Stufen buchbar |
| Geräte pro Konto | 1 Computer | mehrere Geräte inkl. Smartphones |
| Verschlüsselung | AES 128-bit | AES 256-bit |
| Zero-Knowledge | möglich, aber Schlüssel muss zum Restore übertragen werden | ja, Schlüssel bleibt komplett bei dir |
| Serverstandort | USA, zusätzlich Niederlande | USA |
| Externe Festplatten | eingeschränkt | ja, inkl. Image-Backup |
| Versionierung | 30 Tage (verlängerbar bis „unbegrenzt“ gegen Aufpreis) | bis zu 30 Versionen je Datei |
| Restore per Post | ja (Kurier-Festplatte); Web-Restore auf 500 GB je Anfrage begrenzt | ja (Kurier-Festplatte) |
Backblaze: einfach, aber für genau einen Rechner
Backblaze verkauft die wohl bequemste Backup-Lösung überhaupt: installieren, Haken setzen, fertig. Das Programm sichert im Hintergrund die komplette interne Festplatte plus angeschlossene USB-Laufwerke, ohne dass du Ordner auswählen musst. Der Speicher ist wirklich unbegrenzt, der Preis flach.
Der Haken steckt im Wort „pro Gerät“. Jeder weitere Rechner braucht ein eigenes Abo. Eine Familie mit drei Laptops zahlt also dreifach. Zweiter Stolperstein: Die Standard-Versionierung liegt bei 30 Tagen. Merkst du erst nach sechs Wochen, dass eine Datei kaputt ist, ist die gute Version möglicherweise weg, sofern du nicht die kostenpflichtige Verlängerung gebucht hast. Für einen einzelnen PC oder ein MacBook mit großer externer Fotoplatte ist Backblaze trotzdem schwer zu schlagen.
iDrive: viele Geräte in einem Konto
iDrive dreht das Modell um: Du zahlst für eine Speichermenge (Personal-Tarif: 5 TB) und darfst damit beliebig viele Geräte sichern, also PC, Notebook, Android-Handy und iPhone im selben Konto. Das macht den Dienst für Haushalte mit mehreren Geräten oft deutlich billiger als drei getrennte Backblaze-Abos.
Beim Thema Sicherheit liegt iDrive vorn: AES-256 und ein echtes Zero-Knowledge-Modell, bei dem der Schlüssel deinen Rechner nie verlässt. Das ist maximaler Datenschutz, verlangt aber Disziplin, denn ohne diesen privaten Schlüssel kann selbst iDrive dir nicht mehr helfen. Notiere ihn an einem sicheren Ort außerhalb des gesicherten Rechners. Ebenfalls praktisch: iDrive kann externe Platten und komplette Systemabbilder (Images) sichern, nicht nur einzelne Dateien.
Der deutsche Blickwinkel: DSGVO und Serverstandort
Sowohl Backblaze als auch iDrive sind US-Unternehmen. Für Urlaubsfotos ist das kein Drama, für Steuerunterlagen, Verträge oder Kundendaten (etwa als Selbstständiger) kann der CLOUD Act zum Problem werden. Wer sichergehen will, dass die Daten deutschem bzw. europäischem Datenschutz unterliegen, schaut sich Anbieter mit Serverstandort in Deutschland an:
- STRATO HiDrive: Rechenzentren in Deutschland, nach ISO 27001 vom TÜV Nord zertifiziert, DSGVO-konform.
- luckycloud: georedundante Server ausschließlich in Deutschland, Zero-Knowledge-Verschlüsselung, unabhängig von Amazon, Google und Microsoft.
- IONOS Cloud Backup: zertifizierte deutsche Rechenzentren, AES-256, eher auf Business und Selbstständige zugeschnitten.
- Acronis: US-Marke, bietet aber deutsche Rechenzentren als Speicherort und stark ausgeprägten Ransomware-Schutz.
Der Preis pro Terabyte liegt bei den deutschen Anbietern oft höher als bei Backblaze oder iDrive. Du bezahlst hier faktisch für Rechtssicherheit und einen kurzen Rechtsweg, nicht für die günstigste Speichermenge.
Warum die Cloud allein kein vollständiges Backup ist
Egal für welchen Dienst du dich entscheidest, ein Cloud-Backup ist nur ein Baustein. Die bewährte Faustregel unter Admins heißt 3-2-1-Regel und ist auch ein Klassiker in der Fachinformatiker-Ausbildung:
- 3 Kopien deiner Daten (das Original plus zwei Backups).
- 2 verschiedene Medien (zum Beispiel interne Platte plus externe USB-Platte).
- 1 Kopie außer Haus, und genau diese Rolle übernimmt die Cloud.
Die Cloud schützt dich also gegen die Fälle, bei denen eine lokale Sicherung nichts nützt: Wohnungsbrand, Diebstahl beider Platten oder Ransomware, die alle erreichbaren Laufwerke gleichzeitig verschlüsselt. Ein lokales Backup auf einer USB-Platte bleibt trotzdem sinnvoll, weil eine Wiederherstellung von dort in Minuten statt Stunden erledigt ist. Cloud und lokale Sicherung ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht.
Häufige Fragen
Was ist besser: Backblaze oder iDrive?
Für einen einzelnen Rechner mit sehr viel Speicherbedarf ist Backblaze dank unbegrenztem Speicher zum Fixpreis ideal. Wer mehrere Geräte inklusive Smartphones in einem Konto sichern will oder maximalen Datenschutz per Zero-Knowledge braucht, fährt mit iDrive meist besser und günstiger.
Sind Backblaze und iDrive DSGVO-konform?
Beide sind US-Anbieter und unterliegen dem CLOUD Act. Für private Fotos ist das meist unkritisch, für sensible oder geschäftliche Daten solltest du eher deutsche Dienste wie STRATO HiDrive, luckycloud oder IONOS mit Serverstandort in Deutschland wählen.
Ersetzt ein Cloud-Backup eine externe Festplatte?
Nein. Nach der 3-2-1-Regel gehören drei Kopien auf zwei Medien, davon eine außer Haus. Die Cloud übernimmt die Kopie außer Haus, das lokale Backup auf USB-Platte bleibt sinnvoll, weil die Wiederherstellung von dort deutlich schneller geht.
Was bedeutet Zero-Knowledge beim Cloud-Backup?
Zero-Knowledge heißt, dass nur du den Verschlüsselungsschlüssel besitzt und der Anbieter deine Daten selbst nicht lesen kann. Das bietet maximalen Datenschutz, hat aber einen Preis: Verlierst du den Schlüssel, sind die Daten unwiederbringlich weg.
Wie kommt man bei großen Datenmengen schnell wieder an seine Backups?
Ein reiner Web-Download von mehreren Terabyte dauert Tage. Sowohl Backblaze als auch iDrive bieten deshalb eine Wiederherstellung per Post an: Der Anbieter schickt gegen Gebühr eine Festplatte mit deinen Daten per Kurier.




