System auf Malware scannen: Anleitung für einen sauberen Windows-PC

Laptop mit laufendem Sicherheits-Scan zur Prüfung des Systems auf Malware

Um Windows zuverlässig auf Malware zu prüfen, öffnest du die Windows-Sicherheit, gehst auf Viren- & Bedrohungsschutz → Scanoptionen und wählst Vollständige Überprüfung. Findet dieser Scan nichts, du hast aber weiter Symptome, startest du zusätzlich den Microsoft Defender Antivirus (Offlineüberprüfung) – der bootet den PC neu und erwischt hartnäckige Schädlinge, die im laufenden Betrieb verborgen bleiben.

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Woran du erkennst, dass dein System befallen ist

Nicht jeder langsame Rechner hat einen Virus – oft steckt nur ein volles Laufwerk oder ein Treiberproblem dahinter. Für einen echten Malware-Verdacht sprechen mehrere Anzeichen zusammen:

  • Plötzliche Leistungseinbrüche: Der PC wird träge, der Lüfter dreht im Leerlauf hoch, im Task-Manager (Strg+Umschalt+Esc) frisst ein unbekannter Prozess dauerhaft CPU oder Netzwerk.
  • Werbung und Weiterleitungen: Pop-ups erscheinen außerhalb des Browsers, die Startseite oder Suchmaschine ändert sich von allein, neue Symbolleisten tauchen auf.
  • Veränderte Einstellungen: Defender lässt sich nicht mehr starten, Windows Update ist blockiert, oder Dateien sind plötzlich verschlüsselt und tragen eine fremde Endung – das deutet auf Ransomware hin.
  • Unbekannte Programme: In Einstellungen → Apps oder im Autostart stehen Einträge, die du nie installiert hast.

Treffen ein oder mehrere Punkte zu, lohnt sich der systematische Scan. Trifft keiner zu, reicht in der Regel die automatische Echtzeitüberwachung von Defender.

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Vorbereitung: Diese zwei Schritte vor dem Scan

Bevor du loslegst, sicherst du wichtige Daten – etwa Dokumente und Fotos – auf eine externe Festplatte oder einen Cloud-Speicher. Falls eine Entfernung schiefgeht oder Ransomware aktiv ist, bleibt deine Kopie unangetastet. Trenne den befallenen Rechner für die Datensicherung möglichst vom Netzwerk, damit sich nichts weiterverbreitet.

Anschließend bringst du die Virensignaturen auf den neuesten Stand: Windows-Sicherheit → Viren- & Bedrohungsschutz → Schutzupdates → Nach Updates suchen. Ein Scanner ist nur so gut wie seine Erkennungsdaten – neue Schädlinge werden ohne aktuelle Signaturen schlicht übersehen.

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So scannst du dein System mit Microsoft Defender

Microsoft Defender ist in Windows 10 und 11 bereits eingebaut und erreichte im Malware-Schutztest von AV-TEST im März 2026 eine Erkennungsrate von 99,93 Prozent – für die meisten Privatnutzer reicht das vollkommen aus, eine Zusatzsoftware ist nicht zwingend nötig.

  1. Windows-Sicherheit öffnen: Klicke auf Start, tippe Windows-Sicherheit und öffne die App.
  2. Scanoptionen aufrufen: Gehe zu Viren- & Bedrohungsschutz und klicke unter dem Punkt „Aktuelle Bedrohungen“ auf Scanoptionen.
  3. Vollständige Überprüfung wählen: Setze den Punkt auf Vollständige Überprüfung. Diese prüft alle Dateien und laufenden Programme – im Gegensatz zur Schnellüberprüfung, die nur die typischen Befallsorte abklopft.
  4. Scan starten: Klicke auf Jetzt überprüfen. Je nach Datenmenge dauert das von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden; du kannst nebenher weiterarbeiten.
  5. Ergebnisse prüfen: Meldet Defender Funde, folge dem Vorschlag Aktionen starten. Die Software verschiebt Schädlinge in die Quarantäne, wo sie keinen Schaden mehr anrichten. Die Historie findest du jederzeit unter Schutzverlauf.

Wenn der normale Scan nichts findet, das Problem aber bleibt

Hartnäckige Malware versteckt sich vor dem laufenden System. Drei Methoden gehen tiefer:

  • Offline-Scan von Defender: Unter Scanoptionen wählst du Microsoft Defender Antivirus (Offlineüberprüfung) und klickst auf Jetzt überprüfen. Der PC startet neu und scannt in einer eigenständigen Umgebung vor dem Windows-Start – dort kann sich Schadsoftware nicht mehr tarnen. Speichere vorher offene Dateien, der Vorgang dauert rund 15 Minuten.
  • Zweitmeinung mit einem On-Demand-Scanner: Tools wie die kostenlose Version von Malwarebytes scannen ohne festen Hintergrundwächter und finden gelegentlich Adware oder PUPs (potenziell unerwünschte Programme), die ein klassischer Virenschutz durchwinkt. Solche Scanner ergänzen Defender, sie ersetzen ihn nicht – zwei dauerhaft aktive Echtzeit-Wächter würden sich gegenseitig ausbremsen.
  • Abgesicherter Modus: Startet Windows mit gedrückter Umschalttaste über Neustart in die erweiterten Optionen (Problembehandlung → Erweiterte Optionen → Starteinstellungen → Abgesicherter Modus mit Netzwerktreibern), lädt es nur das Nötigste. Viele Schädlinge sind dann inaktiv und lassen sich leichter aufspüren.

Bleibt das System auch danach auffällig oder war Ransomware im Spiel, ist die saubere Neuinstallation von Windows der sicherste Weg – deshalb war das Backup vorab so wichtig.

Hintergrund: Warum ein Scan allein nicht reicht

Ein Virenscanner vergleicht Dateien mit bekannten Signaturen und beobachtet verdächtiges Verhalten. Brandneue Schädlinge (sogenannte Zero-Day-Malware) sind in den Signaturen aber noch nicht erfasst – genau deshalb ist der beste Schutz nicht der Scan im Nachhinein, sondern die Vorbeugung. Halte Windows und alle Programme per automatischer Updates aktuell, öffne keine Anhänge oder Links aus unerwarteten Mails, und lade Software nur von den offiziellen Herstellerseiten. Ein regelmäßiger vollständiger Scan etwa einmal im Monat ergänzt die ständig laufende Echtzeitüberwachung, ersetzt sie aber nicht.

Quellen: Microsoft Learn – Defender Offlineüberprüfung, AV-TEST Institut.

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Häufige Fragen

Wie scanne ich meinen PC kostenlos auf Malware?

Mit dem in Windows integrierten Microsoft Defender: Windows-Sicherheit öffnen, Viren- & Bedrohungsschutz, Scanoptionen, Vollständige Überprüfung wählen und starten. Eine Zusatzsoftware ist nicht nötig.

Was ist der Unterschied zwischen Schnellscan und vollständiger Überprüfung?

Der Schnellscan prüft nur typische Befallsorte wie Systemordner und Autostart und dauert wenige Minuten. Die vollständige Überprüfung kontrolliert alle Dateien und Laufwerke und braucht je nach Datenmenge mehrere Stunden.

Wann sollte ich den Offline-Scan von Defender nutzen?

Wenn der normale Scan nichts findet, das System sich aber weiter verdächtig verhält. Der Offline-Scan startet den PC neu und prüft vor dem Windows-Start, sodass sich getarnte Malware nicht mehr verstecken kann.

Reicht Microsoft Defender als Virenschutz aus?

Für die meisten Privatnutzer ja. Defender erreichte im AV-TEST von März 2026 eine Erkennungsrate von 99,93 Prozent. Ein zusätzlicher On-Demand-Scanner kann als Zweitmeinung sinnvoll sein, ein zweiter Echtzeit-Wächter nicht.

Was tun, wenn der Scan Malware findet?

Folge dem Vorschlag Aktionen starten. Defender verschiebt den Fund in die Quarantäne. Bleibt das System danach auffällig oder war Ransomware aktiv, ist eine saubere Neuinstallation nach vorheriger Datensicherung der sicherste Weg.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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