PAGE_FAULT_IN_NONPAGED_AREA (Stopcode 0x50) bedeutet, dass Windows auf eine Speicheradresse zugreifen wollte, die nicht mehr gültig ist — fast immer wegen eines fehlerhaften Treibers, defekten Arbeitsspeichers (RAM) oder eines beschädigten Dateisystems. Grenze die Ursache in dieser Reihenfolge ein: RAM mit der Windows-Speicherdiagnose testen, Systemdateien per sfc und DISM reparieren, verdächtige Treiber aktualisieren und die Festplatte mit chkdsk prüfen.
Ist das wirklich dein Fehler? Fehlerbild einordnen
Der Bluescreen zeigt den Text PAGE_FAULT_IN_NONPAGED_AREA und darunter oft einen Stopcode wie 0x00000050. Der „Nonpaged Area“ ist ein Speicherbereich, den Windows für kritischen Kernel-Code reserviert und der — anders als normaler Arbeitsspeicher — nie auf die Festplatte ausgelagert wird. Zeigt der Bildschirm eine Datei mit der Endung .sys (zum Beispiel nvlddmkm.sys für Nvidia oder einen Speicher- bzw. Antivirentreiber), hast du bereits einen ersten Verdächtigen.
Typisch für 0x50 im Unterschied zu anderen Bluescreens:
- Der Absturz tritt oft unter Last auf — beim Spielen, beim Kopieren großer Dateien oder nach einem Treiber- bzw. Windows-Update.
- Er kommt teils reproduzierbar (immer bei derselben Aktion) oder sporadisch bei defektem RAM.
- In der Ereignisanzeige steht im Systemprotokoll ein kritischer Eintrag mit passendem Zeitstempel.
Prüfe zuerst die Ereignisanzeige: Win + X → Ereignisanzeige → Windows-Protokolle → System. Suche einen roten Eintrag vom Typ „Kritisch“ oder „Fehler“ rund um die Absturzzeit — er benennt häufig das Gerät oder den Treiber.
Lösung Schritt für Schritt
Arbeite die Schritte in dieser Reihenfolge ab. Nach jedem Schritt neu starten und beobachten, ob der Bluescreen wiederkommt — so weißt du am Ende, was die Ursache war.
- RAM testen (Windows-Speicherdiagnose): Drücke
Win+R, tippemdsched.exeund bestätige. Wähle Jetzt neu starten und nach Problemen suchen. Der Test dauert einige Minuten bis rund eine halbe Stunde. Das Ergebnis steht danach in der Ereignisanzeige unter System im EintragMemoryDiagnostics-Results. - Systemdateien reparieren: Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator (
Win+X→ Terminal (Administrator)) und führe nacheinander aus:sfc /scannow— sucht und ersetzt beschädigte Systemdateien.DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth— repariert das darunterliegende Windows-Abbild, fallssfcDateien nicht ersetzen kann.- Treiber aktualisieren: Öffne den Geräte-Manager (
Win+X→ Geräte-Manager). Ein gelbes Ausrufezeichen markiert ein Problemgerät. Rechtsklick → Treiber aktualisieren → Automatisch nach Treibern suchen. Grafik-, Netzwerk- und Speichercontroller-Treiber lädst du am zuverlässigsten direkt beim Hersteller (Nvidia, AMD, Intel, Mainboard-Hersteller) statt nur über Windows Update. - Festplatte prüfen (chkdsk): Sichere vorher wichtige Daten. Führe in der Administrator-Eingabeaufforderung
chkdsk C: /f /raus. Läuft die Prüfung auf dem Systemlaufwerk, fragt Windows, ob sie beim nächsten Neustart erfolgen soll — mitJbestätigen und neu starten.
Wenn das nicht hilft: die selteneren Ursachen
Bleibt der Bluescreen, gehst du an die tieferliegenden Auslöser. Genau hier trennt sich eine echte Diagnose von blindem Herumklicken.
- Kürzlich eingebaute Hardware oder RAM: Hast du kurz vor den Abstürzen ein RAM-Modul, eine SSD oder eine Steckkarte eingebaut, entferne sie testweise. Bei zwei RAM-Riegeln hilft der Einzeltest: jeweils nur einen Riegel eingesteckt lassen und prüfen, welcher die Abstürze auslöst.
- Antivirus- oder Verschlüsselungssoftware: Fremd-Antivirenprogramme setzen tiefe Filtertreiber im Kernel — ein häufiger 0x50-Auslöser. Deinstalliere die Software testweise (der Windows-Defender übernimmt in der Zwischenzeit) und beobachte, ob Ruhe einkehrt.
- Schnellstart deaktivieren: Systemsteuerung → Energieoptionen → Auswählen, was beim Drücken des Netzschalters geschehen soll → Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar anklicken → Haken bei Schnellstart aktivieren entfernen. Das erzwingt bei jedem Start ein sauberes Laden aller Treiber.
- Den schuldigen Treiber im Absturzprotokoll finden: Windows legt bei jedem Bluescreen eine Minidump-Datei unter
C:\Windows\Minidumpab. Das kostenlose Werkzeug BlueScreenView listet daraus den zuletzt aktiven Treiber. Für die genaue Analyse liest WinDbg (aus dem Microsoft Store) den Dump mit dem Befehl!analyze -vaus und benennt das fehlerhafte Modul. - Driver Verifier als letzter Schritt: Nur mit vorher gesetztem Systemwiederherstellungspunkt. Tippe
verifierins Startmenü, wähle Standardeinstellungen erstellen und lasse gezielt nur die verdächtigen Fremdtreiber prüfen. Verifier provoziert absichtlich einen Bluescreen, sobald sich ein Treiber falsch verhält, und nennt ihn. Achtung: Startet Windows danach in eine Bluescreen-Schleife, boote in den abgesicherten Modus und setze die Prüfung mitverifier /resetzurück.
Warum passiert das überhaupt?
Der Nonpaged Pool ist der Teil des Arbeitsspeichers, in dem der Windows-Kernel und die Treiber Daten ablegen, die jederzeit sofort verfügbar sein müssen — dieser Bereich wird deshalb nie auf die Festplatte ausgelagert. Der Stopcode 0x50 fällt genau dann, wenn Code auf eine Adresse in diesem Bereich zugreift, die bereits freigegeben wurde oder schlicht ungültig ist. Die erste Zahl im Bluescreen ist die angefragte Speicheradresse, ein weiterer Parameter verrät, ob es ein Lese- (0) oder ein Schreibzugriff (2) war.
Weil hier Kernel-Code läuft, kann Windows den Fehler nicht abfangen und muss den Rechner sofort anhalten — das ist der Bluescreen. Für die Fachinformatiker-Praxis ist die Merkregel simpel: Ein reproduzierbarer 0x50 (immer bei derselben Aktion) deutet auf einen Treiber oder ein Programm, ein zufälliger 0x50 eher auf defekten RAM oder ein sterbendes Laufwerk. Deshalb steht der Speichertest in der Diagnose ganz oben.
Häufige Fragen
Was bedeutet PAGE_FAULT_IN_NONPAGED_AREA?
Der Stopcode 0x50 zeigt, dass Windows auf eine Speicheradresse im Nonpaged Pool zugreifen wollte, die ungültig oder bereits freigegeben war. Weil dort Kernel-Code läuft, muss der Rechner mit einem Bluescreen anhalten.
Ist der Fehler ein Hardware- oder ein Treiberproblem?
Beides ist möglich. Ein reproduzierbarer Absturz bei derselben Aktion deutet meist auf einen Treiber oder ein Programm, ein zufälliger Absturz eher auf defekten RAM oder ein fehlerhaftes Laufwerk. Deshalb steht der Speichertest in der Diagnose ganz oben.
Wie finde ich heraus, welcher Treiber den Bluescreen ausgelöst hat?
Windows speichert bei jedem Absturz eine Minidump-Datei unter C:\Windows\Minidump. Das Tool BlueScreenView listet daraus den zuletzt aktiven Treiber, WinDbg analysiert den Dump mit dem Befehl !analyze -v genauer.
Kann defekter RAM PAGE_FAULT_IN_NONPAGED_AREA verursachen?
Ja, fehlerhafte RAM-Module sind eine der häufigsten Ursachen. Teste den Speicher mit der Windows-Speicherdiagnose (mdsched.exe) und prüfe bei zwei Riegeln jeden einzeln, um das defekte Modul zu finden.
Hilft ein Zurücksetzen von Windows gegen den Fehler?
Erst als letztes Mittel. Liegt die Ursache in der Hardware wie RAM oder Festplatte, bringt ein Zurücksetzen nichts. Arbeite zuerst RAM-Test, Systemdatei-Reparatur und Treiber-Update ab, bevor du Windows neu aufsetzt.




