Cloud-Backup oder lokales Backup: Was ist sicherer?

Externe Festplatte am Laptop neben einem Server-Rechenzentrum als Sinnbild für lokales Backup und Cloud-Backup

Die kurze Antwort: Keine der beiden Varianten ist allein wirklich sicher – sicher wird es erst durch die Kombination. Ein lokales Backup auf externer Festplatte oder NAS ist schnell und bleibt in deiner Hand, kann aber bei Brand, Diebstahl oder Ransomware mit verloren gehen. Ein Cloud-Backup liegt geografisch getrennt und übersteht solche Vorfälle, hängt aber an Internet, Anbieter-Vertrauen und Datenschutz. Die sicherste Strategie für private Daten heisst deshalb: beides nach der 3-2-1-Regel.

Anzeige

Lokales und Cloud-Backup – kurz erklärt

Ein lokales Backup speichert deine Daten auf einem Datenträger, den du physisch besitzt: eine externe USB-Festplatte, ein USB-Stick oder ein NAS (Network Attached Storage – ein kleiner Speicher-Server im Heimnetz). Die Kopie liegt bei dir zu Hause.

Ein Cloud-Backup überträgt deine Daten über das Internet in das Rechenzentrum eines Anbieters – etwa Backblaze, iDrive, Strato HiDrive oder ein verschlüsselter Dienst wie pCloud. Dort liegen sie meist mehrfach redundant, also auf mehreren Servern gespiegelt.

Anzeige

cshow

Cloud gegen lokal: die Sicherheitsfrage im Vergleich

„Sicher“ bedeutet bei Backups zwei Dinge: dass die Kopie einen Vorfall überlebt und dass niemand Unbefugtes sie lesen kann. Beide Varianten haben dabei unterschiedliche Stärken und Schwächen.

KriteriumLokales BackupCloud-Backup
Wiederherstellungs-TempoSehr schnell, kein Internet nötigAbhängig von der Download-Geschwindigkeit
Schutz bei Brand/DiebstahlKein Schutz – Kopie liegt am selben OrtGeschützt, Daten liegen geografisch getrennt
Schutz vor RansomwareGefährdet, wenn dauerhaft angeschlossenGut, wenn der Anbieter unveränderliche Versionen bietet
Kontrolle über die DatenVoll bei dirVertrauen in den Anbieter nötig
KostenEinmalige Hardware-AnschaffungLaufendes Abo, wächst mit der Datenmenge
Datenschutz (DSGVO)Unkritisch, Daten bleiben bei dirNur bei EU-Rechenzentrum und Verschlüsselung sauber

Das Muster ist klar: Wovor das lokale Backup nicht schützt (Brand, Diebstahl, ein Wasserschaden, der beide Geräte trifft), federt die Cloud ab – und umgekehrt. Genau deshalb spielen beide ihre Stärke erst zusammen aus.

Die sicherste Antwort: die 3-2-1-Regel

Profis beantworten die Frage „Cloud oder lokal“ gar nicht mit einem Entweder-oder, sondern mit der 3-2-1-Regel. Sie ist seit Jahren der Standard für verlässliche Datensicherung und lässt sich auch privat umsetzen:

Anzeige
  • 3 Kopien deiner Daten (das Original plus zwei Backups)
  • 2 verschiedene Medien (zum Beispiel interne Festplatte und externe Festplatte oder NAS)
  • 1 Kopie ausser Haus (das ist typischerweise das Cloud-Backup)

Für die meisten Privatnutzer heisst das konkret: die Daten auf dem PC (Kopie 1), ein automatisches Backup auf eine externe Festplatte oder ein NAS (Kopie 2) und ein Cloud-Backup als Kopie ausser Haus (Kopie 3). Damit ist kein einzelner Vorfall mehr in der Lage, alle drei Kopien gleichzeitig zu vernichten.

Was die 3-2-1-1-0-Erweiterung gegen Ransomware bringt

Moderne Erpressungs-Software (Ransomware) verschlüsselt nicht nur die Originaldaten, sondern sucht aktiv nach angeschlossenen Backup-Laufwerken und befällt diese gleich mit. Deshalb wurde die Regel zur 3-2-1-1-0-Regel erweitert:

  • Die zusätzliche 1 steht für eine Kopie, die offline („air-gapped“, also physisch getrennt) oder unveränderlich („immutable“ – einmal geschrieben, nicht mehr änderbar) ist. An diese Kopie kommt Ransomware nicht heran.
  • Die 0 steht für null Fehler beim Wiederherstellungs-Test – ein Backup, das du nie zurückgespielt hast, ist nur eine Vermutung.

Praktisch bedeutet das: Trenne die externe Festplatte nach dem Backup vom Rechner, statt sie dauerhaft angesteckt zu lassen. Und wähle bei der Cloud einen Dienst, der Versionsstände unveränderlich aufbewahrt.

Worauf du beim Cloud-Backup achten solltest

Ein Cloud-Backup ist nur so sicher wie seine Konfiguration. Drei Punkte entscheiden:

  1. Verschlüsselung: Achte auf Ende-zu-Ende- oder „Zero-Knowledge“-Verschlüsselung. Dabei werden die Daten schon auf deinem Gerät verschlüsselt – selbst der Anbieter kann sie nicht lesen.
  2. Standort des Rechenzentrums: Für DSGVO-Konformität sollte der Server in der EU stehen und der Anbieter Standards wie ISO 27001 erfüllen.
  3. Versionierung: Der Dienst sollte mehrere frühere Versionen aufbewahren, damit du nach einem Ransomware-Befall auf einen sauberen Stand zurück kannst.

Worauf du beim lokalen Backup achten solltest

Beim lokalen Backup ist der grösste Fehler, den Datenträger dauerhaft angeschlossen zu lassen. Dann ist er bei einem Befall genauso betroffen wie der PC. Besser:

  • Externe Festplatte nur fürs Backup anstecken, danach trennen und getrennt lagern.
  • Den Datenträger verschlüsseln (Windows bietet dafür BitLocker, macOS FileVault) – sonst kann ein Dieb die Daten direkt auslesen.
  • Festplatten halten nicht ewig: Prüfe das Backup gelegentlich und ersetze alte Datenträger rechtzeitig.

Welche Lösung passt zu dir?

Wenn du nur eine schnelle, günstige Absicherung gegen ein abgerauchtes Laufwerk suchst, reicht ein lokales Backup als Einstieg. Geht es dir um den Schutz unersetzlicher Daten – Fotos, Dokumente, Steuerunterlagen –, führt an einer zusätzlichen Cloud-Kopie kein Weg vorbei. Die Faustregel bleibt: lokal fürs schnelle Zurückspielen, Cloud für den Katastrophenfall, und beides zusammen nach der 3-2-1-Regel für echte Datensicherheit.

Anzeige

Häufige Fragen

Ist Cloud-Backup sicherer als lokales Backup?

Nicht pauschal. Die Cloud schützt besser vor Brand, Diebstahl und Ransomware, weil die Daten ausser Haus liegen. Das lokale Backup ist dafür schneller und bleibt in deiner Kontrolle. Am sichersten ist die Kombination aus beidem nach der 3-2-1-Regel.

Was bedeutet die 3-2-1-Backup-Regel?

Sie besagt: drei Kopien deiner Daten auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine Kopie ausser Haus. Privat heißt das meist: PC plus externe Festplatte oder NAS plus ein Cloud-Backup als Auswärts-Kopie.

Schützt ein Backup vor Ransomware?

Nur, wenn die Kopie nicht dauerhaft erreichbar ist. Ransomware verschlüsselt auch angeschlossene Backup-Laufwerke. Trenne externe Datenträger nach dem Backup und nutze in der Cloud unveränderliche Versionen (immutable). Das ist der Kern der 3-2-1-1-0-Regel.

Ist Cloud-Backup DSGVO-konform?

Ja, wenn der Anbieter Rechenzentren in der EU betreibt, anerkannte Sicherheitsstandards wie ISO 27001 erfüllt und die Daten verschlüsselt sind. Ideal ist Zero-Knowledge-Verschlüsselung, bei der selbst der Anbieter die Daten nicht lesen kann.

Reicht eine externe Festplatte als Backup aus?

Als Einstieg ja, als alleinige Sicherung nein. Liegt die Festplatte am selben Ort wie der PC, ist sie bei Brand, Diebstahl oder Wasserschaden mit verloren. Für unersetzliche Daten gehört eine zweite Kopie ausser Haus dazu, etwa in der Cloud.

Anzeige
Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

→ Mehr über mich

Anzeige



Anzeige