NetworkManager: Netzwerk per nmcli verwalten – die Basics

Netzwerk-Router mit Ethernet-Kabeln und Laptop auf einem Schreibtisch – Symbolbild für Netzwerkverwaltung mit NetworkManager unter Linux

Die Netzwerkverwaltung mit NetworkManager läuft auf den meisten Linux-Systemen über das Kommando nmcli. Drei Befehle reichen für den Alltag: nmcli device status zeigt deine Netzwerkkarten, nmcli connection show listet die gespeicherten Profile, und mit nmcli connection up <name> aktivierst du eine Verbindung. WLAN, feste IP-Adresse und DNS stellst du damit ohne grafische Oberfläche ein – auch auf einem Server ohne Desktop.

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Die wichtigsten nmcli-Befehle auf einen Blick

NetworkManager ist der Dienst (Daemon), der im Hintergrund deine Netzwerkverbindungen verwaltet. nmcli ist das Kommandozeilen-Werkzeug, mit dem du ihm Anweisungen gibst. Diese Befehle brauchst du am häufigsten:

BefehlWas er macht
nmcli device statusZeigt alle Netzwerkgeräte und ob sie verbunden sind
nmcli connection showListet alle gespeicherten Verbindungsprofile
nmcli connection up <name>Aktiviert ein Profil
nmcli connection down <name>Trennt ein Profil (Profil bleibt gespeichert)
nmcli device wifi listZeigt erreichbare WLAN-Netze
nmcli general statusGesamtstatus von NetworkManager

Ein Begriff vorab, weil er ständig auftaucht: Eine Verbindung (connection) ist bei NetworkManager nicht das Kabel, sondern ein gespeichertes Profil mit allen Einstellungen – IP-Modus, DNS, WLAN-Passwort. Ein Gerät (device) ist die physische oder virtuelle Netzwerkkarte wie eth0 oder wlan0. Du legst Profile an und weist sie Geräten zu.

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cshow

Mit WLAN verbinden

Erst schauen, welche Netze in Reichweite sind:

nmcli device wifi list

Dann mit dem Zielnetz verbinden. Den Namen des Netzes (SSID) und das Passwort setzt du direkt ein:

nmcli device wifi connect "MeinWLAN" password "geheimespasswort"

NetworkManager legt dabei automatisch ein Profil an und merkt sich die Verbindung, sodass sie beim nächsten Start wieder aufgebaut wird. Steckt in deinem Rechner mehr als eine WLAN-Karte, hängst du mit ifname wlan0 die gewünschte Karte an den Befehl an.

Feste IP-Adresse vergeben

Server, Drucker oder ein Heim-NAS sollen oft eine feste IP-Adresse statt einer per DHCP zugeteilten bekommen. Suche zuerst den Namen deines Profils mit nmcli connection show – bei einem frisch installierten System heißt es häufig Wired connection 1. Dann stellst du das Profil auf manuelle Adressvergabe um:

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nmcli connection modify "Wired connection 1" \
  ipv4.method manual \
  ipv4.addresses 192.168.178.50/24 \
  ipv4.gateway 192.168.178.1 \
  ipv4.dns "192.168.178.1 1.1.1.1"

Was die Werte bedeuten: ipv4.addresses ist die feste Adresse samt Netzmaske (die /24 entspricht 255.255.255.0), ipv4.gateway ist meist dein Router, und ipv4.dns sind die Namensserver – hier der Router plus Cloudflare als Reserve. ipv4.method manual schaltet DHCP ab.

Die Änderung wird erst nach einem Neuaufbau der Verbindung aktiv:

nmcli connection up "Wired connection 1"

Achtung, wenn du per SSH auf einem entfernten Rechner arbeitest: Mit dem up-Befehl wechselt die IP-Adresse, und deine SSH-Sitzung bricht ab. Plane das ein und verbinde dich anschließend auf die neue Adresse.

nmtui – der Assistent im Terminal

Wer sich die Optionsnamen nicht merken möchte, nimmt nmtui. Das ist eine textbasierte Oberfläche, die du mit den Pfeiltasten bedienst – ideal auf einem Server ohne Desktop:

nmtui

Im Menü „Verbindung bearbeiten“ wählst du dein Profil, stellst die IPv4-Konfiguration von Automatisch auf Manuell und trägst Adresse, Gateway und DNS in die Felder ein. Nach dem Speichern musst du die Verbindung einmal aus- und wieder einschalten (im Menü „Verbindung aktivieren“), damit die neuen Werte greifen. nmtui und nmcli schreiben in dieselben Profile – du kannst also beide mischen.

Wenn etwas nicht klappt

Ein paar Stolperfallen, die in der Praxis immer wieder auftauchen:

  • Verbindung kommt nach dem Bearbeiten nicht hoch: Hast du ipv4.method manual gesetzt, aber Gateway oder DNS vergessen? Ohne Gateway erreichst du nur dein lokales Netz, ohne DNS funktioniert keine Namensauflösung. Prüfe das komplette Profil mit nmcli connection show "Wired connection 1".
  • Gerät steht auf „unmanaged“: Dann ignoriert NetworkManager die Karte, weil sie von einem anderen Dienst verwaltet wird (oft systemd-networkd oder eine alte /etc/network/interfaces). Zwei Tools, die dieselbe Karte steuern wollen, vertragen sich nicht – entscheide dich für eines.
  • WLAN-Verbindung scheitert ohne Fehlermeldung: Tippfehler im Passwort sind die häufigste Ursache. nmcli device wifi connect meldet ein falsches Passwort nicht immer klar; ein Blick in das Systemprotokoll mit journalctl -u NetworkManager zeigt den echten Grund.
  • Profil-Datei von Hand geändert: Wenn du eine Datei unter /etc/NetworkManager/system-connections/ direkt editiert hast, lädt NetworkManager sie erst nach nmcli connection reload neu.

Hintergrund: Warum NetworkManager?

Früher wurde die Netzwerkkonfiguration unter Linux in statischen Dateien wie /etc/network/interfaces gepflegt – gut für einen Server, der immer am selben Kabel hängt, aber unpraktisch für einen Laptop, der ständig zwischen WLAN-Netzen wechselt. NetworkManager wurde genau dafür entwickelt: Er erkennt Netze automatisch, baut beim Aufstehen aus dem Standby zügig wieder eine Verbindung auf und priorisiert Kabel gegenüber WLAN.

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Deshalb setzen heute fast alle großen Distributionen – Fedora, Ubuntu, Debian, RHEL und ihre Ableger – standardmäßig auf NetworkManager. Die Profile selbst liegen als Textdateien im sogenannten keyfile-Format unter /etc/NetworkManager/system-connections/. Das ist nützlich zu wissen, wenn du eine Konfiguration sichern oder auf einen anderen Rechner kopieren willst. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die vollständige Optionsreferenz auf der offiziellen NetworkManager-Projektseite.

Häufige Fragen

Wie verbinde ich mich per nmcli mit einem WLAN?

Erst die Netze anzeigen mit „nmcli device wifi list“, dann verbinden: nmcli device wifi connect „MeinWLAN“ password „passwort“. NetworkManager speichert das Profil automatisch für den nächsten Start.

Wie vergebe ich mit NetworkManager eine feste IP-Adresse?

Mit nmcli connection modify das Profil auf ipv4.method manual stellen und ipv4.addresses, ipv4.gateway und ipv4.dns setzen. Danach mit nmcli connection up das Profil neu aktivieren, damit die Werte greifen.

Was ist der Unterschied zwischen nmcli und nmtui?

nmcli ist das Kommandozeilen-Tool für Skripte und schnelle Befehle. nmtui ist eine textbasierte Menü-Oberfläche im Terminal, die du mit Pfeiltasten bedienst. Beide schreiben in dieselben Profile.

Warum greift meine Änderung an der IP-Adresse nicht?

NetworkManager übernimmt Profiländerungen erst nach einem Neuaufbau der Verbindung. Aktiviere das Profil mit nmcli connection up neu. Bei direkt editierten Profil-Dateien hilft vorher nmcli connection reload.

Welche Linux-Distributionen nutzen NetworkManager?

Fast alle großen Distributionen setzen ihn standardmäßig ein, darunter Fedora, Ubuntu, Debian und RHEL samt Ablegern. Die Profile liegen als keyfile-Dateien unter /etc/NetworkManager/system-connections/.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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