Snap-Pakete verwaltest du komplett über einen einzigen Befehl namens snap: sudo snap install <name> installiert eine Anwendung, sudo snap remove <name> entfernt sie, snap list zeigt alles Installierte und sudo snap refresh aktualisiert. Automatische Updates pausierst du mit sudo snap refresh --hold, eine fehlerhafte Version machst du mit sudo snap revert <name> rückgängig. Sobald der Dienst snapd läuft, funktionieren diese Befehle distributionsunabhängig.
Was ein Snap-Paket eigentlich ist
Ein Snap ist ein in sich abgeschlossenes Software-Paket: Es bringt die Anwendung und alle benötigten Bibliotheken (vorgefertigte Programmbausteine) selbst mit, statt sich auf die im System vorhandenen Versionen zu verlassen. Dadurch läuft dasselbe Snap unter Ubuntu, Fedora oder Arch identisch, ohne dass du dich um Abhängigkeiten kümmern musst. Verwaltet wird das Ganze vom Hintergrunddienst snapd, dem sogenannten Daemon (ein dauerhaft laufendes Systemprogramm). Unter Ubuntu ist er ab Werk dabei; auf anderen Distributionen installierst du ihn einmalig über den jeweiligen Paketmanager, etwa sudo dnf install snapd unter Fedora.
Der Preis für diese Bequemlichkeit ist Speicher: Weil jedes Snap seine Bibliotheken dupliziert, brauchen mehrere Snaps mehr Platz als klassische .deb-Pakete und starten oft etwas langsamer. Auf einem normalen Desktop fällt das kaum auf, auf einem kleinen VPS oder Embedded-System solltest du es einplanen.
Snap-Pakete finden, installieren und entfernen
Bevor du etwas installierst, suchst du im Snap Store nach dem passenden Paket:
snap find vlc
Die Installation läuft dann mit Administratorrechten. Manche Programme – typischerweise Entwickler-Tools wie Visual Studio Code – benötigen den Zusatz --classic, weil sie auf das gesamte Dateisystem zugreifen müssen und daher nicht in der vollen Sandbox laufen:
sudo snap install vlc
sudo snap install code --classic
Welche Snaps gerade installiert sind, zeigt snap list. Zum Entfernen reicht snap remove; mit der Option --purge löschst du zusätzlich die gespeicherten Snapshots der App-Daten:
snap list
sudo snap remove vlc
sudo snap remove --purge vlc
Detailinfos zu einem Paket – verfügbare Kanäle, Version, Herausgeber – liefert snap info vlc.
Updates steuern: refresh, hold und revert
Snaps aktualisieren sich von selbst, standardmäßig bis zu viermal täglich. Das ist sicherheitstechnisch praktisch, aber nicht jeder will, dass sich Software unkontrolliert ändert. Diese drei Befehle geben dir die Kontrolle zurück.
Alles sofort aktualisieren oder nur ein bestimmtes Paket:
sudo snap refresh
sudo snap refresh vlc
Welche Updates anstehen, ohne sie einzuspielen:
snap refresh --list
Automatische Updates lassen sich nicht dauerhaft komplett abschalten, aber pausieren – systemweit oder für ein einzelnes Paket. Das ist der saubere Weg, etwa um vor einer Präsentation keine Versionssprünge zu riskieren:
sudo snap refresh --hold
sudo snap refresh --hold vlc
sudo snap refresh --unhold vlc
Hat ein Update etwas kaputt gemacht, springst du mit einem Befehl zur vorherigen, funktionierenden Version zurück. Snap behält die letzte Revision genau dafür vor:
sudo snap revert vlc
Speicherplatz freigeben und alte Revisionen aufräumen
Snap behält ältere Versionen jedes Pakets als Sicherheitsnetz – das summiert sich. Wie viel Platz die Snaps belegen, siehst du direkt im Snap-Verzeichnis:
du -sh /var/lib/snapd/snaps/*
Mit snap list --all siehst du alle Revisionen inklusive der deaktivierten. Eine gezielt entfernen kannst du über ihre Nummer:
snap list --all
sudo snap remove vlc --revision=1234
Dauerhaft begrenzt du den Verbrauch, indem du festlegst, wie viele Revisionen behalten werden. Der Standard ist drei; zwei ist ein guter Kompromiss aus Sicherheit und Platz:
sudo snap set system refresh.retain=2
Hinweis: Mindestens zwei Revisionen solltest du behalten, sonst funktioniert snap revert nicht mehr – ohne ältere Version gibt es nichts, wohin zurückgerollt werden könnte.
Berechtigungen und die Sandbox verstehen
Der eigentliche Sicherheitsgewinn von Snap ist die Sandbox: Eine App darf standardmäßig nur das, was sie ausdrücklich angemeldet hat. Geregelt wird das über sogenannte Interfaces (Schnittstellen für Kamera, Netzwerk, Heimverzeichnis und so weiter). Welche Verbindungen ein Snap nutzt, zeigt:
snap connections
snap connections vlc
Eine Berechtigung erteilst oder entziehst du manuell – nützlich, wenn ein Programm zum Beispiel keinen Kamerazugriff bekommen soll:
sudo snap connect vlc:camera
sudo snap disconnect vlc:camera
Ein Klassiker in der Fachinformatiker-Prüfung ist die Unterscheidung der Confinement-Modi: strict (volle Sandbox, Standard), classic (Sandbox aufgehoben, voller Systemzugriff) und devmode (zum Entwickeln). Wenn ein Snap nur mit --classic installierbar ist, läuft es bewusst ohne Sandbox – das ist die häufigste Kritik an Snap, weil der Schutz dann entfällt.
Snap oder Flatpak? Wann was sinnvoll ist
Beide Formate verfolgen dasselbe Ziel – isolierte, distributionsübergreifende Pakete –, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Die Kurzfassung:
| Kriterium | Snap | Flatpak |
|---|---|---|
| Updates | automatisch (bis 4×/Tag), pausierbar | manuell (flatpak update) |
| Sandbox | AppArmor + Interfaces; viele Apps „classic“ | Portale, fein pro App steuerbar |
| Server/CLI-Tools | stark (Daemon, kubectl, Datenbanken) | auf Desktop-Apps ausgelegt |
| Vorinstalliert | Ubuntu | Fedora, Mint, Pop!_OS |
| Desktop-Start & Speicher | etwas langsamer, mehr Platz | schneller, geteilte Runtimes |
Faustregel: Für Server-Werkzeuge und unter Ubuntu ist Snap die naheliegende Wahl, weil es ohne Zusatzeinrichtung läuft. Für Desktop-Anwendungen mit feiner Rechtekontrolle hat Flatpak die Nase vorn. Beide lassen sich problemlos parallel betreiben.
Wenn etwas nicht klappt
Hängt eine Installation oder ein Update, hilft der Blick in das Aktivitätsprotokoll. snap changes listet alle laufenden und abgeschlossenen Vorgänge mit einer ID; die Details zu einem davon holst du dir per snap tasks <id>:
snap changes
snap tasks 42
Zwei häufige Stolperfallen: Erstens scheitern Installationen oft mit der Meldung, dass --classic nötig sei – dann das Paket einfach mit dieser Option erneut installieren. Zweitens lässt sich ein Snap nicht entfernen, solange ein laufender Prozess es noch nutzt; in dem Fall die App schließen und snap remove wiederholen. Verbindliche Referenz für alle Befehle und Interfaces ist die offizielle Snap-Dokumentation von Canonical.
Häufige Fragen
Wie aktualisiere ich Snap-Pakete?
Mit sudo snap refresh aktualisierst du alle Snaps auf einmal, mit sudo snap refresh paketname nur ein bestimmtes. snap refresh –list zeigt vorab, welche Updates anstehen, ohne sie einzuspielen.
Kann ich automatische Snap-Updates abschalten?
Komplett dauerhaft deaktivieren lässt sich die automatische Aktualisierung nicht. Du kannst sie aber mit sudo snap refresh –hold systemweit oder paketweise pausieren und später per –unhold wieder freigeben.
Snap oder Flatpak – was ist besser?
Es kommt auf den Einsatz an: Snap punktet bei Server- und CLI-Tools und ist unter Ubuntu vorinstalliert. Flatpak ist für Desktop-Apps schneller und erlaubt feinere Rechtevergabe. Beide laufen problemlos parallel.
Funktionieren Snaps auch auf Nicht-Ubuntu-Systemen?
Ja. Sobald der Dienst snapd installiert ist – etwa per sudo dnf install snapd unter Fedora –, laufen Snap-Pakete auf nahezu allen gängigen Distributionen identisch.
Wie gebe ich Speicherplatz von alten Snap-Versionen frei?
Setze mit sudo snap set system refresh.retain=2 die Zahl behaltener Revisionen herab und entferne alte Versionen gezielt über snap list –all und sudo snap remove paket –revision=NUMMER.




