Fünf Datentypen gehören nicht ungeschützt in die Cloud: amtliche Ausweis- und Identitätsdaten, Finanz- und Bankunterlagen, vertrauliche Geschäftsdokumente, höchstprivate Fotos und Videos sowie urheberrechtlich geschützte oder illegale Inhalte. Die einfache Regel dahinter: Alles, was bei einem Datenleck deine Identität, dein Geld oder deine Privatsphäre direkt gefährdet, lädst du nur clientseitig verschlüsselt hoch – oder du lässt es lokal.
Diese 5 Datentypen gehören nicht ungeschützt in die Cloud
Cloud-Speicher ist praktisch und als zusätzliches Backup sinnvoll. Problematisch wird es erst bei Daten, deren Verlust oder Veröffentlichung schwer wiegt. Für diese Kategorien lohnt sich vor dem Upload ein zweiter Gedanke.
1. Ausweis- und Identitätsdaten
Scans von Personalausweis, Reisepass, Geburtsurkunde, Steueridentifikationsnummer oder Sozialversicherungsausweis sind das Lieblingsmaterial für Identitätsdiebstahl. Mit einer einzigen Ausweiskopie lassen sich Konten eröffnen oder Verträge im fremden Namen abschließen. Solche Dokumente gehören – wenn überhaupt in die Cloud – nur in einen verschlüsselten Container.
2. Finanz- und Bankdaten
Kontoauszüge, Kreditkartennummern, Steuerunterlagen oder Vermögensübersichten sind ein lohnendes Ziel für Phishing und gezielte Angriffe. Wird ein Cloud-Konto übernommen, liegt damit oft die komplette finanzielle Lage offen. Diese Unterlagen bewahrst du besser auf einer verschlüsselten externen Festplatte oder in einer spezialisierten Finanzsoftware auf.
3. Vertrauliche Geschäftsunterlagen – und fremde personenbezogene Daten
Hier wird es rechtlich heikel. Das BSI warnt ausdrücklich davor, personenbezogene Daten Dritter bei einem Cloud-Anbieter abzulegen – schon Kundentermine mit Adressen in einem Cloud-Kalender können gegen das Datenschutzrecht verstoßen. Speicherst du geschäftliche Daten Dritter bei einem Anbieter mit Servern im Ausland, solltest du das vorab juristisch prüfen lassen. Für Unternehmen sind On-Premise-Server oder Hybridlösungen meist der sicherere Weg.
4. Höchstprivate Fotos und Videos
Intime oder besonders private Aufnahmen sind bei einem Leak doppelt schmerzhaft: Sie lassen sich nicht zurückholen und verletzen die Privatsphäre massiv. Wer solche Erinnerungen sichern will, fährt mit zwei lokalen Kopien – etwa externe Festplatte plus NAS – ruhiger als mit einem reinen Cloud-Upload.
5. Urheberrechtlich geschützte oder illegale Inhalte
Filme, Serien, Musik, Hörbücher oder Software ohne Lizenz haben in der Cloud nichts verloren. Viele Anbieter scannen Inhalte und sperren bei Verstößen das gesamte Konto – im schlimmsten Fall sind damit auch deine legitimen Daten weg. Dazu kommen mögliche rechtliche Konsequenzen.
Warum die Cloud bei sensiblen Daten zum Risiko wird
Die Cloud ist nicht per se unsicher. Aber bei sensiblen Daten summieren sich Risiken, die du bei lokaler Speicherung gar nicht hast.
- Cyberangriffe und Datenlecks: Große Cloud-Dienste sind ein attraktives Ziel. Wird ein Anbieter oder dein Konto kompromittiert, sind potenziell alle dort liegenden Dateien betroffen.
- Falsch gesetzte Freigaben: Ein einziger versehentlich öffentlich geteilter Ordner oder ein alter Freigabe-Link reicht, damit Dritte mitlesen. Das ist in der Praxis eine der häufigsten Ursachen für ungewollte Datenabflüsse.
- Unklarer Serverstandort und Verschlüsselung: Gerade bei automatischen Cloud-Sicherungen ist laut BSI oft nicht nachvollziehbar, ob und wie deine Daten verschlüsselt werden und in welchem Land die Server stehen.
- KI-Funktionen und Prompts: Immer mehr Cloud-Dienste binden KI-Assistenten ein. Sensible Inhalte, die du in einen KI-Prompt kopierst, können beim Anbieter landen – das BSI rät, vorab klar zu regeln, welche Daten dort nie eingegeben werden dürfen.
So speicherst du sensible Daten trotzdem sicher
Wenn du auf den Cloud-Komfort nicht verzichten willst, machst du deine Daten unlesbar, bevor sie den Rechner verlassen. Das nennt sich clientseitige Verschlüsselung – der Anbieter sieht dann nur noch verschlüsselten Datensalat.
- Vor dem Upload verschlüsseln. Cryptomator ist dafür der bequemste Einstieg: kostenlos, quelloffen, verschlüsselt mit AES-256 nach dem Zero-Knowledge-Prinzip und legt einen virtuellen Tresor an, der mit Dropbox, Google Drive oder OneDrive zusammenarbeitet. Auch die Dateinamen werden verschlüsselt. Für ganze Container oder Festplatten ist VeraCrypt (ebenfalls Open Source) die robuste Alternative.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Ein zweiter Faktor per Authenticator-App (z. B. ein Einmalcode oder eine Push-Bestätigung) schützt das Konto selbst dann, wenn dein Passwort gestohlen wird. Bei allen großen Anbietern lässt sich 2FA in den Sicherheitseinstellungen einschalten – ein Pflicht-Schritt für jedes Cloud-Konto mit wichtigen Daten.
- Freigaben regelmäßig aufräumen. Prüfe ein- bis zweimal im Jahr, welche Links noch aktiv sind, wer auf geteilte Ordner zugreifen kann und ob alte Geschäftspartner oder ehemalige Teammitglieder noch Rechte haben. Nicht mehr benötigte Freigaben sofort entziehen.
- Den richtigen Anbieter wählen. Achte auf nachweisbare Standards: Verschlüsselung bei Übertragung und im Ruhezustand, DSGVO-Konformität und Zertifikate wie ISO 27001 oder SOC 2. Ein Blick in die Vergangenheit des Anbieters – gab es Datenlecks, wie transparent wurde damit umgegangen – sagt oft mehr als jedes Werbeversprechen.
Wenn die Daten besser lokal bleiben: die Alternativen
Für die wirklich kritischen Kategorien ist offline oft die ruhigere Wahl. Diese Optionen ergänzen oder ersetzen die Cloud:
| Lösung | Geeignet für | Worauf achten |
|---|---|---|
| Verschlüsselte externe Festplatte / SSD | Finanzunterlagen, Ausweisscans, Archiv | Hardware- oder Software-Verschlüsselung aktivieren, zweite Kopie anlegen |
| NAS (Network Attached Storage) | Familien, kleine Büros, größere Fotosammlungen | Zugriff aus dem Heimnetz, RAID ersetzt kein Backup |
| USB-Stick mit Verschlüsselung | Einzelne sehr sensible Dokumente | Klein und leicht verlierbar – immer verschlüsseln |
| Hybrid: Cloud + lokale Kopie | Fast alle Anwendungsfälle | Sensibles verschlüsselt, Unkritisches bequem in der Cloud |
Eine bewährte Faustregel ist die 3-2-1-Strategie: drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine an einem anderen Ort. Die Cloud kann dabei die externe Kopie sein – sie muss aber nicht das einzige Zuhause deiner sensiblen Daten sein.
Hintergrund: Was Zero-Knowledge und Ende-zu-Ende wirklich bedeuten
Viele Anbieter werben mit „verschlüsselter Speicherung“. Wichtig ist der Unterschied, wer den Schlüssel besitzt. Bei der üblichen serverseitigen Verschlüsselung verschlüsselt der Anbieter deine Daten – hält aber selbst den Schlüssel und könnte theoretisch (oder auf behördliche Anordnung) darauf zugreifen.
Bei Zero-Knowledge beziehungsweise Ende-zu-Ende-Verschlüsselung entsteht der Schlüssel auf deinem Gerät und verlässt es nie. Der Anbieter kann deine Dateien technisch nicht lesen – selbst bei einem Einbruch in seine Server liegen dort nur unbrauchbare Daten. Genau dieses Prinzip nutzt du, wenn du Tools wie Cryptomator vor den Upload schaltest. Für alles, was wirklich vertraulich ist, ist das der entscheidende Hebel.
Häufige Fragen
Welche Daten sollte man nicht in der Cloud speichern?
Ausweis- und Identitätsdaten, Finanz- und Bankunterlagen, vertrauliche Geschäftsdokumente samt fremder personenbezogener Daten, höchstprivate Fotos sowie urheberrechtlich geschützte oder illegale Inhalte – zumindest nicht unverschlüsselt.
Ist die Cloud sicherer als eine externe Festplatte?
Beides hat Stärken. Die Cloud schützt vor Feuer, Diebstahl und Hardwaredefekt, die Festplatte vor Online-Angriffen. Am sichersten ist die Kombination: Sensibles lokal und verschlüsselt, ein zusätzliches Backup in der Cloud.
Wie verschlüssele ich Daten vor dem Cloud-Upload?
Mit clientseitiger Verschlüsselung. Cryptomator legt kostenlos einen AES-256-Tresor an, der mit Dropbox, Google Drive oder OneDrive funktioniert. Für ganze Container eignet sich VeraCrypt. So lädst du nur unlesbare Daten hoch.
Kann man Daten in der Cloud wirklich vollständig löschen?
Nicht immer sofort. Gelöschte Dateien bleiben oft tage- bis wochenlang in automatischen Backups des Anbieters. Prüfe in den Richtlinien, wie und wann Daten endgültig entfernt werden, und frage im Zweifel beim Support nach.
Woran erkenne ich einen sicheren Cloud-Anbieter?
An nachweisbaren Standards: Verschlüsselung bei Übertragung und im Ruhezustand, DSGVO-Konformität, Zertifikate wie ISO 27001 oder SOC 2 sowie ein transparenter Umgang mit früheren Sicherheitsvorfällen.




