Der Ausführen-Dialog öffnet sich mit der Tastenkombination Windows + R. Dort tippst du ein kurzes Kürzel — etwa devmgmt.msc für den Geräte-Manager oder appwiz.cpl zum Deinstallieren — und drückst Enter. Das spart den Klickweg durch verschachtelte Menüs. Die folgende Liste sammelt die Befehle, die im Alltag und in der Fachinformatiker-Praxis am häufigsten gebraucht werden, nach Aufgabe sortiert.
So funktioniert der Ausführen-Dialog
„Ausführen“ ist ein kleines Eingabefeld, das direkt an die Windows-Shell durchreicht: Was du eintippst, wird als Programm, Verwaltungskonsole oder Ordnerpfad gestartet. Du erreichst es auf drei Wegen:
- Windows + R — der schnellste Weg, funktioniert in Windows 10 und 11 (getestet mit 24H2, Stand Juli 2026) identisch.
- Rechtsklick auf den Start-Button → „Ausführen“.
- Über die Suche nach Ausführen in der Taskleiste.
Ein Kürzel wie services.msc ist dabei kein Zauberwort, sondern der Dateiname eines Systemwerkzeugs. Windows findet es, weil der Ordner C:\Windows\System32 im Suchpfad liegt — mehr dazu weiter unten. Der Dialog merkt sich außerdem deine letzten Eingaben; über den Pfeil rechts im Feld holst du sie zurück.
System & Diagnose
Diese Befehle brauchst du, wenn ein Rechner zickt und du schnell an Zustandsdaten willst — ohne dich durch die Einstellungen zu klicken.
| Befehl | Öffnet |
|---|---|
msinfo32 | Systeminformationen — vollständige Hardware- und Software-Übersicht |
dxdiag | DirectX-Diagnose — Grafikkarte, Sound und deren Treiberstände |
resmon | Ressourcenmonitor — CPU, RAM, Datenträger und Netzwerk in Echtzeit |
perfmon | Leistungsüberwachung — Datensammler und Langzeit-Protokolle |
taskmgr | Task-Manager — laufende Prozesse und Autostart |
msconfig | Systemkonfiguration — Boot-Optionen und Dienste-Auswahl |
mdsched | Windows-Speicherdiagnose — RAM auf Fehler prüfen (Neustart nötig) |
winver | Zeigt die exakte Windows-Version und Build-Nummer |
cmd | Eingabeaufforderung (Klassiker für Netzwerk- und Datei-Befehle) |
powershell | PowerShell — die modernere Skript- und Verwaltungs-Shell |
Verwaltungskonsolen (.msc)
Alle Kürzel mit der Endung .msc öffnen ein Snap-in — eine vorkonfigurierte Verwaltungskonsole. Sie sind das Rückgrat der Windows-Administration und tauchen so auch regelmäßig in der IHK-Prüfung auf.
| Befehl | Öffnet |
|---|---|
devmgmt.msc | Geräte-Manager — Hardware und Treiber |
services.msc | Dienste — Hintergrundprozesse starten, stoppen, konfigurieren |
diskmgmt.msc | Datenträgerverwaltung — Partitionen und Laufwerksbuchstaben |
compmgmt.msc | Computerverwaltung — Sammelkonsole aus mehreren Snap-ins |
eventvwr.msc | Ereignisanzeige — System- und Anwendungsprotokolle |
taskschd.msc | Aufgabenplanung — zeit- oder ereignisgesteuerte Tasks |
gpedit.msc | Gruppenrichtlinien-Editor (nur Pro/Enterprise/Education) |
lusrmgr.msc | Lokale Benutzer und Gruppen (nur Pro/Enterprise/Education) |
wf.msc | Windows Defender Firewall mit erweiterter Sicherheit |
certmgr.msc | Zertifikate des aktuellen Benutzers verwalten |
Systemsteuerungs-Applets (.cpl)
Die Endung .cpl steht für Control Panel. Jedes dieser Kürzel springt direkt in ein Modul der klassischen Systemsteuerung — praktisch, weil Microsoft viele davon in der neuen Einstellungen-App tiefer vergraben hat.
| Befehl | Öffnet |
|---|---|
appwiz.cpl | Programme und Features — Software deinstallieren |
ncpa.cpl | Netzwerkverbindungen — Adapter und deren Eigenschaften |
sysdm.cpl | Systemeigenschaften — Computername, Remote, erweiterte Optionen |
powercfg.cpl | Energieoptionen — Energiesparpläne |
firewall.cpl | Windows Defender Firewall (Standardansicht) |
desk.cpl | Anzeigeeinstellungen — Auflösung und Skalierung |
mmsys.cpl | Sound — Wiedergabe- und Aufnahmegeräte |
inetcpl.cpl | Interneteigenschaften — u. a. Proxy-Einstellungen |
timedate.cpl | Datum und Uhrzeit |
control | Die komplette klassische Systemsteuerung |
Alltag, Tools & Ordner-Kürzel
Der Rest fürs tägliche Arbeiten — vom Screenshot-Tool bis zum Sprung in versteckte Ordner. Ein Punkt oder Backslash allein ist dabei tatsächlich ein gültiger „Befehl“.
| Befehl | Öffnet |
|---|---|
regedit | Registrierungs-Editor (Vorsicht — vorher Backup, siehe Hinweis unten) |
cleanmgr | Datenträgerbereinigung — temporäre Dateien löschen |
mstsc | Remotedesktopverbindung zu einem anderen Rechner |
netplwiz | Erweiterte Benutzerkonten-Verwaltung |
rstrui | Systemwiederherstellung — auf einen früheren Punkt zurück |
mrt | Microsoft-Tool zum Entfernen bösartiger Software |
osk | Bildschirmtastatur |
snippingtool | Snipping Tool — Screenshots aufnehmen |
charmap | Zeichentabelle — Sonderzeichen heraussuchen |
shell:startup | Autostart-Ordner des aktuellen Benutzers |
. (Punkt) | Öffnet den Ordner deines Benutzerprofils |
\ (Backslash) | Öffnet das Systemlaufwerk C: |
Backup-Hinweis: Vor Änderungen im Registrierungs-Editor (regedit) oder in der Datenträgerverwaltung (diskmgmt.msc) solltest du einen Wiederherstellungspunkt anlegen oder den betroffenen Schlüssel exportieren. Ein falscher Eintrag kann Windows lahmlegen — mit Export ist der Zustand in Sekunden zurückgeholt.
Wenn ein Befehl nicht funktioniert
Ein Kürzel, das ins Leere läuft, liegt fast nie am Ausführen-Dialog selbst. Diese drei Ursachen decken die meisten Fälle ab:
- Edition-Grenze:
gpedit.mscundlusrmgr.mscgibt es nur in Windows Pro, Enterprise und Education. In Windows Home fehlen sie ab Werk — der Befehl endet dann mit einer Fehlermeldung, nicht mit einem Fenster. - Fehlende Rechte: Werkzeuge wie
regeditoder die Firewall-Konsole verlangen Administratorrechte. Startet nichts, tippe das Kürzel stattdessen ins Startmenü und wähle Als Administrator ausführen. - Falscher Kontext: Ordner-Kürzel wie
shell:startupfunktionieren nur im Ausführen-Dialog oder in der Adressleiste des Explorers, nicht in der Eingabeaufforderung. Umgekehrt sind reine Konsolenbefehle (etwaipconfig) im Ausführen-Feld sinnlos, weil sich ihr Fenster sofort wieder schließt.
Schlägt selbst ein Standard-Snap-in fehl, ist oft die Systemdateibasis beschädigt. Dann hilft ein sfc /scannow in einer Administrator-Eingabeaufforderung — es prüft und ersetzt beschädigte Windows-Dateien.
Woher kennt Windows diese Kürzel überhaupt?
Für Azubis lohnt der Blick hinter die Kulisse, weil er das Muster erklärt. Windows löst einen Ausführen-Befehl in dieser Reihenfolge auf:
- Direkter Dateiname: Liegt eine Datei wie
msinfo32.exeoderservices.mscin einem Ordner der UmgebungsvariablePATH(allen voranSystem32), startet Windows sie direkt. - App-Paths-Registry: Programme, die nicht im Pfad liegen, tragen sich unter
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\App Pathsein. So findet Windows auch Software, deren Ordner nicht im PATH steht. - Endungs-Handler:
.mscwird an die Microsoft Management Console übergeben,.cplan die Systemsteuerung. Die Endung entscheidet also, welches „Wirtsprogramm“ das Kürzel öffnet.
Wer das verstanden hat, kann die Logik umdrehen: Ein eigenes Tool lässt sich über einen selbst angelegten App-Paths-Eintrag genauso per Kürzel starten wie die Windows-Bordmittel — kein Magie-Dialog, nur ein sauber aufgelöster Pfad.
Häufige Fragen
Wie öffne ich den Ausführen-Dialog in Windows 11?
Drücke gleichzeitig die Windows-Taste und R. Alternativ per Rechtsklick auf den Start-Button auf den Ausführen-Eintrag klicken oder in der Taskleiste danach suchen. In Windows 10 und 11 ist der Dialog identisch.
Was bedeutet die Endung .msc bei Befehlen wie services.msc?
.msc steht für Microsoft Management Console. Solche Dateien öffnen ein Verwaltungs-Snap-in — eine vorkonfigurierte Konsole für Bereiche wie Dienste, Geräte oder die Datenträgerverwaltung.
Warum funktioniert gpedit.msc bei mir nicht?
Der Gruppenrichtlinien-Editor ist nur in Windows Pro, Enterprise und Education enthalten. In Windows Home fehlt er ab Werk, deshalb führt der Befehl dort zu einer Fehlermeldung statt zu einem Fenster.
Merkt sich Windows die zuletzt eingegebenen Befehle?
Ja. Der Ausführen-Dialog speichert einen Verlauf; über den Pfeil rechts im Eingabefeld rufst du frühere Einträge ab. Leeren lässt sich die Liste über die Registry oder Datenschutz-Tools.
Kann ich eigene Programme über Ausführen starten?
Ja, wenn das Programm im Systempfad (PATH) oder unter den App-Paths der Registry registriert ist. Sonst hilft der vollständige Pfad in Anführungszeichen oder ein selbst angelegter App-Paths-Eintrag.




