Auf Android läuft die Kindersicherung über die App Google Family Link, auf dem iPhone über Einstellungen → Bildschirmzeit zusammen mit der Familienfreigabe. Beide Wege steuern Zeitlimits, App-Freigaben und Inhaltsfilter, abgesichert mit einem Code, den nur du kennst. Wer die Kindersicherung am Smartphone einrichten will, plant pro Gerät rund 15 Minuten ein. Soll dein Kind dagegen nur kurz dein eigenes Handy benutzen, reicht ein Kindermodus.
Kindermodus oder Kindersicherung? Erst diese Frage klären
Die beiden Begriffe werden oft vermischt, meinen aber zwei verschiedene Dinge — und die falsche Wahl kostet dich eine halbe Stunde Einrichtung für nichts.
- Dein Kind bekommt ein eigenes Handy (oder nutzt eines dauerhaft): Dann brauchst du die echte Kindersicherung über ein Kinderkonto — Family Link auf Android, Bildschirmzeit plus Familienfreigabe auf dem iPhone. Die Regeln gelten dauerhaft und lassen sich aus der Ferne ändern.
- Dein Kind darf zehn Minuten auf dein Handy, um ein Spiel zu spielen oder ein Video zu schauen: Dann willst du einen Kindermodus — eine abgeschottete Oberfläche oder eine App-Sperre, die du mit einer PIN wieder verlässt. Kein Konto, keine Einrichtung im Hintergrund.
Beides schließt sich nicht aus. Viele Eltern nutzen den Kindermodus auf dem eigenen Gerät und die Kindersicherung auf dem Gerät des Kindes. Die Anleitung unten deckt beide Fälle ab.
Das brauchst du, bevor du die Kindersicherung am Smartphone einrichten kannst
Zwei Punkte klärst du vorher, sonst hängst du mitten in der Einrichtung fest: Welches Betriebssystem hat das Gerät des Kindes, und gibt es dafür schon ein eigenes Konto? Ein separates Kinderkonto ist Pflicht, denn die Steuerung hängt am Konto, nicht am Gerät. Ein Kind, das im Konto der Eltern mitläuft, lässt sich nicht sinnvoll einschränken.
- Android: ein Google-Konto für dich und eines für dein Kind. In Deutschland muss ein Kind mindestens 16 Jahre alt sein, um ein Google-Konto eigenständig zu verwalten — für jüngere Kinder legst du das Konto über Family Link an und bestätigst die Einwilligung als Elternteil. Family Link ist Googles kostenlose App zur Fernverwaltung des Kindergeräts.
- iPhone/iPad: eine Familienfreigabe — Apples Konto-Verbund für bis zu sechs Personen — in der dein Kind einen eigenen Kind-Account hat. Ohne Familienfreigabe kann dein Kind die Bildschirmzeit-Einstellungen im Zweifel selbst wieder abschalten.
- Beide Geräte griffbereit und geladen: einige Schritte bestätigst du direkt auf dem Handy des Kindes.
Und der Punkt, an dem später die meisten scheitern: Notiere dir den vergebenen Schutzcode an einem sicheren Ort. Wer ihn vergisst, kommt an die Einstellungen nur noch über eine Wiederherstellung heran.
Kindersicherung auf Android mit Google Family Link einrichten
Auf Android lässt sich die Kindersicherung am Smartphone einrichten, ohne das Gerät des Kindes dauerhaft in der Hand zu haben: Family Link installierst du auf deinem Handy, nicht auf dem des Kindes. Google hat die App im Februar 2025 umgebaut: Alle Zeit-Werkzeuge sitzen jetzt in einem gemeinsamen Tab „Bildschirmzeit“, Tages- und App-Limits liegen dort zusammen.
- Family Link öffnen und mit deinem eigenen Google-Konto anmelden.
- Kind hinzufügen: entweder ein neues Konto für dein Kind erstellen oder ein bestehendes Konto unter Elternaufsicht stellen. Google führt dich durch die Einwilligung als Elternteil.
- Auf dem Handy des Kindes mit dem Kinderkonto anmelden und die Verknüpfung bestätigen — dafür brauchst du das Gerät kurz in der Hand.
- Tageslimit setzen: In der App auf Bildschirmzeit tippen und ein Limit pro Tag festlegen. Sinnvoll ist ein Wochenplan mit kürzeren Schultagen und längerem Wochenende.
- Zeitpläne einrichten: unter Bildschirmzeit → Zeitpläne findest du Ruhezeit (die klassische Schlafenszeit) und den Schulmodus. Beides setzt Android 7 oder neuer voraus. Im Schulmodus schaltet das Gerät auf einen reduzierten Startbildschirm um, Benachrichtigungen sind stumm, und du legst fest, welche Apps trotzdem laufen dürfen. Details dazu stehen in der Google-Hilfe zu Zeitplänen.
- Apps steuern: einzelne Apps blockieren und einstellen, dass Installationen aus dem Play Store deine Zustimmung brauchen. Optional aktivierst du den Gerätestandort.
Braucht dein Kind spontan mehr Zeit, vergibst du in der Bildschirmzeit-Übersicht unter dem Gerätenamen Bonuszeit. Auf Android 14 und neuer (sowie Wear OS 5) lässt sich zusätzlich einschränken, wen dein Kind während Ruhezeit und Schulmodus anrufen oder anschreiben darf — die von Eltern freigegebenen Kontakte rollt Google seit dem Update schrittweise aus, sie sind also nicht auf jedem Gerät sofort da.
Wichtig für den Alltag: Die Limits gelten kontogebunden. Sie greifen auf jedem Android-Gerät und jedem Chromebook, an dem sich dein Kind mit diesem Konto anmeldet.
Kindersicherung auf dem iPhone über Bildschirmzeit einrichten
Bei Apple steckt alles in der Bildschirmzeit. Am stabilsten wirkt sie über die Familienfreigabe, weil dein Kind sie dann nicht selbst deaktivieren kann.
- Auf deinem iPhone Einstellungen → Bildschirmzeit öffnen und unter Familie den Account deines Kindes auswählen. Fehlt er, legst du ihn vorher in der Familienfreigabe über Mitglied hinzufügen → Kind-Account erstellen an; über das Geburtsdatum erkennt iOS automatisch, dass altersgerechte Voreinstellungen gelten.
- Bildschirmzeit aktivieren und angeben, dass es das iPhone eines Kindes ist.
- Auszeit festlegen: ein Zeitraum, in dem nur erlaubte Apps und Anrufe funktionieren — für Schlafenszeit, Hausaufgaben oder Mahlzeiten.
- App-Limits vergeben: tägliche Kontingente für einzelne Apps oder ganze Kategorien wie „Soziale Netzwerke“.
- Unter Beschränkungen → Inhaltsbeschränkungen Altersfreigaben, Webinhalte und App-Installationen filtern. Hier sitzt auch die Kommunikationssicherheit, die sensible Bilder unkenntlich macht.
- Zum Schluss einen Bildschirmzeit-Code vergeben, den dein Kind nicht kennt, und deinen Apple-Account zur Wiederherstellung hinterlegen.
Ohne diesen Code sind alle Regeln mit ein paar Tipps ausgehebelt — er ist der eigentliche Schutz, nicht die Einstellung darüber.
Seit iOS 26 (verfügbar seit September 2025) hat Apple nachgelegt: Will dein Kind einen neuen Kontakt hinzufügen oder einer unbekannten Nummer schreiben, landet die Anfrage zur Freigabe auf deinem Gerät. Bei der Ersteinrichtung eines Geräts fordert das System außerdem selbst dazu auf, den Account in die Familienfreigabe zu holen, wenn ein Alter unter 16 angegeben wird. Und du kannst Apps eine Altersspanne wie „13–17“ mitteilen, ohne das genaue Geburtsdatum deines Kindes preiszugeben.
Kindermodus am Handy: wenn dein Kind nur kurz ran darf
Für die halbe Stunde auf dem Elternhandy braucht niemand ein Kinderkonto. Drei Wege, je nach Gerät:
- Samsung Kids (Galaxy-Geräte): der klassische Kindermodus am Handy. Er läuft ab Android 9; die App ziehst du dir bei Bedarf über den vorinstallierten Galaxy Store („Samsung Kids Installer“). Im Kids-Modus legst du fest, welche Apps und Kontakte verfügbar sind und wie lange die Sitzung dauern darf. Beendet wird der Modus nur mit deiner PIN — Samsung beschreibt die Einrichtung im Support.
- Geführter Zugriff (iPhone): sperrt das iPhone auf genau eine App. Unter Einstellungen → Bedienungshilfen → Geführter Zugriff einschalten und einen Code festlegen. Danach die gewünschte App öffnen und die Seitentaste dreimal drücken (bei älteren Modellen die Home-Taste). Beendet wird die Sitzung wieder mit dreimal Drücken plus Code oder Face ID.
- Google Kids Space: die kindgerechte Oberfläche mit vorsortierten Apps, Büchern und Videos gibt es ausschließlich auf ausgewählten Android-Tablets, etwa von Lenovo, Medion, Nokia oder Google. Auf einem Handy suchst du sie vergebens — dort ist Family Link der richtige Weg.
Ein Kindermodus ist bewusst eine Ausleih-Lösung. Er filtert keine Webinhalte im großen Stil und protokolliert nichts. Für ein Gerät, das dem Kind gehört, bleibt die kontobasierte Kindersicherung Pflicht.
Wenn die Kindersicherung nicht greift
Du konntest die Kindersicherung am Smartphone einrichten, im Alltag wirkt sie trotzdem nicht? Meist liegt es nicht an der Technik, sondern an einer Lücke in der Einrichtung. Die Klassiker, in der Reihenfolge, in der du sie prüfen solltest:
- Kein Code oder bekannter Code: Fehlt auf dem iPhone der Bildschirmzeit-Code oder kennt das Kind ihn, lässt sich jede Regel selbst wieder abschalten. Code neu vergeben und geheim halten.
- Kein echtes Kinderkonto: Läuft das Gerät unter einem Erwachsenen-Konto, fehlen die Kinderschutz-Optionen komplett. Ohne separates Konto (Android) beziehungsweise Familienfreigabe (iPhone) greifen die Limits nicht zuverlässig.
- Apps mit Sonderstatus: Apps, die du als „immer erlaubt“ oder ohne Zeitlimit eingetragen hast, laufen auch in Ruhezeit, Schulmodus und Auszeit weiter. Die Liste kontrollieren, bevor du an den Limits schraubst.
- Zweites Gerät oder Browser: Blockierst du eine App, bleibt die Website im Browser oft offen. Denk an den Webinhalts-Filter — und daran, dass Tablet und PC dieselben Regeln brauchen.
- Family Link auf dem falschen Handy: Die Steuer-App gehört auf dein Gerät, das Kinderkonto auf das des Kindes. Wird beides vertauscht, fehlt dir die Kontrolle.
- Zeitzone oder Uhrzeit falsch: Stimmt die Gerätezeit nicht, greifen Auszeit und Ruhezeit zur falschen Stunde. Automatische Zeiteinstellung prüfen.
Warum die Kindersicherung am Konto hängt
Beide Systeme regeln nicht das Handy, sondern das Konto. Family Link und die Familienfreigabe verknüpfen ein Eltern- mit einem Kinderkonto und schieben die Regeln als Richtlinie auf jedes Gerät, an dem das Kinderkonto angemeldet ist. Das ist derselbe Grundgedanke, mit dem Firmen ihre Diensthandys zentral verwalten — Mobile Device Management, nur in familientauglich. Wer für die IHK-Prüfung lernt, erkennt hier das Muster wieder: zentrale Richtlinie, verteilte Geräte, Durchsetzung am angemeldeten Konto.
Daraus folgen zwei Dinge für die Praxis. Erstens: Ein sauber getrenntes Kinderkonto ist wichtiger als jedes einzelne Limit — ohne das Fundament ist der Rest Kosmetik. Zweitens: Weil die Regeln am Konto kleben, ziehen sie automatisch mit, wenn dein Kind später ein neues Gerät bekommt. Du richtest die Sache also einmal ordentlich ein und passt danach nur noch Zeiten an.
Häufige Fragen
Wie schalte ich am Handy einen Kindermodus ein?
Auf Galaxy-Handys über Samsung Kids (ab Android 9, App aus dem Galaxy Store), das nur mit deiner PIN endet. Auf dem iPhone sperrst du das Gerät mit dem Geführten Zugriff auf eine einzige App: Einstellungen → Bedienungshilfen → Geführter Zugriff.
Gibt es Google Kids Space auch auf dem Smartphone?
Nein. Kids Space läuft nur auf ausgewählten Android-Tablets, etwa von Lenovo, Medion, Nokia oder Google. Auf einem Handy übernimmt Google Family Link die Kindersicherung.
Ist Google Family Link kostenlos?
Ja. Family Link ist eine kostenlose Google-App. Du installierst sie auf deinem eigenen Handy und verwaltest damit Konto und Gerät deines Kindes – ohne Abo oder Zusatzkosten.
Kann mein Kind die Kindersicherung selbst abschalten?
Nur, wenn der Schutzcode fehlt oder bekannt ist. Vergib auf dem iPhone einen Bildschirmzeit-Code und richte Android über ein echtes Kinderkonto ein, dann bleiben die Regeln gesperrt.
Was passiert, wenn ich den Bildschirmzeit-Code vergesse?
Dann kommst du nur über eine Wiederherstellung mit dem hinterlegten Apple-Account an die Einstellungen. Notiere den Code deshalb vorher an einem sicheren Ort.




