0x80070570 steht für ERROR_FILE_OR_DIRECTORY_CORRUPTED: Windows findet die Datei, kann ihren Inhalt aber nicht vollständig lesen. Der Weg zur Lösung hängt daran, wo der Fehler auftaucht – beim Kopieren prüfst du zuerst den Datenträger mit chkdsk X: /f /r, bei Update und Installation leerst du den Update-Cache und reparierst mit DISM und sfc /scannow. Wer den Fehler 0x80070570 beheben will, arbeitet genau diese eine Spur ab statt alle Befehle auf Verdacht.
Die Befehle und Menüpfade in diesem Text beziehen sich auf Windows 10 sowie Windows 11 bis Version 25H2 (Patchstand August 2026, KB5121003); unter Windows 11 24H2 heißt die Eingabeaufforderung im Startmenü meist Terminal.
Erst einordnen: In welcher Situation erscheint 0x80070570?
Der Code ist immer derselbe, die Ursache nicht. Ordne dein Problem einer der vier Situationen zu – das spart dir die Hälfte der Schritte und verhindert, dass du am gesunden System herumreparierst.
| Situation | Typisches Bild | Wahrscheinlichste Ursache |
|---|---|---|
| Kopieren oder Verschieben | Übertragung auf oder von USB-Stick, SD-Karte, externer Platte bricht bei einer bestimmten Datei ab | Dateisystemfehler oder defekte Sektoren auf dem Datenträger, abgezogener Stick |
| Programm installieren | Setup startet, bricht beim Entpacken ab | unvollständiger Download oder eingreifender Virenscanner |
| Windows-Update | Update lädt herunter, scheitert bei „Installieren“ und wird zurückgerollt | beschädigter Update-Cache oder beschädigter Komponentenspeicher |
| Windows-Setup vom Stick | Meldung „Windows kann die erforderlichen Dateien nicht installieren“ | fehlerhaftes Installationsmedium, Partitionsreste, defektes RAM |
Schnelle Eingrenzung: Trifft es immer nur eine Datei oder eine Quelle, liegt es am Datenträger oder an der Datei selbst. Erscheint der Code wahllos bei völlig verschiedenen Aktionen, verdächtige zuerst Systemdateien und Arbeitsspeicher.
Beim Kopieren: Datenträger prüfen statt Kopiervorgang wiederholen
Vorher sichern. chkdsk mit Reparaturschalter darf Fragmente verschieben oder verwerfen. Ziehe deshalb zuerst alles Lesbare vom betroffenen Laufwerk auf eine andere Platte – erst danach reparieren. Bei einem Datenträger, der schon merkwürdig klackert oder minutenlang hängt, gilt das doppelt.
- Drücke Win + X und wähle Terminal (Administrator) beziehungsweise Eingabeaufforderung (Administrator).
- Sieh im Explorer nach, welchen Laufwerksbuchstaben der betroffene Datenträger hat, zum Beispiel
E:. - Führe
chkdsk E: /faus./frepariert Fehler im Dateisystem – das ist die Ursache, die hinter den meisten Kopierabbrüchen steckt. - Bleibt der Fehler, hänge den Oberflächen-Scan an:
chkdsk E: /f /rsucht zusätzlich defekte Sektoren und markiert sie. Bei großen Festplatten dauert das Stunden; bei SSDs bringt/rwenig, dort reicht/f. - Prüfst du das Systemlaufwerk
C:, fragt Windows, ob die Prüfung beim nächsten Neustart laufen soll. TippeJund starte neu. - Kopiere die Datei danach erneut – aber zuerst auf die interne Platte und von dort weiter. Direkt von Stick zu Stick gehen Übertragungen deutlich häufiger schief.
Ein Klassiker, der sich mit keinem Befehl reparieren lässt: der Stick wurde beim letzten Mal während des Schreibens abgezogen. Windows meldet den Kopiervorgang als beendet, während der Schreibcache noch läuft. Genau so entstehen halb geschriebene Dateien, die später mit 0x80070570 quittiert werden – deshalb der Umweg über „Hardware sicher entfernen“ oder Auswerfen im Explorer.
Fehler 0x80070570 beheben, wenn Windows-Update oder ein Setup abbricht
Scheitert eine Installation, ist meist der heruntergeladene Bestand beschädigt und nicht dein Rechner. Diese Reihenfolge folgt dem offiziellen Microsoft-Supportartikel zu 0x80070570 und geht vom Harmlosen zum Gründlichen.
- Installationsdatei neu laden. Bricht ein Programm-Setup ab, lade die Datei komplett neu herunter und starte sie von der internen Festplatte, nicht vom Stick. Ein abgebrochener Download ist die häufigste Ursache überhaupt.
- Update-Cache leeren. In der Eingabeaufforderung als Administrator nacheinander:
net stop wuauserv,net stop bits,rd /s /q %windir%\SoftwareDistribution\Download,net start bits,net start wuauserv. Danach neu starten und das Update erneut anstoßen – Windows lädt die Dateien frisch. - Komponentenspeicher reparieren.
DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealthholt saubere Kopien beschädigter Systemdateien über Windows Update nach. Der Fortschritt bleibt gerne bei 20 oder 62 Prozent stehen – das ist normal, nicht abbrechen. - Systemdateien prüfen. Anschließend
sfc /scannow. Willst du vorab nur wissen, ob etwas defekt ist, nutzt dusfc /verifyonly– das verändert nichts. - Neu starten und wiederholen. Erst nach dem Neustart greift die Reparatur; danach Update oder Installation ein letztes Mal anstoßen.
Die Reihenfolge ist kein Zufall: SFC repariert Systemdateien mit Kopien aus dem Komponentenspeicher. Ist der selbst beschädigt, findet SFC nichts Heiles zum Zurückschreiben. Deshalb immer DISM vor SFC.
Beim Windows-Setup vom USB-Stick
Meldet das Setup „Windows kann die erforderlichen Dateien nicht installieren“ mit 0x80070570, liegt es fast immer am Medium oder am Ziellaufwerk – der laufende Rechner ist unschuldig, es gibt ja noch kein System.
- Installationsmedium neu erstellen. ISO frisch von Microsoft laden, Stick neu bespielen, möglichst an einem USB-2.0-Port booten. Ein Stick, der beim Bespielen schon zickte, produziert genau dieses Fehlerbild.
- Anderen USB-Port und anderen Stick testen. Bricht das Setup an derselben Stelle wieder ab, ist eher der Rechner das Problem als das Medium.
- Ziellaufwerk sauber bereitstellen. Alte Partitionsreste, besonders kleine „System-reserviert“-Partitionen aus einer Vorinstallation, bringen das Setup ins Stolpern. Im Setup öffnest du mit Umschalt + F10 die Eingabeaufforderung und löschst die Zielplatte mit
diskpartkomplett. Achtung:cleanin diskpart löscht die gesamte Platte unwiderruflich – nur machen, wenn dort nichts mehr gebraucht wird und du die richtige Datenträgernummer auslist diskgeprüft hast. - Arbeitsspeicher testen. Scheitert die Installation weiterhin, obwohl Stick und ISO an einem anderen PC funktionieren, ist defektes RAM ein realistischer Verdacht – siehe unten.
Wenn das nicht hilft: die hartnäckigen Ursachen
- Virenscanner greift ein. Sicherheitssoftware kann anschlagen, während Windows Dateien aus einem Paket entpackt. Echtzeitschutz nur für die Dauer der Installation deaktivieren und danach sofort wieder einschalten – nicht länger.
- Defekter Arbeitsspeicher. Wenn 0x80070570 wahllos bei ganz verschiedenen Aktionen auftaucht, prüfe das RAM:
mdsched.exestartet die Windows-Speicherdiagnose beim nächsten Neustart. Für den gründlichen Test läuft Memtest86+ von einem eigenen Bootstick mehrere Stunden. - Laufwerk am Ende. Häufen sich defekte Sektoren, ist die Hardware angeschlagen. Den Gesundheitswert liefert PowerShell als Administrator mit
Get-PhysicalDisk | Select-Object FriendlyName, MediaType, HealthStatus. Der früher übliche Weg überwmic diskdrive get statusfällt weg: WMIC ist in Windows 11 seit 23H2 standardmäßig abgeschaltet und wird beim Umstieg auf 25H2 entfernt. - DISM findet keine Quelle. Ist Windows Update selbst kaputt, kann DISM sich nichts holen. Dann gibst du die Quelle von einer eingebundenen ISO oder einem Installationsstick vor:
DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth /Source:wim:D:\sources\install.wim:1 /LimitAccess. Liegt auf dem Medium eineinstall.esd, nutzt duesd:stattwim:. - Ins Protokoll sehen. Welches Paket konkret klemmt, steht in
%windir%\Logs\CBS\CBS.log. Die Zeile lautet dort sinngemäß „Failed to internally open package“ samt HRESULT 0x80070570 und dem KB-Namen – damit lässt sich das Update auch gezielt einzeln aus dem Microsoft Update Catalog nachinstallieren.
Hintergrund: Warum 0x80070570 überhaupt entsteht
NTFS verwaltet in der Master File Table (MFT) einen Index darüber, wo jede Datei physisch auf dem Datenträger liegt. Wird dieser Index beschädigt – durch einen abgebrochenen Schreibvorgang, einen Wackelkontakt am USB-Port oder einen defekten Sektor –, weiß Windows zwar noch, dass die Datei existiert, findet aber nicht mehr alle Teile. Genau diese Lücke meldet der Code zurück: Verweis vorhanden, Inhalt nicht lesbar. Deshalb sind die Daten oft nicht verloren, sondern nur gerade nicht erreichbar.
Bei Updates übernimmt der Komponentenspeicher im Ordner WinSxS dieselbe Rolle wie die MFT für Dateien: Er hält die Manifeste, nach denen ein Update-Paket zusammengesetzt wird. Sind die beschädigt, lässt sich das Paket nicht öffnen – unabhängig davon, wie oft du das Update neu lädst. Wer den Fehler 0x80070570 beheben will, repariert an dieser Stelle also nicht die Update-Datei, sondern den Bauplan dahinter. Für die IHK-Prüfung ist das der Merksatz: Der Fehlercode beschreibt eine Integritätsverletzung, nicht einen Zugriffs- oder Rechtefehler – Zugriffsprobleme melden andere Codes.
So kommt der Fehler nicht wieder
- Externe Datenträger konsequent auswerfen, statt sie im laufenden Betrieb abzuziehen.
- Große Übertragungen nicht kreuzweise zwischen zwei externen Medien laufen lassen, sondern über die interne Platte.
- Setup-Dateien und ISOs nach dem Download auf Vollständigkeit prüfen, bei Microsoft-Images über die angebotene Prüfsumme.
- Bei USB-Sticks und SD-Karten den Gesundheitszustand im Blick behalten: Wer regelmäßig Kopierabbrüche sieht, hat kein Software-Problem mehr, sondern ein Verschleißteil.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Fehler 0x80070570?
Der Code steht für ERROR_FILE_OR_DIRECTORY_CORRUPTED: Windows findet die Datei, kann ihren Inhalt aber nicht vollständig lesen. Die Daten sind dabei oft nicht verloren, nur der Verweis darauf ist beschädigt.
Welcher Befehl hilft bei 0x80070570 beim Kopieren?
Eingabeaufforderung als Administrator öffnen und chkdsk E: /f ausführen, wobei E für den Laufwerksbuchstaben steht. Hilft das nicht, folgt chkdsk E: /f /r mit Sektor-Scan. Vorher lesbare Daten sichern.
Warum erscheint 0x80070570 beim Windows-Update?
Meist sind die Dateien im Ordner SoftwareDistribution oder der Komponentenspeicher WinSxS beschädigt. Update-Cache leeren, dann DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth und danach sfc /scannow ausführen.
Was tun, wenn 0x80070570 beim Windows-Setup kommt?
Installationsmedium neu erstellen und einen anderen USB-Port testen. Bleibt der Fehler, liegen meist alte Partitionsreste auf der Zielplatte oder ein defektes RAM-Modul vor.
Bedeutet 0x80070570 immer eine defekte Festplatte?
Nein. Häufig steckt ein abgebrochener Download, ein beschädigter Update-Cache oder ein eingreifender Virenscanner dahinter. Erst wenn der Code wahllos auftritt, sind Datenträger und Arbeitsspeicher verdächtig.




