DNS-Server unter Windows 11 ändern: 1.1.1.1 einrichten und verschlüsseln

WLAN-Router mit eingestecktem blauen Netzwerkkabel auf einem Sideboard, im Hintergrund unscharf ein zugeklappter Laptop im Wohnzimmer

Den DNS-Server unter Windows 11 änderst du in Einstellungen → Netzwerk & Internet → dein Adapter (WLAN oder Ethernet) → DNS-ServerzuweisungBearbeiten: von „Automatisch (DHCP)“ auf Manuell stellen, den Schalter IPv4 einschalten, als bevorzugten Server 1.1.1.1 und als alternativen 1.0.0.1 eintragen, speichern. Der Tausch kostet nichts, wirkt sofort und ist in einer halben Minute wieder rückgängig gemacht.

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DNS (Domain Name System) ist die Adressauskunft des Internets: Es übersetzt Namen wie itguruonline.de in die IP-Adresse, die dein Rechner tatsächlich anwählt. Ab Werk fragt Windows dafür den Resolver deines Providers – also dessen Auskunftsserver. Ein öffentlicher Resolver antwortet häufig schneller, lässt sich verschlüsseln und blockt auf Wunsch bekannte Schadseiten. Breiter wird deine Leitung dadurch nicht, und wer mehr Bandbreite erwartet, wird enttäuscht.

Lohnt sich der Wechsel für dich?

Spürbar wird ein anderer Resolver vor allem in diesen Fällen:

  • Seiten hängen kurz, bevor sie loslegen: Die Verbindung steht, aber der erste Kontakt zu jeder neuen Domain zieht sich – ein typisches Zeichen für einen trägen Provider-DNS.
  • Du willst weniger Mitleser: Cloudflare und Quad9 sagen zu, Anfragen nicht zu Werbezwecken auszuwerten.
  • Du brauchst einen Filter ohne Zusatzsoftware: Malware- oder Jugendschutz-Sperre direkt beim Nachschlagen (die Adressen dafür stehen weiter unten).
  • Eine Seite ist „weg“, obwohl sie online ist: Ein veralteter oder gestörter Provider-DNS ist eine der häufigsten Ursachen. Der Wechsel ist der schnellste Gegentest.

Wenig ändert sich dagegen bei langsamen Downloads, ruckelndem Streaming oder hohen Ping-Zeiten im Spiel. DNS ist nur der Handschlag vor der Verbindung, nicht die Datenübertragung selbst.

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DNS-Server unter Windows 11 ändern – Schritt für Schritt

Die Pfade gelten für Windows 11 24H2 und 25H2 (Builds 26100 und 26200, Stand August 2026). Für den eigenen Rechner brauchst du keine Administratorrechte. Auf einem Firmen- oder Schulgerät entscheidet die IT-Richtlinie – dort bleibt die Vorgabe des Administrators stehen.

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  1. Öffne die Einstellungen mit Windows + i.
  2. Gehe auf Netzwerk & Internet.
  3. Wähle den Adapter, über den du online bist. Bei Ethernet klickst du direkt darauf, bei WLAN zuerst auf den Namen deines Netzes, um zu dessen Eigenschaften zu kommen.
  4. Scrolle zu DNS-Serverzuweisung und klicke auf Bearbeiten.
  5. Stelle das Auswahlfeld von Automatisch (DHCP) auf Manuell.
  6. Schalte den Regler IPv4 ein.
  7. Trage bei Bevorzugter DNS die 1.1.1.1 ein und bei Alternativer DNS die 1.0.0.1. Der zweite Eintrag springt ein, wenn der erste nicht antwortet.
  8. Nutzt dein Anschluss IPv6, schalte zusätzlich den Regler IPv6 ein und trage 2606:4700:4700::1111 sowie 2606:4700:4700::1001 ein.
  9. Klicke auf Speichern.

Eine Bestätigung zeigt Windows nicht an. Kontrollieren kannst du das Ergebnis in der Eingabeaufforderung mit ipconfig /all: Hinter „DNS-Server“ müssen jetzt deine Adressen stehen und nicht mehr die IP deines Routers.

Ein Detail, das die meisten Anleitungen unterschlagen: Als Alternative die 1.0.0.1 einzutragen, sichert nur gegen den Ausfall einer einzelnen Adresse ab. Am 14. Juli 2025 war der Cloudflare-Resolver rund 62 Minuten weltweit nicht erreichbar – Ursache war ein interner Konfigurationsfehler, kein Angriff (Cloudflares Analyse dazu). Beide Adressen gehören demselben Netz. Wer den Ausfall überstehen will, kombiniert zwei Anbieter, etwa 1.1.1.1 als bevorzugten und 9.9.9.9 als alternativen Server.

Häufige Fragen

Wo ändere ich den DNS-Server in Windows 11?

In Einstellungen → Netzwerk & Internet → deinem Adapter (WLAN oder Ethernet) → DNS-Serverzuweisung → Bearbeiten. Dort von „Automatisch (DHCP)“ auf „Manuell“ stellen, IPv4 einschalten, Adressen eintragen und speichern.

Welcher DNS-Server ist der schnellste?

In Europa liegt Cloudflares 1.1.1.1 in unabhängigen Latenzmessungen meist vorn, Google 8.8.8.8 und Quad9 9.9.9.9 folgen dicht dahinter. Der Unterschied liegt im Millisekundenbereich und fällt beim Surfen kaum auf.

Wird das Internet durch 1.1.1.1 wirklich schneller?

Deine Bandbreite ändert sich nicht. Schneller wird nur das Nachschlagen der Adressen, Seiten beginnen also etwas früher zu laden. Deutlich spürbar ist das nur, wenn der Provider-DNS träge oder gestört ist.

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Wie mache ich die DNS-Änderung rückgängig?

Im selben Bearbeiten-Dialog das Feld von „Manuell“ zurück auf „Automatisch (DHCP)“ stellen und speichern. Per PowerShell geht es mit: Set-DnsClientServerAddress -InterfaceAlias ‚Ethernet‘ -ResetServerAddresses.

Sollte ich den DNS am PC oder am Router ändern?

Am PC gilt die Einstellung nur für dieses Gerät und eignet sich zum Testen. Im Router gilt sie für alle Geräte im Heimnetz. Auf Firmen- und Schulgeräten bleibt die Vorgabe der IT stehen.

Welcher Resolver passt: 1.1.1.1, 8.8.8.8, 9.9.9.9 oder DNS4EU?

Alle vier sind kostenlos, seriös und schnell genug. Die Wahl entscheidet vor allem, wem du deine Anfragen anvertraust und ob gefiltert werden soll.

AnbieterBevorzugtAlternativBesonderheit
Cloudflare1.1.1.11.0.0.1in unabhängigen Latenzmessungen meist vorn, keine Auswertung zu Werbezwecken
Google8.8.8.88.8.4.4weltweit stabil, sehr vorhersagbares Zwischenspeichern
Quad99.9.9.9149.112.112.112Schweizer Stiftung, blockt bekannte Schaddomains automatisch
DNS4EU (Protective)86.54.11.186.54.11.201EU-Projekt, seit Juni 2025 öffentlich, DSGVO-konform, Filter gegen Phishing und Malware

Cloudflare bietet zusätzlich vorgefilterte Adressen, wenn du ohne Extra-Programm sperren willst: 1.1.1.2 / 1.0.0.2 blockiert bekannte Malware-Domains, 1.1.1.3 / 1.0.0.3 zusätzlich Inhalte für Erwachsene. Bei DNS4EU übernehmen das eigene Adressen, etwa 86.54.11.12 für die Variante mit Kinderschutz (Übersicht aller DNS4EU-Adressen). Ein DNS-Filter ist kein Rundumschutz: Er verhindert die Namensauflösung, ersetzt aber weder Virenscanner noch Updates.

DNS4EU steht nicht auf Windows’ Liste bekannter DoH-Server. Verschlüsselt nutzen lässt es sich trotzdem – die Vorlage trägst du einmalig in einem PowerShell-Fenster mit Administratorrechten nach:

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Add-DnsClientDohServerAddress -ServerAddress '86.54.11.1' -DohTemplate 'https://protective.joindns4.eu/dns-query' -AllowFallbackToUdp $False -AutoUpgrade $True

Schneller per PowerShell statt über den Klickweg

Wer mehrere Rechner einstellt, setzt den DNS-Server unter Windows 11 auch direkt im Terminal. PowerShell dazu als Administrator öffnen (Rechtsklick auf das Startmenü → Terminal (Administrator)):

Get-DnsClientServerAddress
Set-DnsClientServerAddress -InterfaceAlias 'Ethernet' -ServerAddresses ('1.1.1.1','9.9.9.9')

Den passenden Wert für -InterfaceAlias liefert der erste Befehl in der gleichnamigen Spalte – üblich sind „Ethernet“ oder „WLAN“. Der Rückweg auf die Vorgabe des Routers ist ein Einzeiler:

Set-DnsClientServerAddress -InterfaceAlias 'Ethernet' -ResetServerAddresses

Wenn es nach dem Wechsel hakt

  • Gar keine Verbindung mehr: Fast immer ein Tippfehler in der IP – eine falsche Ziffer genügt. Adressen prüfen oder im Zweifel zurück auf Automatisch (DHCP) stellen.
  • Die Anmeldeseite im Hotel-WLAN erscheint nicht: Solche Hotspots leiten die Login-Seite über ihren eigenen DNS um. Adapter kurz auf Automatisch stellen, anmelden, danach wieder umschalten.
  • Eine Seite lädt weiterhin falsch: Windows merkt sich frühere Antworten. Zwischenspeicher leeren mit ipconfig /flushdns in der Eingabeaufforderung.
  • Nur ein Programm zickt: VPN- und Sicherheitssoftware bringt oft einen eigenen Resolver mit. Dann gewinnt deren Einstellung, nicht deine – das ist so gewollt.
  • Firmen-Notebook in einer Domäne: Finger weg von öffentlichen Resolvern. Interne Namen für Server, Freigaben und Anmeldung kennt nur der DNS im Firmennetz; Microsoft rät bei domänengebundenen Rechnern auch von erzwungenem DoH ab.
  • Alle Geräte auf einmal umstellen: Dann gehört der Eintrag in den Router, nicht in Windows. Am PC gilt die Einstellung nur für dieses Gerät – ideal zum Testen, ohne das ganze Heimnetz anzufassen.

Hintergrund: Was bei einer DNS-Anfrage wirklich passiert

Tippst du eine Adresse ein, fragt dein Rechner zuerst seinen eingetragenen Resolver: „Welche IP gehört zu diesem Namen?“ Erst mit der Antwort baut der Browser die eigentliche Verbindung auf. Kennt der Resolver den Namen noch nicht, arbeitet er sich über Root-Server, die zuständigen Top-Level-Domain-Server (etwa für .de) und schließlich den autoritativen Server der Domain zur Antwort durch. Das Ergebnis landet für die Dauer seiner TTL (Time to live, die Gültigkeitsdauer eines Eintrags) im Zwischenspeicher.

Deshalb wirkt die Wahl des Servers überhaupt: Ein gut verteilter Resolver antwortet in wenigen Millisekunden aus dem Cache, ein überlasteter braucht deutlich länger – und zwar bei jedem neuen Domainnamen einer Seite. Wer den DNS-Server unter Windows 11 manuell einträgt, tauscht schlicht den ersten Ansprechpartner in dieser Kette aus. Alles dahinter bleibt gleich.

Für die Fachinformatiker-Prüfung lohnt sich die Portkenntnis dazu: Klassisches DNS läuft über Port 53 (meist UDP), DoH nutzt Port 443 – dieselbe Tür wie HTTPS-Webverkehr, weshalb es sich im Netz kaum aussortieren lässt. Genau das ist der Grund, warum manche Firmennetze DoH per Richtlinie verbieten: Ihre Filter greifen sonst ins Leere.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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