RJ45-Stecker crimpen: Anleitung in 7 Schritten (T568B)

Hand crimpt mit einer Crimpzange einen transparenten RJ45-Stecker auf ein Netzwerkkabel, die farbigen Adern sind im Stecker sichtbar

Kurz gesagt: Zum Crimpen eines RJ45-Steckers isolierst du rund 2–3 cm Kabelmantel ab, entdrillst die vier Adernpaare und sortierst sie nach T568B: Weiß-Orange, Orange, Weiß-Grün, Blau, Weiß-Blau, Grün, Weiß-Braun, Braun. Dann kürzt du die Adern gerade auf etwa 12 mm, schiebst sie bis zum Anschlag in den Stecker und verpresst ihn mit der Crimpzange. Ein Kabeltester bestätigt am Ende, dass alle acht Kontakte sitzen.

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Was du zum Crimpen brauchst

Bevor du loslegst, leg dir das Werkzeug zurecht. Fehlversuche kosten meist einen Stecker, weil sich ein einmal verpresster RJ45-Stecker nicht wieder öffnen lässt.

  • Crimpzange für 8P8C-Stecker (das ist die technische Bezeichnung für den RJ45-Stecker mit 8 Kontakten). Viele Zangen haben Abisolier- und Schneidklingen gleich integriert.
  • Passende RJ45-Stecker – und zwar passend zum Kabeltyp (dazu unten mehr): Stecker für Litze oder für Massivleiter.
  • Netzwerkkabel, zum Beispiel Cat5e oder Cat6.
  • Kabeltester, um am Ende jede der acht Adern durchzumessen. Ein 5-Euro-Tester spart dir stundenlange Fehlersuche.
  • Optional: Abmantler und Knickschutztüllen.

Tipp: Kalkuliere zwei bis drei Stecker mehr ein. Der erste Versuch sitzt selten perfekt, und ein halb eingeführter Draht ist der häufigste Grund für ein totes Kabel.

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RJ45-Stecker crimpen: Schritt für Schritt

Die folgende Reihenfolge gilt für den Standard T568B, der im Heim- und Firmennetz am verbreitetsten ist. Wenn beide Kabelenden gleich belegt sind, entsteht ein Straight-Through-Kabel – das ist das normale Netzwerkkabel für den Alltag.

  1. Knickschutz aufschieben. Falls du eine Tülle nutzt, fädle sie jetzt aufs Kabel – nach dem Crimpen geht das nicht mehr.
  2. Mantel abisolieren. Entferne rund 2 bis 3 cm der äußeren Kabelisolierung. Arbeite vorsichtig, damit die Klinge die dünne Isolierung der acht Adern nicht anritzt.
  3. Adernpaare entdrillen. Die acht Adern sind paarweise verdrillt (das reduziert Störungen). Dreh die vier Paare auf und richte die Adern gerade aus – aber nur so weit wie nötig.
  4. Nach T568B sortieren. Bring die Adern in diese Reihenfolge, von links nach rechts, wenn die Kontaktseite (die goldenen Pins) nach oben zeigt: Weiß-Orange, Orange, Weiß-Grün, Blau, Weiß-Blau, Grün, Weiß-Braun, Braun.
  5. Adern kürzen. Schneide die sortierten Adern in einem sauberen, geraden Schnitt auf etwa 12 mm. Alle acht Enden müssen exakt gleich lang sein, sonst erreicht die kürzeste Ader den Kontakt nicht.
  6. In den Stecker einführen. Schieb die Adern bis zum Anschlag in den RJ45-Stecker. Kontrolliere durch das transparente Gehäuse, dass jede Ader vorne an ihrem Kontakt anliegt und der Kabelmantel ein paar Millimeter mit im Stecker steckt – das übernimmt später die Zugentlastung.
  7. Verpressen. Steck den Stecker in die Crimpzange und drück sie kräftig und vollständig zu. Dabei werden die Schneidkontakte durch die Aderisolierung gepresst und stellen den Kontakt her. Zum Schluss den Knickschutz über den Stecker schieben.

Danach steckst du beide Enden in den Kabeltester. Leuchten die LEDs 1 bis 8 nacheinander in gleicher Reihenfolge auf, ist alles richtig belegt.

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RJ45-Belegung nach T568B im Überblick

PinAderfarbe (T568B)Signal (Gigabit)
1Weiß-OrangePaar 2
2OrangePaar 2
3Weiß-GrünPaar 3
4BlauPaar 1
5Weiß-BlauPaar 1
6GrünPaar 3
7Weiß-BraunPaar 4
8BraunPaar 4

Wichtig: Bei Gigabit-Ethernet und Power over Ethernet (PoE, Stromversorgung übers Netzwerkkabel) werden alle acht Adern genutzt. Es reicht also nicht, nur vier Adern zu belegen – auch wenn ältere 100-Mbit-Verbindungen damit noch liefen.

Wenn das Kabel nicht funktioniert

Der Kabeltester zeigt einen Fehler oder das Gerät bekommt keine Verbindung? Das sind die häufigsten Ursachen:

  • Adern vertauscht. Prüfe die Farbreihenfolge an beiden Enden. Schon zwei getauschte Adern legen die Verbindung lahm.
  • Ader nicht bis zum Anschlag drin. Erreicht eine Ader den Kontakt nicht, bleibt der Pin tot. Durch das transparente Gehäuse musst du alle acht Enden vorn anliegen sehen.
  • Falscher Steckertyp. Das ist die unterschätzte Falle: Standard-RJ45-Stecker sind für Litze gedacht – die feinen Drähtchen in flexiblen Patchkabeln. Verlegekabel haben dagegen einen einzigen starren Draht pro Ader (Massivleiter). Für diese brauchst du Stecker, die ausdrücklich für Massivleiter zugelassen sind, sonst hält der Schneidkontakt nicht sauber. Passt Kabel und Stecker nicht zusammen, funktioniert die Verbindung gar nicht oder nur wackelig.
  • Zu weit entdrillt. Wenn du die Paare zu lang aufdrehst, steigen bei Gigabit die Störungen. Lass die Verdrillung so weit wie möglich bis kurz vor den Stecker bestehen.
  • Beschädigte Ader. Ein beim Abisolieren angeritzter Draht bricht später an genau dieser Stelle. Im Zweifel den Stecker abschneiden und neu machen.

Ein häufiger Praxis-Hinweis: Für fest verlegte Kabel in der Wand ist das Crimpen oft gar nicht die beste Wahl. Eine Netzwerkdose mit LSA-Anschluss (die Ader wird per Werkzeug in eine Klemme gedrückt) hält auf Massivleitern zuverlässiger und lässt sich bei einem Fehler neu auflegen.

Hintergrund: T568A, T568B und Crossover

Es gibt zwei genormte Belegungen: T568A und T568B. Der einzige Unterschied ist, dass die orangefarbenen und grünen Adernpaare vertauscht sind. Elektrisch sind beide gleichwertig – wichtig ist nur, dass du innerhalb eines Projekts konsequent einen Standard nutzt. In der Praxis hat sich T568B als De-facto-Standard durchgesetzt.

Belegst du beide Kabelenden gleich (also beide nach T568B), bekommst du ein Straight-Through-Kabel – das gewöhnliche Netzwerkkabel. Belegst du ein Ende nach T568A und das andere nach T568B, entsteht ein Crossover-Kabel. Solche Kreuzkabel wurden früher gebraucht, um zwei gleichartige Geräte direkt zu verbinden, etwa PC an PC. Heute ist das kaum noch nötig: Fast alle modernen Netzwerkgeräte beherrschen Auto-MDI-X und erkennen selbst, ob sie die Sende- und Empfangsleitungen tauschen müssen. Für den Alltag crimpst du also praktisch immer Straight-Through.

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Häufige Fragen

T568A oder T568B – welche Belegung soll ich nehmen?

Elektrisch sind beide gleichwertig. Nimm einfach an beiden Enden denselben Standard, dann bekommst du ein normales Netzwerkkabel. In der Praxis hat sich T568B durchgesetzt und ist die sichere Standardwahl.

Wie lang dürfen die Adern im RJ45-Stecker sein?

Kürze die entdrillten Adern gerade auf etwa 12 mm, sodass sie bis zum Anschlag vorn im Stecker anliegen. Alle acht müssen exakt gleich lang sein und der Kabelmantel sollte ein paar Millimeter mit im Stecker stecken, damit die Zugentlastung greift.

Kann ich ein Verlegekabel mit normalen RJ45-Steckern crimpen?

Nur bedingt. Standard-Stecker sind für Litze in flexiblen Patchkabeln gedacht. Verlegekabel haben starre Massivleiter und brauchen dafür zugelassene Stecker. Für fest verlegte Kabel ist eine Netzwerkdose mit LSA-Anschluss oft die zuverlässigere Wahl.

Brauche ich heute noch ein Crossover-Kabel?

In der Regel nicht. Fast alle modernen Geräte beherrschen Auto-MDI-X und tauschen Sende- und Empfangsleitungen automatisch. Ein normales Straight-Through-Kabel reicht deshalb auch, um zwei PCs direkt zu verbinden.

Warum funktioniert mein selbst gecrimptes Kabel nicht?

Meist liegt es an vertauschten Adern, einer nicht bis zum Kontakt eingeschobenen Ader oder einem falschen Steckertyp. Ein günstiger Kabeltester zeigt dir sofort, welcher der acht Pins keine Verbindung hat.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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