Um WSL unter Windows 11 zu installieren, öffnest du PowerShell als Administrator, tippst wsl --install ein und startest den Rechner neu. Windows aktiviert dabei alle nötigen Systemfunktionen, lädt Ubuntu als Standard-Distribution und richtet automatisch WSL 2 ein. Nach dem Neustart legst du Benutzernamen und Passwort für Linux an – fertig ist die Shell. Kein Dualboot, keine zweite Festplatte, keine separate virtuelle Maschine.
WSL steht für Windows-Subsystem für Linux – eine von Microsoft eingebaute Kompatibilitätsschicht, mit der Linux-Programme und die Bash-Kommandozeile direkt unter Windows laufen. Praktisch, wenn du für die Fachinformatiker-Prüfung Linux-Befehle übst, mit Docker arbeitest oder grep, ssh und rsync ohne Umweg nutzen willst. Seit Mai 2025 ist WSL Open Source; die stabile Fassung trägt im August 2026 die Version 2.7.11 (veröffentlicht am 24. Juli 2026). Welche Version bei dir läuft, verrät wsl --version.
Voraussetzungen: Läuft WSL auf deinem Rechner?
Der Ein-Befehl-Weg funktioniert ab Windows 11 sowie ab Windows 10 Version 2004 (Build 19041). Ältere Windows-10-Stände brauchen die manuelle Installation über die Windows-Funktionen. Deine Build-Nummer siehst du mit Win + R, dann winver eingeben und Enter drücken. Wichtig für Windows-10-Nutzer: Der Support für Windows 10 ist am 14. Oktober 2025 ausgelaufen – WSL läuft dort zwar weiter, das System bekommt aber keine regulären Sicherheitsupdates mehr.
Zwei Dinge müssen zusätzlich stimmen:
- Virtualisierung im BIOS/UEFI aktiv. WSL 2 läuft in einer schlanken virtuellen Umgebung. Prüfe im Task-Manager unter Leistung → CPU, ob dort „Virtualisierung: Aktiviert“ steht. Fehlt der Eintrag, schaltest du im BIOS Intel VT-x beziehungsweise AMD-V/SVM Mode ein.
- Administratorrechte. Die Installation aktiviert Windows-Systemfunktionen, das geht nur mit erhöhten Rechten.
Auf einem Firmen- oder Schulgerät gilt: erst fragen. Virtualisierungsfunktionen und Store-Downloads sind dort oft per Gruppenrichtlinie gesperrt, und die Sperre zu umgehen ist keine gute Idee. Diese Anleitung ist für deinen eigenen PC gedacht.
So installierst du WSL unter Windows 11 in drei Schritten
- PowerShell als Administrator öffnen. Rechtsklick auf das Start-Menü, dann Terminal (Administrator) beziehungsweise Windows PowerShell (Administrator) wählen und die Nachfrage der Benutzerkontensteuerung mit „Ja“ bestätigen.
- Installationsbefehl ausführen. Tippe den Befehl ein und drücke Enter:
Windows aktiviert jetzt die benötigten Funktionen und lädt Ubuntu als Standard-Distribution herunter. Eine Distribution ist die konkrete Linux-Variante mit eigenem Paketmanager und Programmumfang.wsl --install - Neu starten. Starte den Rechner neu, sobald der Befehl es verlangt. Danach öffnet sich das Linux-Fenster und entpackt die Distribution – beim ersten Mal dauert das ein bis zwei Minuten, jeder weitere Start geht in unter einer Sekunde.
Beim ersten Start legst du Benutzernamen und Passwort für Linux an. Dieses Konto hat mit deinem Windows-Login nichts zu tun. Typische Stolperfalle: Bei der Passworteingabe im Terminal bewegt sich nichts auf dem Bildschirm – keine Sternchen, kein wandernder Cursor. Das ist unter Linux normal, tippe blind und bestätige mit Enter.
Eine andere Distribution als Ubuntu wählen
Ubuntu ist die Voreinstellung, aber nicht Pflicht. Debian, Kali, openSUSE, Fedora, Alpine und weitere stehen bereit. So siehst du die Auswahl und installierst gezielt:
- Verfügbare Distributionen auflisten:
wsl --list --online - Eine bestimmte Distribution installieren (Namen aus der Liste einsetzen):
wsl --install -d Debian - Nur WSL selbst einrichten, ohne Linux-System – etwa wenn du später ein eigenes Image importieren willst:
wsl --install --no-distribution
Mehrere Distributionen dürfen parallel laufen. Welche installiert sind und in welcher WSL-Version sie arbeiten, zeigt:
wsl --list --verbose
Ein Hinweis zur Aktualität: Ubuntu 26.04 LTS („Resolute Raccoon“) ist am 23. April 2026 erschienen, steckt aber nicht automatisch hinter dem Store-Eintrag „Ubuntu“. Wer die neue LTS in WSL will, holt sich das .wsl-Image von Canonical und importiert es – für den Einstieg reicht die vorgeschlagene Ubuntu-Version vollkommen. Am bequemsten arbeitest du übrigens im Windows Terminal: Dort öffnest du Linux, PowerShell und Eingabeaufforderung in eigenen Tabs und springst per Klick dazwischen.
Wenn die Installation nicht durchläuft
Zwei Fehlermeldungen tauchen mit Abstand am häufigsten auf, und beide hängen an der Virtualisierung:
- Fehler 0x80370102 – „Virtual Machine Platform aktivieren“: Die Virtualisierung ist im BIOS deaktiviert. Starte ins BIOS/UEFI (beim Booten meist
Entf,F2oderF10), aktiviere Intel VT-x beziehungsweise AMD SVM Mode, speichere und starte neu. - Fehler 0x800701bc – WSL 2 braucht ein Kernel-Update: Führe in der administrativen PowerShell
wsl --updateaus. Hilft das nicht, aktiviere die Funktion manuell mit
und starte den Rechner danach neu.Enable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName VirtualMachinePlatform
Weitere Ansätze, wenn es weiter klemmt:
wsl --installzeigt nur den Hilfetext: Dann ist WSL bereits teilweise vorhanden. Installiere die Distribution direkt, etwa mitwsl --install -d Ubuntu.- Download hängt bei 0,0 %: Nimm den alternativen Bezugsweg über
wsl --install --web-download -d Ubuntu. Damit kommt das Paket nicht aus dem Microsoft Store, sondern direkt aus dem Netz. - WSL reagiert seltsam oder startet nicht: Erst den Stand prüfen (
wsl --statusundwsl --version), dann alles herunterfahren mitwsl --shutdownund die Distribution neu starten. Das räumt erstaunlich viele Hänger ab. - Frisch anfangen: Eine misslungene Distribution setzt du mit
wsl --unregister Ubuntukomplett zurück. Achtung: Der Befehl löscht alle Daten, Einstellungen und Programme in dieser Linux-Umgebung unwiderruflich – vorher Wichtiges nach Windows kopieren oder mitwsl --export Ubuntu C:\backup\ubuntu.tarsichern.
Hintergrund: Was WSL 2 anders macht
Neu installierte Distributionen laufen automatisch unter WSL 2. Der Unterschied zu WSL 1 ist mehr als eine Versionsnummer: WSL 1 übersetzte Linux-Systemaufrufe in Echtzeit nach Windows, WSL 2 bringt einen echten Linux-Kernel in einer leichtgewichtigen virtuellen Maschine mit. Das Ergebnis ist volle Systemkompatibilität – Werkzeuge wie Docker laufen sauber – plus deutlich schnellere Dateizugriffe innerhalb des Linux-Dateisystems.
Der Preis dafür: Zugriffe über die Windows-Linux-Grenze hinweg, etwa aus Linux auf Dateien unter C:\, sind spürbar langsamer. Faustregel für die Praxis: Projektdateien im Linux-Dateisystem ablegen (also unterhalb von /home), nicht im gemounteten Windows-Laufwerk unter /mnt/c. Eine ältere Distribution hebst du mit wsl --set-version Ubuntu 2 auf WSL 2, und damit jede Neuinstallation gleich WSL 2 nutzt, genügt einmalig wsl --set-default-version 2.
Was sich 2026 geändert hat
Wer WSL unter Windows 11 aus älteren Anleitungen kennt, hat drei Neuerungen wahrscheinlich verpasst:
- WSL Settings statt Textdatei. RAM-Limit, Prozessorzahl und Swap-Größe der WSL-VM stellst du nicht mehr zwingend von Hand in
%UserProfile%\.wslconfigein – im Startmenü liegt die App WSL Settings, die Microsoft in der eigenen Dokumentation inzwischen als bevorzugten Weg nennt. Änderungen greifen erst nach einemwsl --shutdownund rund acht Sekunden Wartezeit. - Open Source und schnellere Updates. Seit der ersten quelloffenen Ausgabe 2.6.0 erscheinen Fixes über GitHub und den Microsoft Store, nicht mehr nur mit Windows-Updates. Aktuell halten:
wsl --update. - Container ohne Docker Desktop – noch Vorschau. Seit Juni 2026 testet Microsoft in den Vorab-Versionen (2.9.x) mit
wslcnative Linux-Container direkt in WSL. Das ist Public Preview und gehört nicht auf einen Rechner, auf dem du zuverlässig arbeiten musst.
Für den Alltag heißt das: Der Installationsweg ist derselbe geblieben, die Umgebung drumherum ist erwachsener geworden. Wenn nach wsl --install und einem Neustart die Shell steht, hast du alles, was du für Bash-Übungen, Skripte oder eine Docker-Umgebung brauchst.
Quellen
- Microsoft Learn: WSL installieren (Stand Juni 2026)
- Microsoft Learn: Advanced settings configuration in WSL
- Release-Übersicht des WSL-Projekts auf GitHub
Häufige Fragen
Wie installiere ich WSL unter Windows 11?
PowerShell als Administrator öffnen, wsl –install eingeben, Enter drücken und den Rechner neu starten. Windows aktiviert die nötigen Funktionen und installiert Ubuntu als Standard-Distribution.
Welche Windows-Version brauche ich für WSL?
Der Befehl wsl –install funktioniert ab Windows 11 sowie ab Windows 10 Version 2004 (Build 19041). Deine Build-Nummer prüfst du mit Win + R und dem Befehl winver.
Was tun bei Fehler 0x80370102 während der Installation?
Die Virtualisierung ist im BIOS/UEFI abgeschaltet. Beim Booten ins BIOS gehen, Intel VT-x beziehungsweise AMD SVM Mode aktivieren, speichern und neu starten. Danach läuft wsl –install durch.
Ist WSL kostenlos?
Ja. Das Windows-Subsystem für Linux ist kostenloser Bestandteil von Windows 10 und 11, seit 2025 sogar Open Source. Auch Ubuntu, Debian und Co. laden sich ohne Kosten herunter.
Wie entferne ich eine Linux-Distribution wieder?
Mit wsl –unregister gefolgt vom Namen, etwa wsl –unregister Ubuntu. Das löscht die komplette Umgebung samt aller Daten, also vorher Wichtiges sichern oder mit wsl –export exportieren.




