Ordner im Netzwerk freigeben geht unter Windows 11 in drei Schritten: Netzwerkprofil auf „Privat“ stellen, in den erweiterten Freigabeeinstellungen „Netzwerkerkennung“ und „Datei- und Druckerfreigabe“ einschalten, dann Rechtsklick auf den Ordner → „Weitere Optionen anzeigen“ → „Eigenschaften“ → Reiter „Freigabe“ → „Erweiterte Freigabe“ → Haken bei „Diesen Ordner freigeben“ setzen und unter „Berechtigungen“ festlegen, wer lesen und wer schreiben darf.
Die Klickwege beziehen sich auf Windows 11 25H2, die aktuelle Consumer-Version im August 2026; unter 24H2 sind sie identisch. Wichtiger als die Klicks ist inzwischen etwas anderes: Seit Version 24H2 verlangen Windows 11 Pro, Enterprise und Education SMB-Signierung in beide Richtungen (Home nicht), und den unauthentifizierten Gastzugriff blockiert Windows schon seit Windows 10 1709. Freigaben scheitern deshalb heute seltener am Haken im Dialog als an Anmeldedaten, NAS-Einstellungen und Namensauflösung. Beides steht weiter unten mit den passenden Fehlercodes.
Zwei Voraussetzungen, die 90 % der Fehlersuche sparen
Wenn die Freigabe am zweiten Rechner später nicht auftaucht, liegt es fast immer an einem dieser beiden Punkte. Erst erledigen, dann freigeben.
1. Netzwerkprofil auf „Privat“ stellen
Das Netzwerkprofil entscheidet, wie sichtbar dein PC im Netz ist. Auf „Öffentlich“ – dem Standard in fremden WLANs – blockiert Windows Freigaben absichtlich. Im eigenen Netz muss „Privat“ stehen:
- Öffne Einstellungen → Netzwerk und Internet.
- Klicke auf deine aktive Verbindung (WLAN oder Ethernet) und dort auf die Verbindung selbst bzw. auf Eigenschaften.
- Wähle unter Netzwerkprofiltyp die Option Privat.
2. Netzwerkerkennung und Datei-/Druckerfreigabe einschalten
Netzwerkerkennung heißt: Dein PC darf andere Geräte sehen und selbst gesehen werden. Ohne sie bleibt der Rechner für die anderen unsichtbar.
- Gehe zu Einstellungen → Netzwerk und Internet → Erweiterte Netzwerkeinstellungen → Erweiterte Freigabeeinstellungen.
- Klappe Private Netzwerke auf und aktiviere Netzwerkerkennung sowie Datei- und Druckerfreigabe.
Dieselben zwei Schalter müssen auch auf dem Rechner stehen, von dem aus du zugreifen willst. Eine dritte Stolperfalle, die im Dialog nicht auftaucht: Hängt einer der beiden PCs im Gast-WLAN des Routers, ist Schluss – Gastnetze isolieren die Clients gegeneinander, egal wie sauber die Freigabe konfiguriert ist. Beide Geräte gehören ins selbe Netz und denselben IP-Bereich.
Der schnelle Weg über das Kontextmenü
Für „dieser eine Ordner soll auf den anderen PC“ reicht die einfache Freigabe. Sie kommt ohne Administratorrechte aus.
- Rechtsklick auf den Ordner → Weitere Optionen anzeigen (oder Umschalt + F10), damit das klassische Kontextmenü erscheint.
- Zugriff gewähren für → Bestimmte Personen… wählen.
- Im Dropdown ein vorhandenes Benutzerkonto auswählen und auf Hinzufügen klicken.
- In der Spalte Berechtigungsebene festlegen: Lesen oder Lesen/Schreiben.
- Auf Freigabe klicken. Windows zeigt zum Schluss den Netzwerkpfad an – den notierst du dir, den brauchst du gleich noch.
Der Eintrag Jeder steht in der Liste ebenfalls zur Auswahl. Er wirkt bequem, hilft aber weniger, als man denkt: Der zugreifende Rechner muss sich trotzdem anmelden, weil Windows Gastanmeldungen von sich aus ablehnt. Wie du das sauber löst, steht im Abschnitt zum Zugriff ohne Passwort.
Erweiterte Freigabe: eigener Name, feinere Rechte
Sobald du einen eigenen Freigabenamen, ein Verbindungslimit oder abgestufte Rechte brauchst, führt der Weg über die erweiterte Freigabe. Wer öfter Ordner im Netzwerk freigeben muss, nimmt gleich diesen – er trennt die beiden Berechtigungsebenen sauber und ist damit auch der Weg, den der Prüfungsstoff der Fachinformatiker abfragt.
- Rechtsklick auf den Ordner → Weitere Optionen anzeigen → Eigenschaften.
- Reiter Freigabe → Erweiterte Freigabe… (Administratorrechte nötig).
- Haken bei Diesen Ordner freigeben setzen.
- Unter Freigabename einen kurzen Namen ohne Leerzeichen vergeben, etwa Projekte2026. Ein $ am Ende (Projekte$) blendet die Freigabe aus der Netzwerkübersicht aus – erreichbar bleibt sie über den vollständigen Pfad.
- Auf Berechtigungen klicken. Voreingestellt ist die Gruppe Jeder mit Lesen. Für einen Arbeitsordner meist Ändern, für reines Verteilen Lesen.
- Mit OK bestätigen.
Bewährte Praxis: die Freigabeberechtigung großzügig setzen und die eigentliche Kontrolle über den Reiter Sicherheit – die NTFS-Rechte – regeln. Dann pflegst du Rechte an einer Stelle statt an zweien, die sich gegenseitig ausbremsen. Warum das funktioniert, steht im Hintergrund-Abschnitt.
Ganze Festplatte im Netzwerk freigeben
Ein komplettes Laufwerk verhält sich anders als ein Ordner. Beim Laufwerksstamm bietet Windows keine einfache Freigabe an – im Reiter Freigabe führt der Weg direkt zur Erweiterten Freigabe, ab da sind die Schritte identisch zu oben. Vier Punkte, die dabei regelmäßig Ärger machen:
- Administrative Freigaben sind kein Ersatz:
C$,D$und Co. existieren zwar automatisch, funktionieren aber nur mit Administrator-Anmeldedaten des Zielrechners und tauchen nirgends in der Netzwerkübersicht auf. Für den Alltag legst du besser eine eigene Freigabe an. - Systemlaufwerk besser in Ruhe lassen: Gib
C:nicht komplett frei. Ein Datenordner oder eine zweite Platte reicht für jeden Heimnetz-Zweck und hält Windows-Verzeichnisse aus dem Zugriff. - Externe USB-Platte: Der Laufwerksbuchstabe kann sich beim Umstecken ändern – dann läuft der Netzwerkpfad ins Leere. In der Datenträgerverwaltung (
diskmgmt.msc) über Laufwerkbuchstaben und -pfade ändern einen festen Buchstaben vergeben, dann bleibt die Freigabe stabil. - Dateisystem beachten: Ist die Platte mit exFAT oder FAT32 formatiert, gibt es keinen Reiter Sicherheit und damit keine NTFS-Rechte. Dann zählt allein die Freigabeberechtigung – setz sie entsprechend vorsichtig.
Und der banalste Punkt zuerst prüfen, wenn nachts nichts geht: Der freigebende PC muss laufen. Im Energiesparmodus ist jede Freigabe weg. In den Energieoptionen lässt sich der Standby für den Rechner abschalten, der die Daten bereitstellt.
Vom zweiten PC auf die Freigabe zugreifen
Am anderen Rechner öffnest du den Explorer und tippst in die Adressleiste den UNC-Pfad – die Universal Naming Convention, also die Netzwerkadresse eines geteilten Ordners:
\\Computername\Freigabename, zum Beispiel\\BUERO-PC\Projekte2026- Notfalls die IP-Adresse:
\\192.168.1.20\Projekte2026
Nimm nach Möglichkeit den Computernamen, nicht die IP. Microsoft empfiehlt das ausdrücklich, weil die Anmeldung über eine IP-Adresse auf NTLM zurückfällt – und NTLM ist auf modernen Clients zunehmend eingeschränkt. Den Namen des freigebenden PCs findest du dort unter Einstellungen → System → Info.
Damit du den Pfad nicht jedes Mal tippst, verbindest du ihn als Netzlaufwerk: Rechtsklick auf Dieser PC → Netzlaufwerk verbinden…, Laufwerksbuchstaben wählen, UNC-Pfad eintragen, Verbindung bei Anmeldung wiederherstellen anhaken.
Ordner im Netzwerk freigeben ohne Passwort – was 2026 noch funktioniert
Das ist die häufigste Nachfrage zum Thema, und die ehrliche Antwort hat sich geändert. Der alte Tipp lautete: Kennwortgeschütztes Freigeben ausschalten, fertig. Diesen Schalter gibt es weiterhin – unter Einstellungen → Netzwerk und Internet → Erweiterte Netzwerkeinstellungen → Erweiterte Freigabeeinstellungen → Alle Netzwerke. Er wirkt aber nur auf der freigebenden Seite.
Die andere Seite blockt: Windows 11 Pro, Enterprise und Education lehnen unauthentifizierten Gastzugriff standardmäßig ab. Der zugreifende PC meldet dann „Auf diesen freigegebenen Ordner kann nicht zugegriffen werden, da die Sicherheitsrichtlinien Ihrer Organisation den nicht authentifizierten Gastzugriff blockieren“ oder wirft 0x80070035; im Ereignisprotokoll steht SMBClient-Ereignis-ID 31017. Microsoft rät ausdrücklich davon ab, unsichere Gastanmeldungen wieder einzuschalten – der Client wäre damit für gefälschte Server im Netz angreifbar.
Was stattdessen zuverlässig funktioniert und sich im Alltag exakt wie „ohne Passwort“ anfühlt:
- Gleiches Konto auf beiden PCs: Lege auf dem freigebenden Rechner ein lokales Konto mit demselben Benutzernamen und demselben Kennwort an wie auf dem zugreifenden. Windows meldet sich dann still im Hintergrund an, es erscheint keine Abfrage.
- Anmeldedaten einmal speichern: Beim ersten Zugriff im Anmeldefenster Anmeldedaten speichern anhaken. Nachtragen geht über Systemsteuerung → Anmeldeinformationsverwaltung → Windows-Anmeldeinformationen → Windows-Anmeldeinformationen hinzufügen mit Computername, Benutzer und Kennwort.
- Bei Microsoft-Konten aufpassen: Meldet sich der Nutzer des freigebenden PCs mit einem Microsoft-Konto an, sind die Zugangsdaten die E-Mail-Adresse plus Microsoft-Kennwort – die lokale PIN funktioniert für Netzwerkzugriffe nicht.
Den Kennwortschutz komplett auszuschalten bleibt eine Option fürs eigene, vertrauenswürdige Heimnetz. In gemischten Netzen, WGs oder mit Gästen im WLAN: lieber ein eigenes Benutzerkonto pro Person und Rechte darüber steuern.
Wenn die Freigabe nicht klappt: Fehlerbilder und Fixes
- „Zugriff verweigert“ trotz gesetzter Freigabe: Das ist die zweite Rechteebene. Unter Eigenschaften → Sicherheit prüfen, ob das zugreifende Konto dort ebenfalls Rechte hat – es gilt immer die strengere der beiden Ebenen.
- Fehler
0x80070035„Netzwerkpfad wurde nicht gefunden“: Meist blockierter Gastzugriff oder Namensauflösung. Gegenprobe mit der IP-Adresse: Klappt der Zugriff darüber, ist der Name das Problem; erscheint stattdessen die Gastzugriffs-Meldung, hilft nur eine echte Anmeldung. - NAS oder älterer Router-Speicher bleibt stumm, Fehler
0xc000a000/STATUS_INVALID_SIGNATURE: Das Gerät beherrscht keine SMB-Signierung, die Windows 11 Pro seit 24H2 verlangt. Richtiger Weg laut Microsoft-Dokumentation: Firmware aktualisieren und Signierung am NAS aktivieren – nicht die Sicherheitsfunktion am PC abschalten. - Windows fragt endlos nach Kennwort, obwohl es stimmt: Ein veralteter Eintrag in der Anmeldeinformationsverwaltung überschreibt die Eingabe. Alten Eintrag zum betreffenden Computernamen löschen, dann neu verbinden.
- Freigabe taucht in der Netzwerkübersicht nicht auf: Netzwerkerkennung auf beiden Seiten prüfen. Über den UNC-Pfad ist der Ordner meist trotzdem erreichbar – die Übersicht ist unzuverlässig, der Pfad nicht.
- Firewall: In der Windows Defender Firewall muss die Regelgruppe Datei- und Druckerfreigabe für das private Profil zugelassen sein. Fremde Sicherheitssoftware bringt eigene Regeln mit und wird separat geprüft.
Für die Diagnose zwei Anlaufstellen, die schneller zum Ziel führen als Raten: Get-SmbClientConfiguration in einer PowerShell zeigt, wie streng der Client eingestellt ist, und die Ereignisanzeige unter Anwendungs- und Dienstprotokolle → Microsoft → Windows → SMBClient nennt den tatsächlichen Ablehnungsgrund im Klartext.
Hintergrund: Warum es zwei Berechtigungsebenen gibt
An dieser Stelle bleiben die meisten hängen – und wer sie verstanden hat, kann jede „Zugriff verweigert“-Meldung selbst einordnen. Windows kennt für einen Ordner zwei getrennte Rechtesysteme:
- Freigabeberechtigungen gelten ausschließlich für den Zugriff über das Netzwerk. Sie sind grob abgestuft (Lesen, Ändern, Vollzugriff) und stehen im Reiter Freigabe.
- NTFS-Berechtigungen gelten immer, lokal wie über das Netz. Sie sind fein einstellbar, kennen Vererbung und stehen im Reiter Sicherheit.
Beim Netzwerkzugriff greift die strengere der beiden Einstellungen. Steht die Freigabe auf „Lesen“ und NTFS auf „Vollzugriff“, darf der Nutzer trotzdem nur lesen – der häufigste Grund für scheinbar unerklärliche Rechteprobleme. Deshalb der Praxisansatz von oben: eine Ebene bewusst offen halten, die andere steuern.
Und eine Altlast gehört bei der Gelegenheit weg: SMB 1.0, das erste Freigabeprotokoll, ist unsicher und in aktuellen Windows-Versionen nicht mehr installiert. Wenn ein altes NAS es noch verlangt, ist das kein Grund, das Feature nachzurüsten, sondern ein Hinweis, dass das Gerät ein Firmware-Update oder einen Nachfolger braucht.
Häufige Fragen
Wie gebe ich unter Windows 11 einen Ordner im Netzwerk frei?
Netzwerkprofil auf „Privat“ stellen, Netzwerkerkennung und Datei- und Druckerfreigabe aktivieren, dann Rechtsklick auf den Ordner → „Weitere Optionen anzeigen“ → „Eigenschaften“ → Reiter „Freigabe“ → „Erweiterte Freigabe“ und dort Freigabename plus Berechtigungen festlegen.
Geht die Freigabe auch ohne Passwort?
Nur eingeschränkt: Windows 11 Pro blockiert unauthentifizierten Gastzugriff. Zuverlässig ohne Abfrage arbeitest du, wenn beide PCs ein Konto mit gleichem Benutzernamen und Kennwort haben oder du die Anmeldedaten einmal speicherst.
Warum wird mein freigegebener Ordner im Netzwerk nicht angezeigt?
Meist steht das Netzwerkprofil auf „Öffentlich“ oder die Netzwerkerkennung ist aus – auf beiden PCs prüfen. Über den UNC-Pfad \\Computername\Freigabename ist der Ordner oft trotzdem erreichbar.
Kann ich eine ganze Festplatte im Netzwerk freigeben?
Ja, über Eigenschaften → Freigabe → Erweiterte Freigabe. Das Systemlaufwerk C: solltest du auslassen. Bei externen Platten in der Datenträgerverwaltung einen festen Laufwerksbuchstaben vergeben, sonst bricht der Pfad.
Was bedeutet Fehler 0x80070035 beim Zugriff auf die Freigabe?
„Netzwerkpfad wurde nicht gefunden“ – typisch bei blockiertem Gastzugriff oder scheiternder Namensauflösung. Gegenprobe über die IP-Adresse und ein Blick ins SMBClient-Ereignisprotokoll (Ereignis-ID 31017) zeigen die echte Ursache.




