Kostenlose Backup-Software für Windows 2026: Veeam, Duplicati & Macrium im Vergleich

Externe SSD und USB-Festplatte am Laptop, dahinter ein NAS mit blauen LEDs – Sicherungsziele für kostenlose Backup-Software unter Windows

Die beste kostenlose Backup-Software für Windows hängt davon ab, was gesichert werden soll: Ein vollständiges Systemabbild des PCs erledigt Veeam Agent for Microsoft Windows Free, verschlüsselte Datei-Backups in die Cloud übernimmt das Open-Source-Tool Duplicati. Macrium Reflect X gehört in jeden Vergleich, ist aber keine Gratis-Lösung mehr – geblieben ist eine 30-Tage-Testversion.

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Seit dem letzten Blick auf diese drei Namen hat sich einiges verschoben: Duplicati hat die jahrelange Beta-Phase verlassen und liegt inzwischen als Stable-Version 2.3 vor, Macrium hat den Support für die alte Reflect-8-Reihe am 27. Februar 2026 endgültig beendet, und Veeam ist beim Agent bei Version 13 angekommen. Dieser Vergleich sortiert, was 2026 wirklich nichts kostet – und wofür die drei Werkzeuge jeweils gebaut wurden.

Die drei Tools auf einen Blick

KriteriumVeeam Agent FreeDuplicatiMacrium Reflect X
Dauerhaft kostenlosJaJa (Open Source, MIT)Nein (30-Tage-Test)
Komplettes SystemabbildJaNein (Datei-Backup)Ja
Datei- & Ordner-BackupJaJa (Kernfunktion)Ja
VerschlüsselungJa, per PasswortAES-256 / GPGJa (im Abo)
Cloud-ZieleNein (lokal, NAS, Veeam-Repository)Sehr viele (S3, B2, OneDrive, pCloud …)Begrenzt
Backup-JobsGenau einerBeliebig vieleMehrere
PlattformenWindowsWindows, macOS, LinuxWindows
Preis0 €0 €ab rund 50 US-Dollar pro Jahr

Ein Systemabbild (Image) ist eine 1:1-Kopie der kompletten Festplatte samt Windows, Programmen, Treibern und Einstellungen – damit kommt ein PC nach einem Totalausfall vollständig zurück, ohne Neuinstallation. Ein Datei-Backup sichert dagegen nur ausgewählte Ordner; im Ernstfall sind die Daten da, das Betriebssystem muss aber neu aufgesetzt werden. Diese Unterscheidung entscheidet, welches der drei Programme zu deinem Vorhaben passt – nicht der Funktionsumfang auf der Herstellerseite.

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Veeam Agent Free: Systemabbild ohne Lizenzkosten

Veeam kennt man aus dem Rechenzentrum; der Agent für Windows ist die Einzelplatz-Variante davon. Die Free-Edition ist kein beschnittenes Werbe-Tool, sondern ein vollwertiges Backup-Programm für genau einen PC, Laptop oder Tablet – technisch auf demselben Unterbau wie die kostenpflichtigen Editionen.

  • Image-Backup des ganzen Systems, wahlweise auch nur einzelne Volumes oder Ordner.
  • Inkrementelle Sicherungen: Nach dem ersten Voll-Backup wandern nur noch geänderte Datenblöcke ins Backup – das spart Platz und Laufzeit.
  • Ziele: externe Festplatte, NAS-Freigabe (ein Netzwerkspeicher im eigenen LAN) oder ein Veeam-Backup-Repository.
  • Verschlüsselung der Sicherungsdateien per Passwort – wichtig, wenn die externe Platte im Schrank oder Büro liegt.
  • Bare-Metal-Recovery über ein Boot-Medium: Damit startet ein totes System von USB-Stick oder ISO und spielt das Image auch auf eine leere Platte zurück.

Wichtig sind die Grenzen der Gratis-Edition, weil sie in Testberichten regelmäßig untergehen. Laut Veeams eigener Editions-Übersicht zur Version 13 fehlen der Free-Variante:

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  • Mehrere Backup-Jobs – erlaubt ist genau einer. Eine Sicherung auf USB-Platte und parallel eine zweite ins NAS geht damit nicht.
  • Direktes Object-Storage-Ziel (S3 & Co.) und Veeam Cloud Connect – dafür braucht es mindestens die Workstation-Edition.
  • Synthetische Voll-Backups, der Veeam-CBT-Treiber zur schnellen Änderungsverfolgung, der Backup-Cache und die GFS-Langzeitaufbewahrung.
  • Feiner Zeitplan: Die Free-Edition kann nur einfache Zeitpläne, keine mehrfach täglichen oder monatlichen Muster.

Praktischer Stolperstein: Das Boot-Medium einmal vorab bauen und testweise davon starten. Ein Wiederherstellungsstick, der erst im Schadensfall zum ersten Mal ausprobiert wird, ist eine Wette – und der Zeitpunkt für Wetten ist schlecht gewählt, wenn das System bereits liegt.

Passt für: alle, die den kompletten Windows-Rechner gratis auf externe Platte oder NAS spiegeln und im Notfall vollständig zurückholen wollen.

Duplicati: verschlüsselte Datei-Backups in die Cloud

Duplicati spielt in einer anderen Disziplin als die beiden Imaging-Programme: Es erstellt kein Systemabbild, sondern sichert ausgewählte Dateien und Ordner – dafür quelloffen unter MIT-Lizenz, ohne Lizenzkosten und mit klarem Fokus auf Cloud-Ziele und Verschlüsselung.

  • Verschlüsselung vor dem Upload: AES-256 oder GPG, lokal auf deinem Rechner. Beim Anbieter liegen die Daten nur als Chiffrat – entscheidend, wenn das Backup auf fremden Servern landet.
  • Sehr viele Ziele: Amazon S3, Backblaze B2, OneDrive, Azure, Google Drive, Dropbox, SFTP, WebDAV; mit Version 2.2 kamen unter anderem pCloud, Filen, FileJump und SMB-Freigaben dazu.
  • Inkrementell, komprimiert, dedupliziert: Nur der erste Durchlauf ist vollständig, danach wandern nur Änderungen durch die Leitung – das schont Upload-Bandbreite und Cloud-Speicher.
  • Bedienung über eine Weboberfläche im Browser samt Zeitplaner; läuft unter Windows, macOS und Linux.

Die lange Beta-Phase, die Duplicati jahrelang den Ruf einer Bastellösung eingebracht hat, ist vorbei: Version 2.2 kam im Oktober 2025 mit komplett neu geschriebener Oberfläche als Stable heraus, im April 2026 folgte 2.3. Trotzdem gilt für jedes Datei-Backup-Werkzeug dieselbe Regel wie für alle anderen – stell dir regelmäßig ein paar Dateien aus einem Backup wieder her, statt der Erfolgsmeldung im Protokoll zu vertrauen.

Ein Hinweis zum Geschäftsmodell, weil die Preisseite verwirrt: Hinter dem Projekt steht seit 2024 eine Firma, die ein kostenpflichtiges Verwaltungsportal für viele Geräte anbietet (Überwachung, Zentralverwaltung). Die Backup-Software selbst bleibt kostenlos und quelloffen – für einen Heim-PC entstehen keine Kosten.

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Passt für: alle, die Dokumente, Fotos und Projektordner verschlüsselt zu einem Cloud-Anbieter oder NAS sichern wollen, plattformübergreifend und ohne Lizenz.

Macrium Reflect X: der Klassiker ohne Gratis-Version

Macrium Reflect galt jahrelang als Referenz fürs Disk-Imaging unter Windows, und die Free-Edition war der Standard-Tipp in jedem Forum. Vorbei: Die letzte kostenlose Version (Reflect 8 Free) erhielt nur bis zum 1. Januar 2024 Sicherheits-Patches und steht nicht mehr zum Download bereit. Auch die bezahlte Reflect-8-Reihe ist inzwischen am Ende – der Support lief am 27. Februar 2026 aus, es gibt keine Sicherheitsupdates mehr.

Der Nachfolger Reflect X (seit Oktober 2024) ist reine Abo-Software: 30 Tage Testzeitraum, danach kostet die Home-Variante rund 50 US-Dollar pro Jahr und Gerät, mit Rabatten für mehrere Rechner und längere Laufzeiten. Den früheren Einmalkauf für Privatanwender hat Macrium gestrichen. Wer „Macrium Reflect Free“ sucht, sucht also ein Produkt, das es in dieser Form nicht mehr gibt.

  • Stärke: sehr schnelles, ausgereiftes Imaging mit guter Kompression und komfortablem Teil-Restore einzelner Dateien direkt aus dem Image.
  • Haken: dauerhaft nur gegen Abo – und eine alte, nicht mehr gepatchte Reflect-8-Installation gehört ersetzt statt weiterbetrieben.

Passt für: Anwender, denen ausgereiftes Imaging ein Abo wert ist – oder die im 30-Tage-Test eine einmalige Komplettsicherung vor einem größeren Umbau anlegen.

Reichen die Windows-Bordmittel nicht?

Windows bringt zwei Backup-Wege mit, die beide ihre Lücken haben. „Sichern und Wiederherstellen (Windows 7)“ in der Systemsteuerung erstellt zwar weiterhin Systemabbilder auf ein externes Laufwerk, steht bei Microsoft aber seit Windows 10 Version 1709 offiziell auf der Liste der veralteten Funktionen – dort wird für Voll-Backups ausdrücklich auf Produkte von Drittanbietern verwiesen. Die Funktion wird also nicht weiterentwickelt und kann in einer künftigen Version verschwinden.

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Die moderne Windows-Backup-App sichert dagegen Ordner, Apps, Einstellungen und Anmeldedaten in OneDrive – praktisch beim Umzug auf einen neuen PC, aber kein bootfähiges Abbild der Systemplatte. Der Dateiversionsverlauf wiederum kümmert sich um Nutzerordner auf einer externen Platte. Für einen defekten Datenträger oder eine verschlüsselte Systempartition reicht beides nicht; genau dort setzen Veeam Agent Free und Duplicati an.

Welche kostenlose Backup-Software für Windows passt zu dir?

  1. Der ganze PC soll nach einem Crash zurückkommen – inklusive Windows, Programmen und Einstellungen, ohne Kosten → Veeam Agent Free, Ziel: externe Festplatte oder NAS.
  2. Nur Dateien und Ordner, dafür verschlüsselt außer Haus → Duplicati mit einem Cloud-Speicher deiner Wahl.
  3. Maximal ausgereiftes Imaging, Budget vorhanden → Macrium Reflect X; für eine einmalige Sicherung vor dem Festplattentausch genügt der 30-Tage-Test.
  4. Mehrere Backup-Jobs oder Object Storage als Ziel → hier endet die Free-Edition von Veeam; entweder Workstation-Lizenz kaufen oder die Aufgaben zwischen Veeam (Image lokal) und Duplicati (Dateien in die Cloud) aufteilen.

Am robustesten ist die Kombination: ein lokales Voll-Image mit Veeam für den Hardware-GAU plus Duplicati für verschlüsselte Cloud-Kopien der wichtigsten Ordner. Damit erfüllst du nebenbei die 3-2-1-Regel – drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon außer Haus. Eine Sicherung auf derselben Festplatte wie die Originaldaten ist bei einem Defekt genauso weg wie das Original, und bei einem Verschlüsselungstrojaner gleich mit.

Weitere Gratis-Alternativen, wenn keines der drei passt

  • AOMEI Backupper Standard: kostenlos für System-, Datenträger-, Partitions- und Datei-Backups samt Zeitplan und Boot-Medium. Verschlüsselte Backups, differentielle Sicherungen und Universal Restore sind laut Hersteller-Vergleich der Bezahlversion vorbehalten; die Gratis-Version wirbt zudem für die Upgrades.
  • Hasleo Backup Suite Free: deckt System-, Disk- und Datei-Backup mit voller, inkrementeller und differentieller Sicherung ab und unterstützt nach Herstellerangaben AES-Verschlüsselung sowie Windows auf ARM64 – interessant für Copilot+-Notebooks mit Snapdragon-Prozessor.

Wer kostenlose Backup-Software für Windows sucht, sollte bei diesen beiden einen Punkt mitdenken: Sie sind proprietär. Der Quellcode ist nicht einsehbar, und was in der Gratis-Version enthalten bleibt, entscheidet der Hersteller – siehe Macrium. Bei Duplicati ist dieses Risiko durch die MIT-Lizenz gebannt.

Vier Dinge, die über den Ernstfall entscheiden

Ob kostenlose Backup-Software für Windows oder bezahlte Suite – über den Ernstfall entscheidet weniger das Programm als die Art, wie es eingerichtet ist. Diese vier Punkte kosten einmal eine halbe Stunde und retten im Zweifel die Datenbestände mehrerer Jahre.

  • Restore testen, nicht nur Backup: Eine Sicherung ist erst dann eine, wenn eine Wiederherstellung nachweislich funktioniert hat. Einmal eine Testdatei zurückspielen, einmal vom Boot-Medium starten – danach weißt du, woran du bist.
  • Backup-Ziel trennen: Eine dauerhaft eingesteckte USB-Platte verschlüsselt Ransomware gleich mit. Besser: Platte nach dem Lauf abziehen oder zusätzlich in die Cloud sichern.
  • Automatik statt Erinnerung: Alle vorgestellten Programme bringen einen Zeitplaner mit. Ein Backup, an das du selbst denken musst, fällt nach ein paar Wochen aus.
  • „Kostenlos“ regelmäßig nachprüfen: Free-Editionen ändern sich, wie der Fall Macrium zeigt. Vor der Installation und nach großen Versionssprüngen kurz kontrollieren, was die aktuelle Fassung tatsächlich ohne Lizenz kann.

Quellen und Stand der Angaben: Veeam Helpcenter – Product Editions (Agent für Windows 13), Duplicati 2.2 Stable-Ankündigung, Macrium: Reflect 8 End of Life und Microsoft Learn: Deprecated features in the Windows client. Preise und Editionsumfänge können sich ändern – vor dem Kauf oder Download lohnt der Blick auf die Herstellerseite.

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Häufige Fragen

Ist Macrium Reflect noch kostenlos?

Nein. Die Free-Edition wurde eingestellt und erhielt nur bis zum 1. Januar 2024 Sicherheits-Patches. Der Nachfolger Reflect X ist Abo-Software mit 30-Tage-Test, danach ab rund 50 US-Dollar pro Jahr und Gerät.

Welches kostenlose Programm erstellt ein komplettes Systemabbild von Windows?

Veeam Agent for Microsoft Windows Free. Die Gratis-Edition sichert den ganzen Rechner als Image und spielt ihn per Boot-Medium auch auf eine leere Festplatte zurück (Bare-Metal-Recovery).

Ist Duplicati wirklich komplett kostenlos?

Ja. Der Backup-Client steht unter MIT-Lizenz und kostet nichts. Kostenpflichtig ist nur das optionale Verwaltungsportal für viele Geräte. Duplicati sichert Dateien verschlüsselt, erstellt aber kein Systemabbild.

Kann Veeam Agent Free direkt in die Cloud sichern?

Nein. Object Storage und Veeam Cloud Connect erfordern mindestens die Workstation-Edition. Die Free-Edition sichert auf externe Festplatte, NAS oder ein Veeam-Repository – für Cloud-Backups eignet sich Duplicati.

Reicht das Windows-Bordmittel „Sichern und Wiederherstellen“?

Als Notlösung ja, dauerhaft nein: Microsoft führt die Systemabbild-Sicherung seit Windows 10 Version 1709 als veraltete Funktion und verweist für Voll-Backups selbst auf Drittanbieter-Software.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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