Feste IP-Adresse unter Windows 11 vergeben: Werte, Befehle, Stolperfallen

Netzwerkkabel steckt im LAN-Port eines Laptops, dahinter ein Heimrouter mit leuchtenden Status-LEDs — Sinnbild für eine feste IP-Adresse unter Windows 11

Eine feste IP-Adresse unter Windows 11 vergibst du so: Einstellungen → Netzwerk & Internet öffnen, den aktiven Adapter (WLAN oder Ethernet) anklicken, bei IP-Zuweisung auf Bearbeiten gehen, von Automatisch (DHCP) auf Manuell umstellen, IPv4 einschalten und IP-Adresse, Subnetzpräfixlänge 24, Gateway und DNS-Server eintragen. Speichern, fertig — ein Neustart ist nicht nötig.

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Damit das auch funktioniert, müssen die vier Werte zu deinem Netz passen. Der häufigste Fehler ist nicht der falsche Klick, sondern eine Adresse, die der Router später noch einmal per DHCP verteilt. DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) ist der Dienst, der jedem Gerät im Netz automatisch eine Adresse zuteilt — beim nächsten Neustart womöglich eine andere. Genau das willst du verhindern, wenn Drucker, NAS, Heimserver oder eine Portfreigabe dauerhaft dieselbe Adresse brauchen.

Die Menü-Pfade in dieser Anleitung gelten für Windows 11 24H2 und 25H2 (Stand: August 2026). Zwischen den beiden Versionen hat sich an der Netzwerk-Oberfläche nichts geändert.

Welche vier Werte brauchst du?

Notiere dir zuerst die aktuellen Daten deiner Verbindung — solange sie noch per DHCP läuft. Wer blind eine Adresse einträgt, ist danach offline. Drücke Windows-Taste + R, tippe cmd, bestätige und gib ein:

ipconfig /all

Aus der Ausgabe deines Adapters brauchst du drei Angaben, die vierte legst du selbst fest:

  • IPv4-Adresse — deine momentane Adresse, z. B. 192.168.178.32. Sie zeigt dir den Adressbereich des Netzes.
  • Subnetzmaske — im Heimnetz praktisch immer 255.255.255.0. Windows 11 fragt stattdessen die Subnetzpräfixlänge ab; der passende Wert dazu ist 24.
  • Standardgateway — die interne Adresse deines Routers, z. B. 192.168.178.1 (FRITZ!Box) oder 192.168.0.1. In den meisten Heimnetzen ist sie gleichzeitig der DNS-Server.
  • Deine neue feste Adresse — gleiche ersten drei Zahlenblöcke wie das Gateway, letzter Block frei gewählt.

Bei der letzten Zahl liegt die eigentliche Arbeit. Sie muss außerhalb des DHCP-Bereichs deines Routers liegen, sonst vergibt der Router dieselbe Adresse irgendwann an ein zweites Gerät — Ergebnis: IP-Konflikt, beide Geräte zicken. Den vergebenen Bereich zeigt die Router-Oberfläche unter Heimnetz bzw. Netzwerkeinstellungen an; bei einer FRITZ!Box steht dort z. B. „192.168.178.20 bis 192.168.178.200″. Eine Zahl unterhalb dieses Bereichs, etwa 192.168.178.10, ist dann sicher. Tabu sind die .1 (das ist der Router selbst), die .255 (Broadcast) und die .0.

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cshow

Schritt für Schritt: feste IP-Adresse unter Windows 11 vergeben

Das ist der empfohlene Weg — er funktioniert für WLAN und LAN gleich und braucht keine Administratorrechte, solange du am eigenen Rechner arbeitest.

  1. Drücke Windows-Taste + I und öffne Netzwerk & Internet.
  2. Klicke auf den aktiven Adapter: WLAN oder Ethernet. Bei WLAN öffnest du zusätzlich die Eigenschaften des verbundenen Netzwerks.
  3. Scrolle zu IP-Zuweisung und klicke daneben auf Bearbeiten.
  4. Wähle im Dropdown Manuell und schiebe den Schalter IPv4 auf „Ein“.
  5. Trage ein: IP-Adresse (deine gewählte Adresse), Subnetzpräfixlänge 24, Gateway (Router-Adresse) und Bevorzugter DNS (meist ebenfalls die Router-Adresse).
  6. Klicke auf Speichern. Die Verbindung trennt sich kurz und kommt mit der neuen Adresse zurück.

Drei Dinge, über die im Dialog gern gestolpert wird:

  • Subnetzpräfixlänge statt Subnetzmaske: Windows 11 fragt die Maske in CIDR-Schreibweise ab. 24 ist exakt dasselbe wie 255.255.255.0 — du musst nichts umrechnen. Trägst du hier versehentlich die Maske ein, lehnt Windows den Wert ab.
  • IPv6 bleibt auf Automatisch: Der Schalter darunter darf aus bleiben. Fürs Heimnetz reicht die manuelle IPv4-Adresse; IPv6 holt sich Windows weiter selbst.
  • DNS über HTTPS: Direkt unter dem DNS-Feld bietet Windows 11 verschlüsseltes DNS an. Lass die Option beim ersten Einrichten auf „Aus“ — funktioniert die Verbindung, kannst du sie später aktivieren, sofern dein DNS-Server das unterstützt (die Router-Adresse tut das meist nicht).

Wer die klassische Oberfläche bevorzugt: Windows-Taste + R, ncpa.cpl — die alten Netzwerkverbindungen mit den IPv4-Eigenschaften gibt es in Windows 11 weiterhin. Microsoft hatte diesen Aufruf in einer frühen Insider-Version in die neuen Einstellungen umgeleitet, das aber wieder zurückgenommen. Beide Wege schreiben in dieselbe Konfiguration; misch sie nur nicht in einem Durchgang.

Schneller per netsh oder PowerShell

Wer mehrere Rechner einrichtet, ist über die Kommandozeile schneller. Beide Wege brauchen Administratorrechte: Startmenü öffnen, cmd bzw. PowerShell tippen und Als Administrator ausführen wählen. Ersetze Adaptername und Adressen durch deine Werte.

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Mit netsh (Eingabeaufforderung), in der ausgeschriebenen Schreibweise — die ist eindeutiger als die Kurzform:

netsh interface ipv4 set address name="Ethernet" source=static address=192.168.178.10 mask=255.255.255.0 gateway=192.168.178.1
netsh interface ipv4 set dnsservers name="Ethernet" source=static address=192.168.178.1 validate=no

Den exakten Adapternamen liefert netsh interface show interface. Ein Tippfehler dort ist der häufigste Grund, warum der Befehl scheinbar nichts tut — Windows meldet dann „Ein Element wurde nicht gefunden“ statt eines Erfolgs.

Mit PowerShell — der Weg für Skripte. Den InterfaceIndex deines Adapters zeigt vorher Get-NetAdapter:

New-NetIPAddress -InterfaceIndex 12 -IPAddress 192.168.178.10 -PrefixLength 24 -DefaultGateway 192.168.178.1
Set-DnsClientServerAddress -InterfaceIndex 12 -ServerAddresses 192.168.178.1

Stolperfalle bei PowerShell: Hängt am Adapter noch eine alte IPv4-Adresse oder Route, quittiert New-NetIPAddress das mit „Instance MSFT_NetIPAddress already exists“. Dann erst aufräumen und danach neu setzen:

Remove-NetIPAddress -InterfaceIndex 12 -AddressFamily IPv4 -Confirm:$false
Remove-NetRoute -InterfaceIndex 12 -AddressFamily IPv4 -Confirm:$false

Warum geht danach kein Internet mehr?

Wenn die Verbindung nach dem Umstellen streikt, liegt es fast immer an einem dieser Punkte:

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  • Netzwerk läuft, Internet nicht: Gateway oder DNS fehlen oder sind falsch. Trage als Gateway die Router-Adresse ein und als DNS ebenfalls den Router — oder testweise einen öffentlichen Resolver wie 1.1.1.1. Ohne DNS-Server laden Websites nicht, obwohl ein Ping auf 1.1.1.1 funktioniert. Genau dieser Widerspruch ist das Erkennungszeichen für ein DNS-Problem.
  • Meldung „IP-Adresskonflikt“: Ein anderes Gerät hat die Adresse schon. Nimm eine andere freie Zahl außerhalb des DHCP-Bereichs — oder trage sie zusätzlich als Reservierung im Router ein, damit er sie nie wieder ausgibt.
  • Adresse beginnt mit 169.254: Das ist eine APIPA-Adresse, die Windows sich selbst gibt, wenn keine Konfiguration greift. Meist wurde nur IPv4 nicht eingeschaltet oder ein Feld nicht gespeichert — Dialog nochmal öffnen und prüfen.
  • Falscher Adapter erwischt: Läuft der Rechner mal per Kabel, mal per WLAN, gilt die Einstellung nur für den einen Adapter. Der andere holt sich weiter DHCP. Bei WLAN gilt sie zusätzlich nur für dieses eine Netzwerkprofil (SSID) — im WLAN eines Freundes ist deine feste Adresse dann wirkungslos oder blockiert die Verbindung.
  • Notebook wechselt die Netze: Eine im Gerät eingetragene Adresse passt nur zu einem Netz. Wer täglich zwischen Zuhause, Büro und Hotspot wechselt, fährt mit einer Reservierung im eigenen Router besser (siehe unten).

Nach jeder Änderung lohnt der Gegencheck mit ipconfig /all: Stehen dort deine Adresse, das Gateway und der DNS-Server, und meldet die Zeile „DHCP aktiviert“ ein Nein, hat Windows die Konfiguration übernommen.

Zurück auf DHCP

Eine feste IP-Adresse unter Windows 11 ist jederzeit reversibel. Im Dialog bei IP-Zuweisung wieder auf Automatisch (DHCP) stellen und speichern. Auf der Kommandozeile geht es in einer Zeile:

netsh interface ipv4 set address name="Ethernet" source=dhcp
netsh interface ipv4 set dnsservers name="Ethernet" source=dhcp

In PowerShell übernimmt das Set-NetIPInterface -InterfaceIndex 12 -Dhcp Enabled, gefolgt von Set-DnsClientServerAddress -InterfaceIndex 12 -ResetServerAddresses. Den zweiten Befehl vergessen viele — dann steht der alte DNS-Eintrag weiter fest, während die IP längst wieder vom Router kommt.

Feste IP im Gerät oder Reservierung im Router?

Ein Gerät dauerhaft erreichbar machen kannst du auf zwei Wegen. Eine manuell eingetragene feste IP-Adresse unter Windows 11 ist der eine. Der andere ist die DHCP-Reservierung im Router (FRITZ!Box: „Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen“). Dabei bleibt DHCP am Rechner aktiv, der Router liefert aber jedes Mal dieselbe Adresse — er erkennt das Gerät an seiner MAC-Adresse, der fest eingebauten Kennung des Netzwerkadapters.

Für die Reservierung spricht, dass alle Adressen zentral an einer Stelle verwaltet werden, Konflikte praktisch ausgeschlossen sind und ein Notebook in fremden Netzen normal weiterläuft. Für die feste Adresse im Gerät spricht, dass sie auch ohne erreichbaren DHCP-Server steht — praktisch bei Servern, Direktverbindungen per Kabel oder Routern ohne Reservierungsfunktion. Faustregel: ein einzelner Rechner, der sofort erreichbar sein soll, feste IP; ein wachsendes Heimnetz mit mehreren Dauergästen, Reservierung. Wer beides kombiniert — feste Adresse im Windows-Dialog und dieselbe Adresse als Reservierung im Router — fährt am konfliktfreisten.

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Für die IHK-Prüfung ist übrigens genau diese Abgrenzung eine beliebte Frage: statische Konfiguration am Host gegen zentrale Vergabe per DHCP, inklusive der Rolle von Subnetzmaske, Gateway und DNS. Wer die vier Werte oben erklären kann, hat den Rest der Aufgabe meist auch.

Häufige Fragen

Welche IP-Adresse soll ich vergeben?

Eine Adresse mit den gleichen ersten drei Zahlenblöcken wie dein Router-Gateway, aber außerhalb des DHCP-Bereichs — zum Beispiel 192.168.178.10, wenn der Router ab .20 verteilt. Nicht die .1, .0 oder .255 nehmen.

Was bedeutet die Subnetzpräfixlänge 24?

Die 24 ist die CIDR-Schreibweise der Subnetzmaske 255.255.255.0. Beides sagt dasselbe aus: die ersten drei Zahlenblöcke bestimmen das Netz. In Windows 11 trägst du einfach 24 ein.

Warum habe ich nach dem Umstellen kein Internet mehr?

Meist fehlt das Standardgateway oder der DNS-Server. Trage als Gateway die Router-Adresse ein (z. B. 192.168.178.1) und als bevorzugten DNS denselben Wert oder 1.1.1.1.

Wie mache ich die feste IP wieder rückgängig?

Bei „IP-Zuweisung“ zurück auf „Automatisch (DHCP)“ stellen und speichern. Per Eingabeaufforderung: netsh interface ipv4 set address name=“Ethernet“ source=dhcp.

Feste IP im Gerät oder DHCP-Reservierung im Router?

Die Reservierung im Router ist konfliktärmer und für Notebooks besser, weil sie in fremden Netzen nicht stört. Die feste Eingabe in Windows lohnt bei Servern und wenn der Router keine Reservierung kann.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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