Screenshot- und Bildschirmaufnahme-Tools: die besten 2026

Monitor auf einem Schreibtisch während einer Bildschirmaufnahme mit Aufnahme-Anzeige

Für schnelle Screenshots reicht unter Windows 11 das vorinstallierte Snipping Tool (Tastenkürzel Windows + Umschalt + S). Wer mehr will – etwa Video-Aufnahmen, GIFs oder automatisches Hochladen – greift zu ShareX (kostenlos, sehr umfangreich) oder Greenshot (kostenlos, kinderleicht). Für längere Bildschirmvideos ist OBS Studio die beste Gratis-Lösung, für komfortable Tutorials mit Schnitt lohnt sich das kostenpflichtige Camtasia.

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Schnell entscheiden: welches Tool für welchen Zweck?

Bevor du etwas installierst, kläre eine Frage: Brauchst du ein Standbild (Screenshot) oder ein Video (Bildschirmaufnahme, auch Screen Recording genannt – also das Mitfilmen des Bildschirms)? Daraus ergibt sich fast alles Weitere:

  • Nur ein schnelles Bild von einer Fehlermeldung oder einem Ausschnitt: Snipping Tool – ist schon da, nichts zu installieren.
  • Regelmäßig Screenshots mit Pfeilen, Unkenntlichmachung und direktem Speichern: Greenshot oder ShareX.
  • Kurzes Bildschirmvideo ohne Schnickschnack: Snipping Tool (Windows 11) oder die Xbox Game Bar.
  • Längere Aufnahmen, Streaming oder mehrere Quellen gleichzeitig: OBS Studio.
  • Tutorials mit Schnitt, Zoom-Effekten und Untertiteln: Camtasia (kostenpflichtig).
  • Schnelle Erklärvideos zum Teilen per Link: Loom.

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Screenshot-Tools für präzise Bilddokumentation

Snipping Tool (Windows, vorinstalliert)

Das Snipping Tool ist seit Windows 11 die naheliegendste Wahl, weil es bereits an Bord ist. Mit Windows + Umschalt + S öffnet sich die Auswahlleiste; du ziehst ein Rechteck auf, fängst ein Fenster oder den ganzen Bildschirm ein. Der Screenshot landet in der Zwischenablage und als kleine Benachrichtigung, über die du ihn zuschneiden, markieren und speichern kannst. Praktisch für Azubis und Support: Die neuere Version erkennt auf Wunsch auch Text im Bild und kopiert ihn heraus.

Unter Windows 10 gibt es das Tool ebenfalls, dort allerdings ohne die Videofunktion – die ist Windows 11 vorbehalten.

ShareX (kostenlos, Open Source)

ShareX ist das Schweizer Taschenmesser unter den Capture-Tools und bleibt 2026 das mit Abstand funktionsreichste Gratis-Programm. Es macht Screenshots, nimmt den Bildschirm als MP4-Video oder animiertes GIF auf (im Hintergrund über FFmpeg) und kann Aufnahmen automatisch zuschneiden, mit Wasserzeichen versehen oder direkt an über 70 Ziele hochladen – von der eigenen Cloud bis zum FTP-Server. Der Preis dafür ist eine etwas überladene Oberfläche. Wer sich einmal eingearbeitet hat, will selten zurück. ShareX läuft nur unter Windows.

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Greenshot (kostenlos, Open Source)

Greenshot ist der ruhige Gegenentwurf zu ShareX: installieren, fertig, kaum Lernkurve. Nach dem Auslösen öffnet sich ein schlanker Editor, in dem du Pfeile, Rahmen, Text und Verpixelungen einfügst – ideal, um sensible Daten unkenntlich zu machen, bevor ein Screenshot in ein Ticket wandert. Video oder GIF kann Greenshot nicht; es ist bewusst ein reines Screenshot-Werkzeug. Die Software ist Spendenware (Donationware), die Windows-Version kostet nichts.

Lightshot (kostenlos)

Lightshot setzt voll auf Tempo: Tastendruck, Bereich aufziehen, sofort beschriften und teilen. Es ist plattformübergreifend für Windows und macOS verfügbar und lädt Bilder auf Wunsch direkt in die hauseigene Cloud, was einen kurzen Teilen-Link erzeugt. Genau hier liegt der Haken: In Firmenumgebungen ist das automatische Hochladen oft unerwünscht, weil die Bilder auf fremden Servern landen. Für private, schnelle Screenshots ist Lightshot dennoch eine schlanke Option.

Tools für die Bildschirmaufnahme als Video

Snipping Tool & Xbox Game Bar (Windows, kostenlos)

Für ein kurzes Bildschirmvideo musst du unter Windows 11 nichts installieren. Öffne mit Windows + Umschalt + S das Snipping Tool, wechsle oben in den Video-Modus, wähle den Aufnahmebereich und starte. Das Ergebnis speicherst du als MP4-Datei. Alternativ nimmt die Xbox Game Bar (Windows + G, Aufnahme direkt mit Windows + Alt + R) ganze Anwendungsfenster auf – das eignet sich gut für Programme und Spiele, filmt aber bewusst nicht den Desktop oder den Datei-Explorer.

OBS Studio (kostenlos, Open Source)

Wenn die Aufnahme länger oder anspruchsvoller wird, führt an OBS Studio kaum ein Weg vorbei. Es nimmt ohne Zeitlimit, ohne Wasserzeichen und ohne Abo auf und kann mehrere Quellen – Bildschirm, Webcam, Mikrofon – in Szenen kombinieren. Ursprünglich fürs Live-Streaming gebaut, wirkt das Konzept aus „Szenen“ und „Quellen“ zu Beginn sperrig. Für reine Bildschirmaufnahmen genügt aber eine einzige Szene mit der Quelle „Bildschirmaufnahme“, und schon läuft es zuverlässig in hoher Qualität.

Loom (kostenlose Basis, sonst Abo)

Loom hat einen anderen Fokus: schnelle Erklärvideos, die du sofort per Link teilst, ohne Datei-Versand. Seit der Übernahme durch Atlassian gibt es weiterhin einen kostenlosen Starter-Tarif; der Business-Tarif beginnt bei rund 15 US-Dollar pro Nutzer und Monat (jährliche Zahlung). Seit der Migration berichten Nutzer allerdings vermehrt von Verzögerungen und Upload-Problemen. Für asynchrone Team-Kommunikation – „schau dir kurz dieses Video an“ – bleibt Loom trotzdem praktisch.

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Camtasia (kostenpflichtig)

Camtasia verbindet Aufnahme und einen vollwertigen Videoeditor in einem Programm. Damit schneidest du Tutorials, fügst Zoom-Effekte, Beschriftungen und Übergänge ein – das macht es zum Klassiker für professionelle Schulungsvideos. Kostenlos ist das nicht: Die Tarife reichen 2026 grob von etwa 39 US-Dollar pro Jahr im Einstieg bis zu mehreren Hundert für die Pro-Version. In der Testphase versieht Camtasia die Exporte mit einem Wasserzeichen.

Bandicam (kostenpflichtig)

Bandicam ist auf flüssige Aufnahmen mit hoher Bildrate spezialisiert und vor allem bei Gaming-Mitschnitten beliebt. Es gibt eine kostenlose Version, die jedoch auf Aufnahmen ein Wasserzeichen setzt und die Länge begrenzt. Die Vollversion gibt es als Jahres-Abo ab rund 37 US-Dollar oder als Einmalkauf für einen PC (lebenslange Lizenz) für etwa 40 bis 50 US-Dollar.

Kostenlos oder kostenpflichtig – was lohnt sich?

Die ehrliche Antwort für die meisten Anwender: Die Gratis-Programme reichen heute fast immer. ShareX, Greenshot, das Snipping Tool und OBS Studio decken Screenshots und Bildschirmaufnahmen vollständig ab – ohne Wasserzeichen und ohne Abo. Geld lohnt sich erst, wenn du regelmäßig schneiden und nachbearbeiten musst (dann Camtasia) oder Aufnahmen unkompliziert per Link verteilen willst (dann Loom).

ToolScreenshotsVideoKostenBesonders gut für
Snipping ToolJaJa (Win 11)kostenlosschnelle Bilder & kurze Clips
ShareXJaJa (MP4/GIF)kostenlosPower-User, Automatisierung
GreenshotJaNeinkostenloseinfaches Beschriften
LightshotJaNeinkostenlosschnelles Teilen privat
OBS StudioNeinJakostenloslange Aufnahmen, Streaming
LoomNeinJaGratis-Basis / AboErklärvideos per Link
CamtasiaNeinJaab ~39 $/JahrTutorials mit Schnitt
BandicamNeinJaab ~37 $/JahrGaming, hohe Bildrate

Tipps für saubere Screenshots und Aufnahmen

  • Auflösung anpassen: Nimm in der nativen Auflösung des Bildschirms auf und skaliere erst beim Export herunter – das hält Text scharf.
  • Bildrate gezielt wählen: Für Software-Tutorials reichen 30 Bilder pro Sekunde; nur bei schnellen Bewegungen (Spiele) lohnen 60.
  • Vor dem Teilen aufräumen: Persönliche Daten, offene Tabs und Benachrichtigungen vor der Aufnahme schließen – das spart späteres Verpixeln.
  • Sinnvoll benennen: Statt „Screenshot (47)“ lieber sprechende Dateinamen wie „fehler-1603-installer.png“ vergeben, dann findest du sie wieder.
  • Ton separat prüfen: Bei Videoaufnahmen vorab eine 10-Sekunden-Testaufnahme machen und den Pegel des Mikrofons kontrollieren.

Hintergrund: Warum gute Dokumentation Zeit spart

Ein Screenshot sagt im IT-Support oft mehr als drei Absätze Beschreibung. Eine exakt eingefangene Fehlermeldung lässt sich sofort einer Ursache zuordnen, statt sie aus einer vagen Schilderung zu rekonstruieren. Genauso ersetzt ein zweiminütiges Bildschirmvideo eine lange Schritt-für-Schritt-Mail. Wer die passenden Werkzeuge kennt und ein, zwei Tastenkürzel im Kopf hat, dokumentiert nebenbei – und genau das ist im Arbeitsalltag der eigentliche Gewinn.

Häufige Fragen

Wie nehme ich den Bildschirm unter Windows 11 auf?

Drücke Windows + Umschalt + S, wechsle im Snipping Tool in den Video-Modus, wähle den Aufnahmebereich und starte. Das Video speicherst du als MP4-Datei – ohne Zusatzsoftware.

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Welches kostenlose Tool ist das beste für Screenshots?

Für maximale Funktionen ShareX, für einfaches Beschriften Greenshot. Wer nichts installieren will, nimmt das vorinstallierte Snipping Tool mit Windows + Umschalt + S.

Kann ich ohne zusätzliche Software den Bildschirm filmen?

Ja. Windows 11 bringt Snipping Tool und Xbox Game Bar mit. Die Game Bar startest du mit Windows + Alt + R; sie filmt Anwendungsfenster, aber nicht den Desktop oder Datei-Explorer.

Welches Tool eignet sich für längere Video-Tutorials?

Kostenlos und ohne Zeitlimit ist OBS Studio die beste Wahl. Wer Aufnahmen schneiden und mit Effekten versehen will, greift zum kostenpflichtigen Camtasia.

Lohnt sich kostenpflichtige Aufnahme-Software überhaupt?

Für die meisten nicht: ShareX, OBS Studio und das Snipping Tool decken Screenshots und Videos vollständig ab. Geld lohnt erst bei regelmäßigem Schnitt oder Teilen per Link.

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Marcel Meyer

# wer schreibt hier

Marcel Meyer schraubt seit über zehn Jahren an Rechnern, Netzwerken und Servern — beruflich wie privat. Hier übersetzt er IT-Grundlagen in verständliche Schritte.

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